PC-Gehäuse: Silent-Gehäuse; Aio-Wasserkühlungen

Special Antonio Funes
PC-Gehäuse: Silent-Gehäuse; Aio-Wasserkühlungen
Quelle: Abkoncore

In unserem Special nehmen wir uns das oft vernachlässigte Thema PC-Gehäuse vor. Wir schauen uns Themen wie Gehäuselüfter, Silent-PC und Aio-Wasserkühlungen an, um euch schließlich eine detaillierte Kaufberatung und Tipps rund um Gehäuse zu bieten. Zudem gibt es eine Marktübersicht mit 60 aktuellen Midi-Towern im ATX-Format für eure Gaminghardware.

Silent auch mit Standardgehäuse

Bis vor wenigen Jahren kamen immer mehr Gehäuse auf den Markt, die als Silent-Gehäuse vermarktet wurden, also als besonders leise Gehäuse. Meistens wurde dies durch eine Dämmung gewährleistet. Inzwischen gibt es aber immer weniger von diesen gedämmten Gehäusen, und das aus gutem Grund.

Wie schon zuvor erwähnt, sind moderne Kühllösungen nämlich inzwischen bereits erstaunlich leise. Daher ist es auch mit einem ganz normalen, ungedämmten Gehäuse problemlos machbar, einen sehr leisen PC zusammenzustellen. Eine Dämmung hält zwar trotzdem etwas mehr Schall im Inneren des PCs, aber hier gibt es auch einen Haken: Meistens wird die Hardware in einem solchen Gehäuse wärmer, so dass die Lüftung intern mehr arbeitet.

Mit modernen Gehäusen ab 40 Euro - hier ein Antec P7 für 45 Euro inklusive einem Lüfter - ist auch ein leiser Betrieb moeglich Quelle: Antec Mit modernen Gehäusen ab 40 Euro - hier ein Antec P7 für 45 Euro inklusive einem Lüfter - ist auch ein leiser Betrieb moeglich Im Endeffekt ist die resultierende Lautstärke also doch nicht leiser als mit einem Standardgehäuse. Natürlich gibt es auch Gehäuse, meist unterhalb von 50 Euro, die selbst dann, wenn man nachträglich Silent-Lüfter einbaut, deutlich lauter als andere Gehäuse oder gedämmte Gehäuse sind. Aber schon ab 40 Euro gibt es etliche Gehäuse, die im Betrieb nur ein leises Rauschen nach außen dringen lassen, wenn die Grafikkarte und der CPU-Kühler ihrerseits nicht ungewöhnlich laut sind. Für den Grafikkartenkauf solltet ihr bei diesem Thema also im Vorfeld Tests und Käufermeinungen lesen - in aller Regel sind moderne Grafikkarten nur bei Last hörbar, und wenn die Grafikkarte zwei oder drei Lüfter hat und zudem nicht als besonderes kurzes Modell konzipiert ist, ist auch bei Last die Lautstärke der Lüftung viel leiser als man es noch von Grafikkarten gewohnt ist, die vor fünf bis sechs Jahren Standard waren. Bei CPU-Kühlern empfehlen wir einen Kühler ab 20 bis 25 Euro, für Übertakter eher ab 35 Euro - in beiden Fällen wird die Lüftung auch bei Last sehr leise arbeiten. Mehr als 50 Euro müssen aber nur Fans von starker CPU-Übertaktung ausgeben. Die bei Gehäusen mitgelieferten Gehäuselüfter sind übrigens selbst bei Modellen für nur 40 Euro in vielen Fällen schon recht leise - wer es noch leiser will, kauft sich ein oder zwei neue Lüfter mit einer nicht allzu hohen Drehzahl ab etwa 7 bis 20 Euro.

Wie schon oben erwähnt, sollten es 140mm-Lüfter sein, falls das Gehäuse den Platz dafür bietet. Bei einem Gehäuseneukauf solltet ihr am besten schon vorher auf die vorhanden Lüfterplätze achten. Vor allem falls ihr ein AiO-Wasserkühlung kaufen wollt - zu diesem Thema kommen wir als nächstes.

AiO-Wasserkühlungen für CPUs

Immer beliebter werden die so genannten Aio-Wasserkühlungen für CPUs. Strenggenommen ist eine Wasserkühlung auch eine Luftkühlung. Der Unterschied: Bei einer reinen Luftkühlung sitzt ein großer Kühlkörper mit zahlreichen Kühlrippen direkt auf der CPU, nimmt die Wärme der CPU auf und gibt sie über die Kühlrippen an die umgebende Luft ab. Damit sich die Luft dort nicht staut, bläst ein am Kühlkörper sitzender Lüfter die Luft weg und schafft gleichzeitig frische Luft heran. Bei einer Wasserkühlung sitzt ein im Vergleich zu einer Luftkühlung deutlich kleinerer Kühlkörper auf der CPU und gibt die Wärme zunächst an Wasser ab, das den Kühlkörper durchfließt.

Eine Aio-Wassserkühlung von Enermax in einem Gehaeuse - links im Bild an der Gehäuserükseite ist der Radiator zu sehen. Quelle: Enermax Eine Aio-Wassserkühlung von Enermax in einem Gehaeuse - links im Bild an der Gehäuserükseite ist der Radiator zu sehen. Das Wasser fließt durch Schläuche zu einem Radiator - dieser ähnelt vom Prinzip her dem Kühlkörper einer Luftkühlung, denn auch er hat viele Kühlrippen, die die vom Wasser übertragene Wärme an die Umgebungsluft abgeben. Auch hier sorgt ein Lüfter dafür, dass diese warme Luft laufend durch frische Luft ersetzt wird. Allerdings sitzt der Radiator direkt an einer Innenwand des PC-Gehäuses und somit ein gutes Stück weg von der CPU. Leiser als eine gute Luftkühlung ist das Ganze nicht, außer ihr wählt eine Aio-Wasserkühlung, die größere Radiatoren mit zwei oder drei langsam drehenden Lüftern nutzt - was freilich umso teurer wird. Und selbst dann gilt: eine gute Luftkühlung ist auch bei Last fast lautlos, so dass es ohnehin kaum noch leiser geht - bei manchen Aio-Wasserkühlungen sind zudem die Lüfter zwar nicht zu hören, dafür aber die Wasserpumpe. Weitere Nachteile: Das PC-Gehäuse muss einen passenden Montageplatz haben, und man muss beim Platzbedarf auch beachten, dass der Radiator mit seinen Lüftern ins Gehäuseinnere hineinragt. Wenn aber im vorhandenen oder Wunsch-Gehäuse genügend Platz vorhanden ist und es euch den Aufpreis wert ist, könnt ihr eine solche Kühlung verwenden, was manch ein Nutzer auch aus optischen Gründen macht. Denn das Innere des PCs wirkt aufgeräumter als mit einer massiven Luftkühlung. Wer gar eine erweiterbare ausgewachsene Wasserkühlung in seinen PC einbauen will, muss freilich noch genauer auf das Platzangebot beachten.

  1. Seite 1 PC-Gehäuse: Einleitung, Gehäuselüfter
  2. Seite 2 PC-Gehäuse: Silent-Gehäuse; Aio-Wasserkühlungen
  3. Seite 3 PC-Gehäuse: Bauformate; Checkliste für den Kauf
  4. Seite 4 PC-Gehäuse: Marktübersicht mit 60 Gehäusen
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