PC-Gehäuse: Bauformate; Checkliste für den Kauf

Special Antonio Funes
PC-Gehäuse: Bauformate; Checkliste für den Kauf
Quelle: Abkoncore

In unserem Special nehmen wir uns das oft vernachlässigte Thema PC-Gehäuse vor. Wir schauen uns Themen wie Gehäuselüfter, Silent-PC und Aio-Wasserkühlungen an, um euch schließlich eine detaillierte Kaufberatung und Tipps rund um Gehäuse zu bieten. Zudem gibt es eine Marktübersicht mit 60 aktuellen Midi-Towern im ATX-Format für eure Gaminghardware.

Bauformate: Midi, Big, ATX und mehr

Gehäuse gibt es in unterschiedlichen Größen und Designs. Die klassische Bauweise ist ein Tower-Gehäuse: von der Seite her gesehen wirkt es tendenziell quadratisch, von vorne gesehen ist es deutlich höher als es breit ist.

In früheren Zeiten galten Big-Tower als die passende Heimat für Gaming-Hardware. Doch durch immer besser durchdachte Belüftungskonzepte und effizientere Kühllösungen für CPU und Grafikkarte spricht rein gar nichts dagegen, sich auch für einen ausgewachsenen Gaming-PC einen kompakten Midi-Tower anzuschaffen.

Ein Big-Tower beziehungsweise relativ großer Midi-Tower ist nur dann nötig, wenn ihr weit überdurchschnittlich viele Festplatten nutzen wollt oder beim Mainboard zu einem Servermodell greift - denn solche Mainboards haben oft XXL-Format und benötigen daher größere Gehäuse. Ein typischer Midi-Tower mit genügend Platz für moderne Gaminghardware ist etwa 40 bis 50 Zentimeter hoch und ähnlich tief sowie etwa 20 Zentimeter breit. Es gibt aber noch weitere Bauformate: Mini-Tower sind besonders klein, Desktop-Gehäuse legt man horizontal auf den Tisch, zudem gibt es auch so genannte Cube-Gehäuse, die an einen Würfel erinnern. Bei allen Gehäusearten gibt es auch Modelle, bei denen die Übergänge zwischen den Klassifizierungen fließend sind.

Sharkoon TG5 Quelle: Sharkoon Sharkoon TG5 Damit man als Käufer weiß, welche Gehäuse zum geplanten oder vorhandenen Mainboard passen, gibt es aber zum Glück auch Normformate. Die wichtigsten drei Formate, die man auch Formfaktor nennt, sind von Groß nach Klein: ATX, µATX (auch mATX oder Micro-ATX) und Mini-ITX. Entscheidend ist, dass das Format des Gehäuses nicht kleiner als das des Mainboards ist - umgekehrt hat man aber freie Wahl. Ein µATX-Mainboard passt also in ein ATX-Gehäuse, aber nicht in ein Mini-ITX-Gehäuse. Die weitaus meisten Midi-Tower bieten Platz für ATX-Mainboard und gelten somit ihrerseits als ATX-Gehäuse. Wer es ein wenig kleiner will, findet aber auch viele für Gaming geeignete µATX-Gehäuse, muss dann aber auch ein Mainboard wählen, das kleiner als ATX ist. Selbst wer beispielsweise fürs Wohnzimmer einen Mini-PC haben will, kann Gehäuse finden, die Mini-ITX-Mainboards und eine Gaming-Grafikkarte schlucken. Für besonders große Mainboards ist ein Gehäuse mit E-ATX oder XL-ATX nötig. Wir empfehlen allgemein, sofern ihr ein ATX- oder µATX-Mainboard verwendet, einen ATX-Midi-Tower, da hier die Auswahl und das Preis-Leistungs-Verhältnis am besten sind.

Checkliste: Das passende Gehäuse

Bevor wir mit unserer Marktübersicht starten, wollen wir unsere bisherigen Ausführungen, aber auch bislang noch nicht erwähnte Dinge in Form einer stichpunktartigen Einkaufs-Checkliste zusammenfassen.

  • Format: Achtet darauf, dass das Gehäuse nicht einen kleineren Standard (ATX, µATX, Mini-ITX und so weiter) als euer Mainboard hat. Auch falls ihr derzeit ein µATX-Mainboard habt, wäre es oft klüger, einen ATX-Tower zu wählen, falls ihr in der Zukunft vielleicht doch auch ein ATX-Mainboard kaufen wollt. Viele ATX-Tower sind kaum größer als für Gaminghardware geeignete µATX-Modelle.
  • Netzteil: Es gibt im Handel auch einige Gehäuse inklusive Netzteil. Wir empfehlen eher ein Gehäuse ohne Netzteil, da ihr dann beim Netzteilkauf freie Hand habt - mit Pech könnte das eingebaute Netzteil zudem ohnehin zu schwach für Gaminghardware oder auch einfach nur inakzeptabel ineffizient sein.
  • Platzangebot: Achtet darauf, dass das Gehäuse - unabhängig vom Formfaktor des Mainboards - genügend Platz für Grafikkarten und CPU-Kühler bietet. Moderne Gaming-Grafikkarten mit einer ordentlichen Kühlung sind meist länger als 24 Zentimeter, ein guter CPU-Kühler meist mindestens 14 Zentimeter hoch. Wir empfehlen Gehäuse, in die laut Hersteller Grafikkarten ab 30 Zentimeter Länge und Kühler ab 16 Zentimeter Höhe hineinpassen.
  • Lüfterplätze: Gehäuse haben so gut wie immer Platz für einen 120mm-Lüfter vorne und einen hinten. Es schadet aber nicht, wenn vorne zwei Lüfter Platz finden und auch oben an der Gehäusedecke zwei bis vier Lüfter montiert werden können. Auch Lüfterplätze auf dem Boden bieten manche Gehäuse. Optimal ist es, wenn bei Bedarf möglichst viele 140mm-Lüfter verwendet werden können. Manche Gehäuse bieten übrigens auch eine Lüftersteuerung, oft bereits voreingerichtet für die ab Werk eingebauten Lüfter.
  • Extras: USB-Ports an der Front, ein Staubfilter, eine Lüftersteuerung sowie Kabelmanagement ab Werk sind nützliche Extras. Wer seine Hardware auch nach außen präsentieren will oder es einfach nur schön findet, der wird sich ein Gehäuse mit Seitenfenster anschaffen. Beachtet dabei, dass es unterschiedliche große Fenster und auch verschiedene Materialien gibt. Einige Gehäuse bieten eigene LEDs oder LED-Lüfter, teilweise gibt es auch RGB-Steuerungen, die je nach Gehäuse auch zu anderen Systemen kompatibel sind.
  • Design: Last but not least kommen wir zum Aussehen. Denn selbst ein Testsieger ist dann ungeeignet, wenn ihr persönlich ihn hässlich findet und euch das Design nicht unwichtig ist. Auf dem Gehäusemarkt gibt es aber eine enorme Auswahl, wobei als Farbe Schwarz ganz klar die dominante Rolle spielt. Einen Überblick mit 60 aktuellen für Gaming-Hardware geeigneten Gehäusen bieten wir nun als Abschluss unseres Specials auf der nächsten Seite.
  1. Seite 1 PC-Gehäuse: Einleitung, Gehäuselüfter
  2. Seite 2 PC-Gehäuse: Silent-Gehäuse; Aio-Wasserkühlungen
  3. Seite 3 PC-Gehäuse: Bauformate; Checkliste für den Kauf
  4. Seite 4 PC-Gehäuse: Marktübersicht mit 60 Gehäusen
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