Gothic Remake endlich selbst gespielt: Bitte räumt diese letzten Probleme noch aus der Welt, THQ!

Special Carlo Siebenhüner
Gothic Remake endlich selbst gespielt: Bitte räumt diese letzten Probleme noch aus der Welt, THQ!
Quelle: pc games

Das Gothic Remake nähert sich dem Release. Jetzt dürfen alle mit einer Demo probespielen. Unser Gothic-Nerd Carlo hat die Demo bis ins Detail analysiert.

Allerdings merkt man, dass die Entwicklern wohl weniger Arbeit in die Animationen der Dialoge gesteckt haben. Die NPCs verfallen in Gesprächen nämlich ständig in ein seltsam aussehendes Kopfnicken, bei dem ich allein vom Zuschauen schon Nackenschmerzen bekomme. Doch solche Änderungen und solches Feedback können in dieser letzten Phase der Entwicklung Gold wert sein, denn am Ende hilft es dem ganzen Spiel. Ein paar schnellere Animationen würden dem ganzen zum Beispiel auch im Kampf helfen.

Zeitlupen-Kampf

Nach etwas Eingewöhnung bin ich in den Auseinandersetzungen ganz gut zurechtgekommen. Vor allem das Bogenschießen ist ganz cool, weil das Spiel auf einen Kreis, statt eines genauen Fadenkreuzes setzt. Man trifft innerhalb dieses Kreises und muss deswegen selbst abwägen, wie nah man sich an sein Ziel heranwagt, um die Trefferchance zu erhöhen. Das ist nett gemacht.

Gothic Remake endlich selbst gespielt: Bitte räumt diese letzten Probleme noch aus der Welt, THQ! Quelle: THQ Nordic Der Nahkampf fühlt sich allerdings noch träge an. Ich weiß natürlich, dass das am Anfang auch so gewollt ist. Wie im Original startet ihr eben als komplette Nullnummer ins Spiel, die sich ängstlich mit zwei Händen an die Waffe klammert und einmal zuhaut und dann erst mal durchatmen muss. Erst wenn man den Schwertkampf lernt, wird man auch agiler und geschickter. Dann hält man etwa die Einhandwaffe nicht mehr mit zwei Händen. Das ist auch cool und ich finde es toll, dass die Entwickler diese sichtbare Progression beibehalten.

In der Demo kann man eine Stufe im Schwertkampf aufsteigen, man ist dann also schon etwas trainierter. Trotzdem fühlt sich der Kampf aber noch etwas hakelig und schwerfällig an. Die Animationen sind zwar wuchtig, dauern aber eben auch eine ganze Weile. Die Angriffsarten wurden etwas abgeändert, im Vergleich mit dem Original.

Neben der klassischen rechts-links-Combo gibt es jetzt auf Knopfdruck noch einen schweren Schlag und eine Spezialattacke pro Waffenart. Das kann ein Stich mit dem Schwert sein oder ein Aufwärtshaken mit der Keule. Blocken könnt ihr natürlich auch und wenn ihr da das richtige Timing habt, könnt ihr den Gegner sogar aus dem Gleichgewicht bringen.

Diego in der Nahaufnahme Quelle: THQ Nordic Was mich allerdings irgendwie gestört hat, ist, dass man keine Rückwärtsschritte machen kann. Es gibt zwar einen zusätzlichen Ausweichschritt, aber will ich einfach nur so ein paar Schritte zurück machen und mich auf Abstand mit dem Gegner bringen, dreht sich meine Spielfigur gleich komplett um und rennt zur Kamera. Das kostet mit den gemächlichen Animationen wertvolle Zeit, in der mich ein Gegner dann schon umgenietet hat.

Im Menü wurde zwar ein Fokus-Button angezeigt, aber der hat irgendwie nicht so richtig funktioniert. Na ja und dann gibts auch mal Momente, in denen entweder gar keine Trefferanimation ausgelöst wird oder das Spiel nicht registriert, dass ich den Gegner definitiv getroffen habe.

Gemeinsam mit den Fans

Allerdings muss ich eben auch noch mal betonen: Das ist eine Demo und nicht das fertige Spiel. Deswegen kann ich diese Probleme auch verzeihen - zumindest noch. Ein richtiges Releasedatum für das Hauptspiel gibt es nach wie vor nicht. Ich vermute Absicht dahinter, da man sich wohl genügend Zeit nehmen und im Zweifel das Feedback der Demo noch einfließen lassen will.

Das begrüße ich auch definitiv. Genau das hat man ja vor fünf Jahren mit dem Playable Teaser ebenfalls gemacht, um grundlegendes Feedback einzuholen, wie ein Remake von Gothic überhaupt aussehen soll und kann. Fünf Jahre später sieht das tatsächlich sehr vielversprechend aus. Die Entwickler haben gezeigt, dass sie auf Feedback hören. Aktuellstes Beispiel ist das angepasste Cover-Artwork, in dem Gorn etwa endlich seine dürren Ärmchen vom ersten Entwurf mit ein paar Muckis aufgepeppt hat.

Wenn das in ähnlichem Maße auch mit den Kritikpunkten an der Demo passiert, dann kann ich mir sehr gut vorstellen, dass uns hier ein würdiges Remake eines tollen Rollenspielklassikers bevorsteht. Das Gothic Remake soll noch 2025 für PC, PS5, und Xbox Series erscheinen. Transparenzhinweis: THQ Nordic hat uns eine Vorschau-Version vom Gothic Remake zur Verfügung gestellt.

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