Die Akte Jowood

Special Martin Deppe

Gothic 3 wissentlich trotz schwerer Bugs zu veröffentlichen, ist eine Frechheit. Richtig dreist wird es, unliebsame Berichterstattung durch Drohanrufe und Zensur verhindern zu wollen.

»Das ist scheisse«

Machen wir einen kleinen Zeitsprung. Gothic 3 erscheint am Freitag, dem 13. Oktober. Am Mittwoch darauf sind bereits über 150.000 Exemplare verkauft, und Jowoods Geschäftsführer jubelt im hauseigenen Newsletter: »Wir sind überwältigt von der großen Community, die sich in den ersten Tagen auf Gothic 3 stürzte und ich möchte mich persönlich bei all jenen bedanken, die sich nicht von Negativstimmen beeinflussen ließen und der Gothic-Serie die Treue hielten.«
Weitere fünf Tage später meldet sich so eine Negativstimme, nämlich die von Firmengründer und Entwickler Mike Hoge von Piranha Bytes, ebenfalls auf Worldofgothic.de. Er klingt ganz anders als sein eigener Publisher: »Dass G3 beim Release unfertig war, ist scheiße. Dass sich die Leute darüber aufregen, ist berechtigt. Uns war klar, dass G3 beim Release nicht bugfrei sein würde, aber der Umfang der Probleme, die wir noch in der Goldmaster-Version haben würden, wurde von uns unterschätzt.«

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