Gothic: Die Switch-Version ist eine Enttäuschung
Test 33,99 €
Nach mehr als 22 Jahren schafft Gothic mit dem Port für Nintendo Switch den Sprung auf die Konsolen. Wie gut das geworden ist, klären wir im Test.
Im Nintendo-Switch-Port komplett überarbeitet wurde auch das Interface von Gothic und auch hier hat THQ Nordic grundsätzlich einen guten Job gemacht. Von den umständlichen Listeninventaren des Originals ist man auf ein übersichtliches Kachelsystem gewechselt, ähnlich wie im zweiten Teil. Dazu kommt noch eine praktische Unterteilung in Waffen, Rüstungen usw. Um auch mit dem Controller schnell auf Dinge zuzugreifen, gibt es nun eine Quick-Slot-Funktion. Mit der können wir einerseits Gegenstände auf die vier Pfeiltasten legen. So können wir direkt im Spiel einen Heiltrank einwerfen oder Ähnliches. Hier greifen wir ebenfalls auf unsere Zauber zu. Sehr nützlich ist auch die Quicksave- bzw. Quickload-Funktion. Gothic speichert nicht automatisch und so müssen wir nicht ständig ins Menü gehen. Doch leider hat auch das Interface ein paar Macken.
1 x1 = 5
Wie bei der grundlegenden Steuerung ist auch das neue Inventar in der Nintendo-Switch-Version von Gothic eine echte Verbesserung im Vergleich zur PC-Version. Alles ist hier jedoch auch nicht rosig. Das Handelsmenü etwa ist weiterhin umständlich. Hier müssen wir die gewünschten Items erst umständlich vom Händlerinventar auf einen imaginären Handelstisch legen und den angegebenen Wert dann mit unseren Waren oder Erz ausgleichen. Hier wartet dann auch gleich noch ein ärgerlicher Bug auf uns.
Quelle: pcgames
Wollen wir nicht jeden Erzbrocken einzeln rüber wuchten, können wir auch in Zehner- oder 100er-Schritten Dinge transferieren. Dummerweise verrechnet sich das Spiel dabei. Schaffen wir etwa zehn Erzbrocken gleichzeitig vom Händler auf den Tisch, steht im Handelswert aber ein Betrag von 15. Das macht die Funktion schlicht unbrauchbar, denn einzeln transferierte Items funktionieren.
Auch beim Looten hat der Port Probleme. Können wir von einem besiegten Monster beispielsweise zwei Fleischkeulen herausschneiden, bekommen wir beim Druck auf den Aktionsbutton nur eine davon. Das Inventarfenster ist dann jedoch leer. Erst wenn wir das Monster ein zweites Mal anwählen, sehen wir die übrig gebliebene Keule. Es gibt zwar einen neuen "Alles nehmen"-Button, drückt man im Eifer des Gefechts aber den anderen Knopf, übersieht man schnell Items. Apropos Fleischkeulen: Abseits vom Interface wurden leider keine weiteren Komfortfunktionen integriert. Wir müssen also weiterhin jede Fleischkeule einzeln in der Pfanne braten.
Das sind alles nervige Kleinigkeiten, die aber grundsätzlich nicht so schlimm wären, wenn es denn die Ausnahmen wären. Hier liegt dann nämlich der mit Abstand größte Kritikpunkt am ganzen Switch-Port von Gothic. Der technische Zustand ist eine Katastrophe. Je länger wir auf der Switch in der Kolonie unterwegs waren, desto schlimmer und zahlreicher wurden die Bugs.
