Gaming-Gehäuse: Platz für Radiatoren und die Fallstricke
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Wir geben Tipps zu wichtigen Dingen rund um die Auswahl eines Gehäuses für einen Gaming-PC und bieten eine Marktübersicht mit 60 ATX- und 20 Mini-Gehäusen.
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Aufgepasst bei Wasserkühlungen und Radiatoren
Früher war das Thema Wasserkühlung nur für Hardware-Hasen interessant, die sich ohnehin intensiv mit der Materie beschäftigen. Ein Grund dafür war, dass man eine solche Wasserkühlung aus vielen teuren Einzelteilen zusammenstellen und zusammenbauen musste. Zum einen läppern sich die Kosten für die einzelnen Einzelteile, zum anderen sind bestimmte dieser Teile ohnehin sehr teuer - allein eine brauchbare Pumpe und ein Behälter für das Wasser kosten schnell mehr als ein High-End-CPU-Luftkühler.
Doch mittlerweile gibt es bereits ab 45 Euro All-in-One-Wasserkühlungen (abgekürzt: AiO-WaKü), bei denen ein Hersteller ein Gesamtpaket aus kleinem Kühler, Radiator, eingebauter Pumpe und Schläuchen als geschlossenes System anbietet und dabei eine starke und leise Kühlung verspricht. Das Prinzip von Wasserkühlungen: Ein kleiner Kühlkörper auf der CPU (oder bei Grafikkarten auf der GPU) wird von Wasser durchflossen, das die Wärme aufnimmt und durch Schläuche in Richtung einer Gehäusewand weiterfließt. Dort sitzt dann ein so genannter Radiator, den das Wasser ebenfalls durchfließt.
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Der Radiator funktioniert im Grunde genommen wie der Kühlkörper eines gängigen CPU-Luftkühlers: Er erwärmt sich (im Falle des Radiators entzieht er dem Wasser Wärme) und hat viele kleine Lamellen, die diese Wärme gut an die Umgebungsluft abgeben können. Je nach Größe des Radiators sind ein oder mehrere Lüfter vorhanden, die diese Luft dann wegbewegen und frische Luft ansaugen.
Die Vorteile eines Radiators beziehungsweise einer Wasserkühlung: Zum einen gibt es im Inneren des Gehäuses mehr Platz, da keine riesigen Kühler mehr direkt auf der GPU oder GPU sitzen müssen. Zum anderen kann ein Radiator deutlich größer als ein normaler CPU-Kühler sein, eben weil er ja an der Innenseite einer Gehäusewand sitzt, wo in der Regel nichts anderes Platz benötigt.
Zudem zerrt kein hohes Gewicht am CPU-Sockel. Man installiert den Radiator an einer Stelle, an der vom Gehäusehersteller eine Montageoption von Zusatzlüftern vorgesehen ist - in der Regel geben Hersteller solche Orte auch explizit als Radiator-Montageplatz an.
Quelle: Arctic
Ein CPU-AiO-Wasserkühler von Arctic Cooling mit einem 240mm-Radiator, bei dem zwei RGB-Lüfter installiert sind.
Doch hier kann es Fallstricke geben. Ein Beispiel: Eine AiO-WaKü mit der Ziffer 280 im Namen hat einen 280mm-Radiator - das heißt, dass er eine Länge und Breite hat, die zwei nebeneinander platzierten 140mm-Lüftern entspricht (2x 140mm = 280mm), und zwei solche Lüfter werden am Ende auch in der Tat auf dem Radiator montiert - man könnte also denken: Wenn Platz für zwei 140mm-Lüfter vorhanden, dann auch für einen 280er-Radiator.
Das kann aber ein Trugschluss sein. Denn ein Radiator hat ja Anschlüsse für Schläuche - diese können je nachdem, wo sie liegen, den Radiator ein wenig länger als 280mm machen oder beim Einbau stören oder sogar unweigerlich mit irgendeiner Strebe oder einem anderen Teil des Gehäuses in Konflikt geraten, so dass man den Radiator nicht montieren kann.
Doch selbst wenn genug Platz da ist, kann es je nach Gehäuse Probleme dabei geben, die Schläuche knickfrei zu verlegen. Ebenso kann es passieren, dass zwar alles prinzipiell passt, aber sich der Radiator inklusive Lüftern mit dem Mainboard überlappt, was für Konflikte mit Mainboard-Anschlüssen oder dem RAM sorgt.
Auch die Dicke des Radiators kann eine Rolle spielen: dickere Radiatoren bieten bei gleicher Länge mehr Fläche, um die Wärme nach außen abzugeben, als schmale Radiatoren. Sie kühlen also effektiver, so dass die Lüfter noch weniger als bei schmalen Radiatoren zu tun haben. Allerdings steigt die Gefahr bei dickeren Radiatoren, dass der vorgesehene Einbauplatz doch nicht geeignet ist. Informiert euch daher stets nicht nur darüber, welche Radiatorgrößen bei eurem Wunschgehäuse theoretisch passen, sondern ob dies auch in der Praxis zumindest in der Regel gut funktioniert.
