Gaming-Gehäuse: Bauarten und Seitenfenster; Belüftung

Special Antonio Funes
Gaming-Gehäuse: Bauarten und Seitenfenster; Belüftung
Quelle: NZXT

Wir geben Tipps zu wichtigen Dingen rund um die Auswahl eines Gehäuses für einen Gaming-PC und bieten eine Marktübersicht mit 60 ATX- und 20 Mini-Gehäusen.

Bauarten und Seitenfenster

Die klassische Bauart bei PC-Gehäusen ist eine blockartige Form, bei der die Front schmal, aber hoch ist und das Tiefenmaß relativ hoch ist, da die Hardware quasi ihren Raum von vorne nach hinten einnimmt. Man spricht dabei auch vom Towerformat. Besonders große Modelle bekommen gerne das Label Big-Tower. Für Gaming sind aber keine riesigen Tower nötig - wir empfehlen den Bereich der Midi-Tower. Es gibt aber auch andere Bauformen, vor allem bei sehr kleinen Gehäusen. Zum einen gibt es kubisch wirkende Gehäuse, also mit einer Form, die ein wenig einem Würfel ähnelt. Es gibt aber auch Gehäuse, die von vorne gesehen sehr breit, aber extrem niedrig sind und an ein HiFi-Gerät erinnern.

Manche sehr schmale Gehäuse lassen sich wahlweise vertikal oder horizontal aufstellen. Neben all diesen Bauformen gibt es auch noch experimentelle oder extravagante Exemplare, von denen wir eines von Antec weiter unten platziert haben. Ein ungewöhnliches Modell von InWin hatten wir schon auf der ersten Seite eingebettet. Selbstverständlich gibt es beim Aussehen eher schlichte, aber auch sehr poppige oder verspielte bis hin zu aggressiv-futuristischen Designs.

Unter den Massen an mehr oder weniger auffälligen Gehäusen habt ihr freilich weiterhin auch noch eine große Auswahl an sehr schlichten, monolithartigen Gehäusen. Umstritten ist die Frage, ob ein Gehäuse ein Seitenfenster braucht oder nicht. Dies liegt selbstverständlich im Auge des Betrachters - wer gerne ab und an auf seine Hardware blicken will oder gar eine farbige Beleuchtung in den PC einbauen will, setzt natürlich auf ein Seitenfenster.

Inzwischen gibt es auch viele Modelle mit Fenstern aus einem stabilen Glas, die kaum teurer als baugleiche Gehäuse mit Acrylglas-Fenster sind. Insofern raten wir zu den oft mit dem Kürzel TG versehenen Gehäusen, wobei das TG für "Tempered Glas" steht, einer Produktionsart für wärmebehandeltes Sicherheitsglas.

Das Antec Torque ist ein halb offenes Gehäuse fuer gut 400 Euro . das Bild zeigt die Ansicht hinten rechts inklusive eingebauter Hardware. Quelle: Antec Das Antec Torque ist ein halb offenes Gehäuse fuer gut 400 Euro . das Bild zeigt die Ansicht hinten rechts inklusive eingebauter Hardware. Dank der modernen Verfahren kann auch das gesamte Seitenteil aus Glas bestehen - früher gab es noch viele Gehäuse, bei denen im Seitenteil lediglich eine Art Guckloch war. Was die Gehäuse mit Seitenfenster angeht, so müssen diese nicht zwingend eine "Gaming"-Optik haben. Es gibt genügend Gehäuse mit einem zurückhaltenden Standard-Tower-Design, die aber eben im oder als Seitenteil ein Fenster haben.

Belüftung

Standardgehäuse haben zumindest Platz für je einen Lüfter vorne sowie einen im hinteren Bereich, meist eher auf mindestens halber Gehäusehöhe oder höher. Für einen Spiele-PC solltet ihr am besten dafür sorgen, dass zwei Lüfter montiert werden können: Einer kommt hinten ins Gehäuse und bläst Luft heraus, der andere saugt vorne Luft ein - am besten wird letzterer eher unten platziert.

Wer keine besonders heiß werdenden Bauteile hat, kann sogar mit nur einem einzigen, hinten platzierten Lüfter auskommen, der die Luft herausbläst. Durch den Druckunterschied wird kühle Luft automatisch vorne angesaugt, so dass ein Luftzug von vorne nach hinten entsteht, der den Bereich um die CPU herum sowie die Grafikkarte kühlt.

Der Lüfter eines normalen CPU-Kühlers unterstützt dies natürlich zusätzlich. Mit zwei Lüftern vorne im Gehäuse wird der Luftzug besonders effektiv - hier reichen sehr langsam drehende Lüfter aus, selbst wenn ihr nur einen einzigen verwendet. Lüfter mit 140mm Rahmenbreite arbeiten bei gleicher Luftfördermenge übrigens in der Regel leiser als 120mm-Lüfter.

Mehr Lüfter als zwei bis drei sind nur selten sinnvoll - wer eine AiO-Wasserkühlung mit einem Radiator größer als 120mm hat, kann den Radiator am besten oben in der Gehäusedecke montieren, und zwar so, dass die warme Luft aus dem Gehäuse geblasen wird. Einen 120er-Radiator kann man auch hinten im Gehäuse platzieren und damit den hinteren Lüfter quasi ersetzen.

  1. Seite 1 Gaming-Gehäuse: Formate und Platz für Grafikkarten
  2. Seite 2 Gaming-Gehäuse: Platz für Radiatoren und die Fallstricke
  3. Seite 3 Gaming-Gehäuse: Bauarten und Seitenfenster; Belüftung
  4. Seite 4 Gaming-Gehäuse: Teuer oder billig? Und: Große Marktübersicht
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