Das neue Gameplay vom Gothic Remake zeigt: Langsam wird es rund! Es finden sich sogar kleine Hinweise auf Gothic 3.
Im Schiffswrack finden wir dann relativ schnell eine Truhe, die wir mit dem neuen Schlösserknacken-Minispiel öffnen. Das ist eine Abwandlung des klassischen Rechts-links-Systems aus dem Original. Man arbeitet zwar immer noch mit rechts und links, aber jetzt verschiebt man dabei Scheiben - und manche davon bewegen sogar noch andere mit.
Ich weiß nicht genau, warum, aber mich reizt dieses Minispiel total! Es ist so eine smarte Weiterentwicklung vom Original. Der Grundgedanke bleibt erhalten, wird aber clever erweitert, sodass es weiterhin anspruchsvoll bleibt. Da habe ich richtig Bock drauf.
In diesem Artikel
Looten & Leveln
In der Truhe sackt der Held dann ein altes Buch, eine magische Schriftrolle für den Kugelblitz-Zauber, ein paar Dietriche und - jetzt wird's spannend - Eisen und Stahl ein! Das dürfte fürs Crafting interessant werden. Im Original gab's ja nur Rohstahl, aus dem man sich ein grobes Schwert zusammenklöppeln konnte. Im Remake wird das Ganze ausgebaut - das war auch schon bekannt. Jetzt läuft vieles über Rezepte, und die brauchen wohl deutlich mehr und auch neue Zutaten.
Zurück bei Myxir ist der natürlich ganz heiß auf das Buch, das wir gefunden haben. Das heißt übrigens: The Old Ways of the Druids - also frei übersetzt: Die alten Wege oder Rituale der Druiden. Könnte ein Hinweis auf Gothic 3 sein - da gibt's auf dem Festland ja noch ein paar Druiden.
Beim Buch haben die Entwickler sogar mitgedacht, denn der Held fragt direkt, wie das Ding so lange unter Wasser überleben konnte. Myxirs Antwort ist am Ende zwar einfach nur: Magie - aber immerhin gibt es überhaupt eine Erklärung. Und es öffnet auch direkt die Tür für eine neue Quest. Das Buch lässt sich nämlich durch den Zauberspruch nicht öffnen.
Quelle: THQ Nordic
Die Feuerwarane am Strand haben ebenfalls Tagesabläufe. Manche stehen rum, manche fressen und andere liegen faul im Sand. Zumindest, bis wir sie angreifen.
Viel wichtiger ist aber: Wir haben den Wassermagiern einen großen Dienst erwiesen - und Myxir gibt das auch so an Lee weiter. Zu dem porten wir uns dann flott zurück. Da sieht man also auch mal den neuen Teleportzauber in voller Länge. Und schwupps: Wir werden zum Söldner ernannt. Damit geht natürlich auch eine neue Rüstung einher.
Es kommt zusammen
An der Stelle endet das Gameplay dann auch schon. Mehr habe ich also nicht gesehen. Aber das, was ich gesehen habe, sieht wirklich nicht schlecht aus. Ich habe ja schon in meiner letzten Kolumne gesagt, dass ich mehr und mehr das Gefühl habe, dass das Ganze jetzt wirklich zusammenkommt. Es wirkt langsam wie aus einem Guss, und die letzte Verschiebung auf den 5. Juni war wohl auch wirklich nötig, damit das alles rund wird.
Klar: Das aktuelle Gameplay hat noch sichtbare Bugs und kleinere Fehler drin. Das Soundsystem ist mir da am stärksten aufgefallen. Bei einer Gittertür zickte der Schatten noch ein bisschen, und hier und da gibt es auch noch Ruckler. Gerade bei der Performance muss sich zeigen, ob die Entwickler die typischen Unreal-Engine-Probleme in den Griff bekommen. Aber das ist alles Zeug, das man im Endspurt noch fixen kann.
Quelle: THQ Nordic
Der Nebelturm wird im Gothic-Remake endlich mehr genutzt. Für den aktuellen Auftrag müssen wir aber zum Strand darunter.
Laut Aussage von THQ ist der Build, mit dem das Gameplay aufgenommen wurde, schon einige Wochen alt. Da dürfte sich also selbst jetzt schon wieder einiges getan haben. Ein Super-Duper-Quadruple-A-Spielerlebnis steht uns hier aber auch nicht bevor - das kann ich euch jetzt schon prophezeien. Das Gothic Remake (jetzt kaufen / 49,99 € ) wird ein rumpeliges Spielerlebnis. Aber das meine ich gar nicht so negativ, wie es im ersten Moment klingt.
Im Gegenteil: Genau das macht ja irgendwo auch den Charme aus. Kingdom Come: Deliverance ist in seiner Bedienung und seinen Systemen auch ziemlich rumpelig - und trotzdem funktioniert es hervorragend, wenn man einmal drin ist. Vom originalen Gothic will ich gar nicht erst anfangen.
Man merkt dem Gothic Remake einfach an, dass da kein mehrere hundert Leute starkes Team dransitzt. Alkimia ist eine eher kleine Butze - und das sieht man auch. Die Gesichtsanimationen sind zwar besser geworden, wirken aber immer noch etwas steif. Das Kampfsystem sieht ebenfalls deutlich besser aus als noch zur Gamescom letztes Jahr, aber ein wenig hakelig wird es wahrscheinlich trotzdem bleiben.
Gleichzeitig merkt man aber auch, dass sie mit viel Sorgfalt bei der Sache sind. Die Welt wirkt stimmig, die Tierwelt bringt Abwechslung rein, und auch Zauber sowie Effekte sehen echt schick aus. Und man verlangt hier ja auch keinen neuen Vollpreis-Standard von 70, 80 oder sogar 90 Euro. Auf dem PC liegt der Preis bei meiner Meinung nach noch moderaten 50 Euro, auf den Konsolen bei 60 Euro. Das ist schon okay.
Klar: Ich habe es auch weiterhin nicht selbst gespielt, und am Gameplay hängen aktuell noch meine letzten großen Zweifel. Ich hoffe aber, dass THQ uns bald eine Version zur Verfügung stellt, damit sich das noch ändert.
Trotzdem hatte ich beim Anschauen dieses ersten wirklich zusammenhängenden Gameplays - zumindest was Flair und Stimmung angeht - schon ziemlich starke Gothic-Vibes. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass sie genau das über das gesamte Spiel hinweg tragen können und es nicht an anderer Stelle auseinanderfällt. Transparenzhinweis: Dieser redaktionelle Beitrag entstand unabhängig.