Gothic: Die Switch-Version ist eine Enttäuschung

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Gothic: Die Switch-Version ist eine Enttäuschung
Quelle: THQ Nordic

Nach mehr als 22 Jahren schafft Gothic mit dem Port für Nintendo Switch den Sprung auf die Konsolen. Wie gut das geworden ist, klären wir im Test.

Neben den fragwürdigen Design-Entscheidungen haben es leider auch zahlreiche Bugs in den Port von Gothic auf die Nintendo Switch geschafft. Das fängt bei kleinen Sachen an, wie Clippingfehlern, flackernden Texturen oder sich wild im Kreis drehenden Monstern oder NPCs. Auch das Musiksystem scheint nicht ganz richtig zu laufen. Auf dem PC wechselt der Soundtrack je nach Location seine Stücke sanfter. Auf der Switch geschieht das recht abrupt. Außerdem hat man immer wieder Momente, in denen die Musik kurz aus- und wieder einfadet. Die Interface-Bugs und übersensiblen NPC-Verhaltensweisen haben wir ja bereits angesprochen.

Den Boden unter den Füßen verlieren

Leider hört der "Spaß" da aber nicht auf. In unserem Testdurchlauf wollte etwa ein Kämpfer der Arena im alten Lager bei seinem Training hoch hinaus und schwebte um die 30 Meter in der Luft. Als wir gespeichert und neu geladen haben, ist dem Spiel aber eingefallen, dass dort oben kein Boden sein soll und hat den NPC einfach herunterfallen lassen. Der Templer ist dadurch unwiederbringlich gestorben. Hätte es einen der anderen NPCs getroffen, die in der Arena trainieren, hätte es dadurch sogar eine Quest zerschossen.

Fliegende Leute - ein weiterer Bug der Switch-Version zum Release Quelle: pcgames Auf Reddit liest man auch von anderen NPCs, die einfach tot aufgefunden werden. An anderer Stelle vermehren sich die NPCs wiederum. Als wir eines Tages ins Sumpflager kamen, stand Lester plötzlich zweimal vor uns. Teilweise sind KI-Systeme auch vollständig Schrott. Goblins stehen etwa bis auf wenige Ausnahmen nur starr in der Gegend herum. Selbst wenn wir sie angreifen, können sie nur hilflos zuschauen, wie wir sie und ihre Freunde niedermetzeln. Dazu gesellen sich auch gelegentliche Abstürze. So etwas hätte in der Qualitätssicherung auffallen müssen.

Ein doppeltes Lesterchen - ein Bug der Switch-Version zum Release Quelle: pcgames Bei manchen Gegnern sind wir auch öfter in einen Stunlock gefallen, als diese in schneller Abfolge auf uns eingeprügelt haben und dadurch unsere Blocktaste nicht mehr reagiert hat. Außerdem sprechen wir hiermit eine Warnung vor den Leitern des Todes aus. Manche Leitern sind nämlich ebenfalls verbuggt und man stürzt an der Spitze immer wieder nach unten. Das ist umso ärgerlicher, wenn man in der alten Mine für eine Hauptquest in einen Schacht klettern muss und dann nicht oder nur durch akrobatische Sprungeinlagen wieder herauskommt, weil die Leiter nicht funktioniert.

Namenloser Held ist in den Boden geglitched Quelle: pcgames Gerade das letzte Beispiel lässt uns dann zu einem fatalen Verdacht kommen, denn das ist ein prominenter Fehler aus der Release-Fassung des Spiels. Gothic kam damals ebenfalls verbuggt auf den Markt, doch sind seitdem mehr als 22 Jahre vergangen. In dieser Zeit wurde das Spiel mit Patches von Entwicklern und Fans auf Vordermann gebracht. Das Systempack, der aktuellste Fanpatch, ist mittlerweile sogar Teil der offiziellen Verkaufsversion von Gothic auf dem PC. Dort sind auch nicht alle Fehlerchen behoben, aber dennoch bietet diese Version das mit Abstand rundeste Erlebnis.

Wie konnte das passieren?

Aus einem uns völlig unverständlichen Grund hat man für den Port auf Nintendo Switch aber scheinbar nicht auf diese Version als Grundlage zurückgegriffen, sondern auf die verbuggte Release-Version. Zwar berichtete THQ Nordic im Vorfeld stolz, dass man über 300 Bugs entfernt habe. Dabei hat man die andere Wagenladung aber offenbar vergessen und durch die Anpassungen sogar neue Bugs hinzugefügt. Der Switch-Port ist zwar bei Weitem nicht unspielbar und Gothic spielt seine Stärken auch heute noch aus. Doch werden die eben unter einem Berg aus nervigen und frustrierenden Bugs und Design-Entscheidungen begraben und das lässt das Fanherz bluten.

Wertung zu Gothic (NSW)

Wertung:

5.0 /10
Fazit

Ein unwürdiger Port, der ein seit 22 Jahren poliertes Spiel unter nervigen Bugs und frustrierenden Designentscheidungen begräbt.

Wer Gothic heute noch einmal erleben will, dem empfehlen wir aktuell also lieber die sehr viel bessere PC-Version mit Systempack. Die lässt sich übrigens mit ein paar Einstellungen auch sehr gut unterwegs auf dem Steam Deck spielen. Wer unbedingt auf der Switch durch die Kolonie streifen möchte, sollte lieber noch warten, bis Patches das Gröbste ausgebügelt haben. Zum aktuellen Zeitpunkt ist dieser Port aber eines Gothic unwürdig.

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