Gaming-Gehäuse: Platz für Radiatoren; Gehäuse-Designs

Special Antonio Funes
Gaming-Gehäuse: Platz für Radiatoren; Gehäuse-Designs
Quelle: MSI (Montage: PCGH)

Gute Gaming-Hardware benötigt genügend Raum in einem Gehäuse. Auch für sehr starke Hardware benötigt man aber schon längst keine riesigen Tower mehr, da moderne Gehäuse immer besser durchdacht sind. Wir geben euch Tipps zu den Kriterien, anhand derer ihr ein Gehäuse aussuchen solltet, und bieten eine Marktübersicht mit 60 PC-Gehäusen für Gaming-Hardware.

Aufpassen mit Radiatoren

AiO-Wasserkühlungen werden immer beliebter, obwohl sie kaum leiser als eine gute Luftkühlung, dabei aber meist deutlich teurer sind. Manch einer mag aber auch einfach die Optik einer solchen Kühlung, bei der ein eher kleiner CPU-Kühlkörper die Wärme der CPU aufnimmt und an Wasser abgibt, das den Kühler durchfließt und über Schläuche dann zum sogenannten Radiator gelangt. Der Radiator ähnelt wiederum seinerseits einem Kühler - er ist in der Regel rechteckig und besteht aus zahlreichen Rippen und Lamellen. Das warme, von der CPU gewissermaßen abgeholte Wasser durchfließt auch den Radiator, wodurch sich die Rippen und Lamellen erwärmen und die Wärme an die umgebende Luft abgeben.

Dies alles gilt freilich ebenso für die Radiatoren bei einer aus einzelnen Komponenten selbst zusammengestellten Wasserkühlung, bei der man bei Bedarf auch noch beispielsweise die Grafikkarte mit in den Kreislauf einbinden kann. Der Radiator entzieht dem Wasser also die Wärme, damit es stets kühl genug bleibt, um wiederum dem CPU-Kühler seine Wärme zu entziehen. Bei den Radiatoren der AiO-Wasserkühlungen gibt es fünf typische Größen, die davon abhängen, wie viele Lüfter dem Radiator beim Abführen der warmen Luft helfen und wie groß deren Rahmenbreite ist. Für 120mm-Lüfter gibt es die Radiator-Größen 120, 240 und 360. Für 140mm-Lüfter die Größen 140 und 280.

Die Zahlen repräsentieren die Gesamtlänge der Lüfterrahmen in Millimetern, wobei der Radiator selbst meist ein wenig länger ist. Die Gehäusehersteller geben euch an, welche Radiatorgrößen ins Gehäuse passen und an welche Stellen. Hier ist es aber wichtig zu wissen, dass es je nachdem, wie dick der Radiator inklusive Lüfter ist, Probleme geben kann. Der Radiator passt bei manchen Gehäusen zwar, aber inklusive Lüftern verdeckt er vielleicht wichtige Mainboardteile, oder der Einbau wird deutlich schwerer oder wegen eines im Weg stehenden Gehäusebauteiles gar unmöglich. Es kann dabei auch passieren, dass der Radiator eigentlich passen würde, man ihn aber zum Einbau kippen muss und er dann irgendwo gegen stößt und nicht in seine Soll-Position befördern kann. Auch die Frage, wo beim Radiator die Schlauchanschlüsse sitzen, kann bei manchen Gehäusen zum Fallstrick werden und dafür sorgen, dass er nicht passt oder der Einbau scheitert.

Viele Gehäuse wie das Thermaltake View 71 haben Platz auch für eine aufwändige Wasserkühlung. Quelle: Thermaltake Viele Gehäuse wie das Thermaltake View 71 haben Platz auch für eine aufwändige Wasserkühlung. Daher sollte man sich trotz der vorhandenen Herstellerangaben, was Radiator-Einbauplätze angeht, lieber vorher nochmal darüber informieren, ob es nicht zu eng zugehen wird. In aller Regel sollte aber eine 240er-AiO-Wasserkühlung problemlos in einem Gehäuse Platz finden, bei dem der Hersteller einen Einbauplatz oben für mindestens 280er- oder 320er-Radiatoren angibt. Aber selbst dann gilt: Augen auf! Denn manch ein Gehäuse hat nur vorne die möglichen Montageplätze, und wenn man dort einen Radiator platziert, kann es passieren, dass wiederum die maximal mögliche Grafikkartenlänge schrumpft.

Design: Protz oder Klotz?

Beim Gehäuse-Aussehen scheiden sich die Geister. Die einen mögen eine futuristische, aggressive Optik, die anderen möchten am liebten einen unscheinbaren Monolith. Wieder anderen ist es ziemlich egal, wie das Gehäuse aussieht. Fakt ist, dass typische Klischee- "Gaming-Gehäuse", bei dem man sich nicht wundern würde, wenn es sich plötzlich zu einem Transformer entfaltet, inzwischen selten geworden sind. Die meisten Gehäuse bieten einfach nur das klassische, blockartige Design ohne Schnörkel. Viele andere haben zwar Details, die klar aus der Masse hervorstechen, aber ohne dabei zu billig oder verspielt zu wirken.

MSI Gungnir 110M Quelle: MSI MSI Gungnir 110M Es sind eher moderne, edle Applikation, Meshgitter, besonders geformte Kanten und ähnliche Dinge, die aber nicht so platt aufgesetzt wirken wie bei vielen Gehäusen vor 10 bis 15 Jahren. Was aber in jedem Fall beim Angebot an Gehäusen klar zu sehen ist: Seitenteile aus Glas sowie bei vielen Modellen auch mitgelieferte Lüfter mit LED- oder RGB-Beleuchtung sind sehr häufig. In jedem Falle können sich Gamer mit etlichen Gehäusen von der Masse der dunklen, für viele auch zu langweiligen, fensterlosen Klötze abheben, gleichzeitig aber in einem eher modernen und edlen Ambiente ihre Hardware präsentieren und den PC sogar zu einer Art Stimmungs-Lichtquelle im Raum umgestalten, ohne dass es wirkt, als habe ein Spiele liebender Raver aus den 90er Jahren im Ecstasy-Rausch sein Wunschgehäuse designt.

  1. Seite 1 Gaming-Gehäuse: Formfaktoren und Auswahl der Größe
  2. Seite 2 Gaming-Gehäuse: Features und Platz für Grafikkarten und Kühler
  3. Seite 3 Gaming-Gehäuse: Platz für Radiatoren; Gehäuse-Designs
  4. Seite 4 Gaming-Gehäuse: Budgetempfehlung und Marktübersicht mit 60 Gehäusen
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