Gothic-Remake: Endlich ist es auf dem richtigen Weg! - Analyse
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Das Gothic-Remake gibt endlich ein Lebenszeichen von sich - und sieht inzwischen richtig gut aus. In seiner Kolumne analysiert Redakteur Carlo Siebenhüner den neuen Trailer und erklärt, warum die Neuauflage endlich den richtigen Weg eingeschlagen hat.
Heute ist ein guter Tag! Wir quatschen nämlich endlich über Gothic! Die Kollegen haben mich mal wieder vor die Tastatur gelassen, um über die beste Rollenspielserie aller Zeiten (Ergebnis einer nicht repräsentativen Umfrage unter mir) zu schreiben. Obwohl ich natürlich auch so stundenlang über die Götterkonstellation in der Lore von Gothic oder die besten Rezepte für Fleischwanzenragout schwadronieren könnte, gibt es tatsächlich einen Anlass für diese Kolumne! Auf seinem hauseigenen Showcase hat THQ Nordic einen neuen Trailer für das Gothic-Remake veröffentlicht. Der hat mich kalt erwischt, denn er stimmte mich überraschend positiv gegenüber dem Remake. Bis dato war ich nämlich nicht besonders überzeugt, dass die Neuauflage etwas wird. Warum ich meine Meinung ändern konnte, ob nun alles gut wird und welche Details im Trailer stecken, will ich mit euch teilen.
Alles auf Anfang
Bevor wir starten, fassen wir die bewegte Geschichte der Serie in Kurzform zusammen. Gothic kommt 2001 auf den Markt und krempelt den deutschen Rollenspielmarkt auf links. Es überzeugte mit einer offenen Welt, einer bodenständigen Inszenierung und einer dichten Atmosphäre. Der Nachfolger Gothic 2 kann das toppen und gilt heute als Kult.
In diesem Artikel
Mit Gothic 3 startet jedoch die Katastrophe. Das Spiel ist verbuggt und gewissermaßen das Cyberpunk der 2000er. Publisher und Entwickler trennen sich, die Rechte gehen erst später zurück ans Entwicklerstudio Piranha Bytes. Die machen jedoch nichts damit, da sie bis zum Hals in neuen Projekten wie Risen und Elex stecken. Vermutlich haben sie aber auch eine gehörige Portion Respekt und daher keine Lust, sich wieder an die Kultmarke zu wagen.
Quelle: PC Games
Das alte Lager in Gothic 1 sprühte vor Leben.
Auftritt: THQ Nordic! Die kaufen den Entwickler Piranha Bytes mitsamt den Rechten an der Gothic-Serie auf. Ein halbes Jahr später taucht plötzlich auf Steam ein spielbarer Teaser für ein Remake des altehrwürdigen Gothics auf, frei nach dem Motto: "So würden wir uns das vorstellen. Was haltet ihr davon?" Der stammt nicht von Piranha Bytes, sondern vom neu gegründeten Studio Alkimia Interactive aus Barcelona.
Die Fans hatten eine sehr eindeutige Meinung: Remake - JA, UNBEDINGT! Nur: bitte nicht so.
Der Katastrophenteaser
Der Teaser bildet den Einstieg in das Spiel ab. Man wird als Straftäter in die Minenkolonie von Khorinis geworfen. Das Gefangenenlager organisiert sich selbst und wird von einer magischen Barriere umschlossen. Die lässt dich zwar rein, aber nicht wieder raus.
Im originalen Gothic ist dieses Anfangsgebiet mit allen Dialogen, die man führen kann vielleicht 10-15 Minuten lang. Der Teaser bläst den Abschnitt locker auf ein bis zwei Stunden auf. Das gesamte Gebiet wird visuell und erzählerisch komplett umgebaut.
Wir werden etwa nicht einfach von einer Klippe in einen Tümpel geschmissen. Im Teaser fahren wir den großen Aufzug runter, der plötzlich Feuer fängt. Dabei fällt sofort auf, dass der namenlose Held in einer Tour Selbstgespräche führt und die Situation kommentiert.
Das ist schon nach wenigen Augenblicken extrem nervig. Nachdem wir mit Action und Explosionen unten angekommen sind, bekommen wir nicht wie im Original zur Begrüßung eine aufs Maul, sondern werden sofort von Snappern angegriffen. Doch es kommt uns ein alter Bekannter zu Hilfe: Diego!
Der rettet und erzählt uns anschließend ein paar Takte zur Minenkolonie. Letzteres hat er tatsächlich schon im Original gemacht und ein paar Satzfetzen erkennt man auch wieder. Zumindest, wenn man darüber hinwegsehen kann, dass vor uns nicht der NPC steht, den man einst liebgewonnen hat, sondern ein Zorro für Arme!
Quelle: pcgames.de
Diego ist eine Karikatur seiner selbst, mit ausladenden Gesten, ewigen Monologen und einem vermaledeiten Cape!
Der quatscht einem in epischer Breite einen Roman an die Backe, er macht ausladende Gesten bis zum Gehtnichtmehr und er hat ein verdammtes Cape! Ja, Diego labert dich auch im Original ganz am Anfang wirklich ordentlich zu, aber ansonsten beobachtet er die Situation eher, bevor er das Maul aufreißt, und ganz besonders zieht er keine Show ab!
