So läuft die Technik im Gothic Remake

Test Carlo Siebenhüner
So läuft die Technik im Gothic Remake
Quelle: PC Games

Das Gothic Remake ist anspruchsvoll an die Hardware. Dafür liefert es aber nicht nur eine wunderschöne, sondern auch eine detailreich simulierte Welt.

Natürlich lohnt sich auch die Erkundung in Gothic Remake. Überall finden wir kleine Orte mit ein bisschen Loot oder einfach Orte, die ihre eigene kleine Geschichte erzählen. Das hat auch bereits das Original ausgemacht. Vielen Fans war im Vorfeld die etwas zu grelle Beleuchtung ein Dorn im Auge. Beim Spielen haben wir die aber schnell akzeptiert und sogar als sehr passend für den Stil empfunden.

Die Technik ist anspruchsvoll - aber sie läuft

Das alles wird von der Unreal Engine 5 in Szene gesetzt, und ja, da werden bei einigen Leuten jetzt die Alarmglocken läuten. Allerdings können wir größtenteils Entwarnung geben. Das Entwicklerteam scheint Epics Engine gut unter Kontrolle zu haben. Das bedeutet aber nicht, dass das Gothic-Remake sparsam bei der Hardware ist.

Die Vegetation außerhalb der Lager ist beeindruckend dicht. Hier ist schon lange keiner mehr mit dem Rasenmäher unterwegs gewesen. Quelle: PC Games Die Vegetation außerhalb der Lager ist beeindruckend dicht. Hier ist schon lange keiner mehr mit dem Rasenmäher unterwegs gewesen. Im Gegenteil: Eure Grafikkarte wird bei der hübschen Spielwelt auch zum Schwitzen gebracht. Auf unserem Mittelklasse-System mit RTX 3060, 32GB RAM und einer Ryzen 5 3600X CPU kamen wir in einer WQHD-Auflösung im Durchschnitt auf 30 bis 40 Fps. Mit eingeschaltetem DLSS auf "Ausgeglichen" wohlgemerkt. Trotzdem lief das Spiel bei uns aber größtenteils sauber und ohne große Nachladeruckler.

Dringend empfohlen wird eine M.2-SSD für das Streaming. Dafür ist das Spiel mit gerade mal 35GB angenehm schmal auf der Festplatte. Interessant und leider etwas enttäuschend ist, dass die Hardware-Messlatte für das Gothic-Remake allgemein recht hoch liegt. Niedrige und mittlere Einstellungen scheinen jeweils nur wenig Ressourcen einzusparen. Schaut am besten mal bei den Kollegen von der PC Games Hardware vorbei und ihrem Techniktest zu Gothic Remake vorbei. Die haben Gothic Remake auf allen möglichen Hardwareeinstellungen durchgeprüft.

Der Hardware-Hunger wirkt sich natürlich auch auf die Konsolen aus. Auf den Basis-Konsolen PS5 und Xbox Series X läuft das Spiel nur in 30 Fps und hochskalierten 1080p. Einen Performance-Modus gibt es gleich gar nicht. Selbst auf der starken PS Pro gibt es keine speziellen Grafikmodi oder PSSR-Unterstützung. Zumindest läuft es auf der Pro unserer Beobachtung nach etwas runder. Hier sollten die Entwickler aber definitiv noch etwas mehr Liebe in die Optimierung stecken.

Mehr Leben im Lager

Nichtsdestotrotz liefert das Gothic-Remake aber auch für seinen Hardware-Hunger ab. Die Spielwelt ist ohne Zweifel der absolute Star, und das nicht nur bei der Grafik. Schon im Original war auch der authentische Aufbau eine der größten Stärken der Welt. NPCs und Monster gehen ihrem geregelten Tagesablauf nach und es gibt Regeln, nach denen die sozialen Strukturen funktionieren. Das Remake baut diese Stärke noch mal ordentlich aus.

Der Held läuft durch den Außenring des alten Lagers. Quelle: PC Games Grafisch ist das Gothic Remake eine Augenweide. Die Lager versprühen aber auch durch ihre authentischen Bewohner eine Menge Lebendigkeit. Die Aktionen der NPCs sind jetzt wesentlich vielfältiger und abwechslungsreicher. Leute kochen, quatschen, spielen Dart, angeln, tragen Dinge von A nach B, schnitzen sich was aus Holz, gerben Felle, rauchen sich einen, hacken Holz, fällen Bäume und so weiter und so fort. Die Lager sprühen nur so vor Leben. Auch zwischen den Lagern passiert mehr. So laufen Buddler jetzt etwa vom Alten Lager zur Mine und zurück.

Selbstverständlich quatschen die NPCs auch untereinander mit ihren ikonischen Nebenbei-Dialogen, die man im Vorbeigehen aufschnappt. Sehr cool ist, dass die im Remake erweitert wurden. So reagieren NPCs auch auf den Story-Fortschritt und unterhalten sich dann über die Geschehnisse. Außerdem halten sie uns unsere Taten vor. Als wir einen gewissen Buddler aus dem Alten Lager verprügelt haben, damit er uns nicht mehr nervt, haben uns Schatten und Gardisten immer wieder einen Spruch an den Kopf geknallt, dass wir das mal lieber lassen sollten.

Rufsystem mit Konsequenzen

Das geht einher mit dem neuen Ruf-System. Wie im Original sollten wir uns bei Verbrechen nicht erwischen lassen, sonst gibt's Ärger. Dabei sind die NPCs aber auch sehr viel schlauer geworden. NPCs hören jetzt etwa auch ihre Umgebung. Stolpert ihr also plump in eine Hütte und der NPC ist in der Nähe, wird er nachschauen, was da los ist. Erwischt er euch, schmeißt er euch raus.

Der Namenlose Held geht an einem Gardisten vorbei Quelle: PC Games Der Gardist hat uns was zu sagen. Nachdem wir einen Buddler aus Versehen verprügelt haben, bekommen wir von manchen Wachen einen Spruch. Allerdings schaut er dann noch nach, ob alle seine Sachen noch da sind. Fehlt was, dann zieht er den Schluss, dass ihr das wart, und meldet euch oder haut euch gleich selbst aufs Maul. Das geht sogar so weit, dass die Hör-Reichweite bei Regen oder Sturm verringert ist. Das gleiche gilt auch für die Sichtweite von Monstern oder NPCs bei Nacht.

Ihr habt dadurch verschiedene Statuseffekte bei Lagern. Greift ihr wahllos Leute an und bringt sie vielleicht sogar um, könnt ihr es euch auch komplett mit einer Fraktion verscherzen. Dummerweise erklärt euch das Spiel manchmal nur unzureichend, was gerade los ist. Wir waren schon etwas verwundert, warum uns an einer Stelle plötzlich alle aus dem Sumpflager angegriffen haben. Bis wir dann geschlussfolgert haben, dass wir einen Kollegen aus dem Sumpf aus Versehen während eines Kampfes geschlagen haben.

Glücklicherweise hat die Kriminalitätsstufe eine Abklingzeit. Verbringt ein paar Tage woanders, und dann wächst Gras über die Sache. Übrigens reagieren die NPCs jetzt auch endlich auf ihre Umgebung. Etwa, wenn sie gerade unterwegs sind und ein Monster vor ihnen auftaucht. Das war noch ein Kritikpunkt der Fans in den Vorschauversionen. Seid gewarnt: Gothic Remake ist aber auch nichts für Zartbesaitete. Wie das Gameplay läuft, checken wir auf Seite 3 ab.

  1. Seite 1 Das Minental glänzt erneut
  2. Seite 2 Hardware-Hunger und der Detailgrad der Welt
  3. Seite 3 Kampfsystem & Movement
  4. Seite 4 Progressionssystem & Fertigkeiten
  5. Seite 5 Story, Quest, Bugs und Fazit
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