Ghost of Yōtei im Test: Atemberaubende Spielwelt, packender Schwertkampf - unser Action-Highlight 2025!
Test
Ghost of Yotei tritt in die gewaltigen Fußstapfen von Ghost of Tsushima und legt sich mit Assassin's Creed Shadows an. Wir verraten euch, wie das PS5-Highlight abschneidet.
Vor fünf Jahren eroberte ein Samurai namens Jin Sakai erst die Herzen von Playstation-Spielern im Flug und letztes Jahr dann die von PC-Spielern. Ghost of Tsushima war ein schickes Spiel, überzeugte mit tollem Gameplay und einer spannenden Story rund um die Mongoleninvasion in Japan. Mit dem ersten Teil hat die Fortsetzung Ghost of Yotei nicht mehr wirklich viel am Hut, schließlich sind seit den Vorkommnissen über 300 Jahre vergangen.
Wir müssen nicht ganz so lange warten, denn ab dem 2. Oktober geht es wieder ins Land der aufgehenden Sonne. Mit einer neuen Hauptfigur, frischen Gameplay-Elementen und einer interessanten Geschichte möchte Entwicklerstudio Sucker Punch an die Erfolge von Teil eins anknüpfen. Wir haben Ghost of Yotei nach über 50 Stunden abgeschlossen und müssen die Erlebnisse immer noch verarbeiten. Es war eine intensive Reise, die uns auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle mitgenommen hat. Am Ende bleibt in unserem Test viel Begeisterung zurück!
Rachefeldzug
Um alle auf eine ähnliche Ausgangsposition zu bringen, starten wir mit einer kurzen, spoilerfreien Story-Übersicht. Wir schlüpfen in Ghost of Yotei in die Haut von Atsu, einer jungen Dame, deren Schicksal wir in den nächsten Stunden begleiten dürfen. Die Geschichte von Jin Sakai ist dagegen eben seit über 300 Jahren zu Ende erzählt, was dafür sorgt, dass Kenntnisse über Tsushima nicht vorausgesetzt werden. Es schadet aber natürlich auch nicht, den Vorgänger gespielt zu haben.
In diesem Artikel
In einer ersten Sequenz erleben wir, wie eine kindliche Atsu mitansehen muss, wie ein gewisser Fürst Saito mit seinem Gefolge ihr Zuhause überfällt und kaltblütig ihre Familie tötet. Auch unsere Protagonistin selbst soll lebendig an einem Baum verbrannt werden, kann sich im letzten Moment aber befreien.
Allein und verängstigt flüchtet sie aus ihrer Heimat Ezo in den Süden des Landes. Im dort ausbrechenden Krieg kämpft sie und lernt das Töten, denn der Hass auf Saito und seine Gruppe, der sogenannten Yotei-Sechs, brennt weiter ihn ihr.
Nach sechszehn Jahren kehrt Atsu zurück nach Hause und schwört dem Fürst Rache. Was nun auf den ersten Blick nach einer typischen, langweiligen Rachestory klingt, ist viel mehr als das. Ghost of Yotei nimmt uns auf eine persönliche Reise durch Vergangenheit und Gegenwart mit und entwickelt zwischendurch immer wieder starke und gefühlvolle Momente.
Schon direkt nach wenigen Sekunden in der offenen Spielwelt kommt der erste Anflug von Gänsehaut, obwohl wir lediglich zum fantastischen japanischen Soundtrack mit einem Pferd einen Hang herunterreiten. Doch allein der Ersteindruck des Gebiets macht jede Menge Lust auf mehr.
Quelle: PC Games
Solche Ausblicke könnten wir stundenlang genießen. Ezo ist ein wunderschönes Fleckchen im Land der aufgehenden Sonne.
Auf Kopfgeldjagd
Dazu kommt außerdem ein extrem gut geschriebener Hauptcharakter. Obwohl Atsu nach außen unnahbar, abgeklärt und emotionslos wirkt, bemerken wir hin und wieder das innerliche Brodeln und manchmal auch Selbstzweifel.
Nach der Rückkehr in die alte Heimat wechseln wir auf Knopfdruck an bestimmten Stellen im ehemaligen Zuhause und an besonderen Stellen in der Spielwelt zwischen Gegenwart und Vergangenheit. In kurzen Sequenzen schwelgen wir in Atsus Erinnerungen an ihre Familie. Da wäre das Spielen der gitarrenähnlichen Shamisen mit der Mutter, das Schmieden mit dem Vater und die Neckereien mit Bruder Jubei.
Das hilft dabei, Wut und Trauer unserer Figur besser zu verstehen und sorgt für eine ordentliche Prise Emotion. Diese Ausflüge in die Vergangenheit gibt's immer wieder, sobald wir einen Abstecher in unsere heimischen Gefilde machen. Um unsere Nahkampfwaffen zu verbessern, leitet uns das Spiel auch regelmäßig dorthin zurück.
Quelle: PC Games
In kurzen Sequenzen erleben wir gemeinsam mit Atsu immer wieder Erinnerungen an Familie und Freunde.
Im Gegensatz zu Jin Sakai in Ghost of Tsushima ist Atsu keine Samurai, die nach einem bestimmten Kodex lebt und Regeln befolgen muss. Stattdessen arbeitet sie als knallharte Kopfgeldjägerin und streicht für das Erledigen von Aufträgen eine Bezahlung ein.
Wer also zwischen der Hauptstory ein wenig Moneten verdienen möchte, der macht sich auf die Jagd nach bösen Damen und Herren. Geldprobleme hatten wir im kompletten Durchlauf allerdings nie. Ganz im Gegenteil: Durch Plündern, Glücksspiel und eben jene Jobs erhalten wir genug Münzen, um unsere Aufrüstung permanent zu verbessern.
Ein großer Unterschied zu Jin ist außerdem Atsus Ruf in der Spielwelt. Der eilt ihr nämlich voraus. Der Held aus Tsushima musste sich erst nach und nach einen Namen machen, unsere neue Hauptfigur wird bereits zum Start des Abenteuers von vielen Feinden gefürchtet.
Unsere Gegner bezeichnen sie häufig als Onryo, also als rachsüchtigen Geist. Das können wir in Auseinandersetzungen gelegentlich zum Vorteil ausnutzen, denn unsere Widersacher suchen deswegen manchmal das Weite oder erstarren in Ehrfurcht. Auf Seite 2 geht's mit unserem Test weiter: Wir erzählen euch dann, warum uns das Gameplay so begeistert!
