Forspoken: Auch nach der dritten Preview bleiben Fragen offen

Special Stefan Wilhelm
Forspoken: Auch nach der dritten Preview bleiben Fragen offen
Quelle: Square Enix

Zum dritten und letzten Mal vor dem Release präsentierte uns Square Enix sein Open-World-Rollenspiel Forspoken. Wir konnten drei Stunden lang die ersten Kapitel spielen, Kampfsystem und Parkour ausprobieren und einige Bosskämpfe bestreiten. In der Preview klären wir, ob endlich Vorfreude angesagt ist!

Nun wollen wir dazu erwähnen, dass wir in der Anspielsession von Square Enix angehalten waren, uns nur auf die Hauptquest zu konzentrieren, um möglichst viel von den drei Kapiteln sehen zu können. Entsprechend schnell sind wir durch die Open-World-Passagen geflitzt. Wir haben dennoch den Eindruck, dass die Spielwelt von Forspoken mehr mit dem New York aus Marvel's Spider-Man als etwa Himmelsrand gemein hat. Soll heißen: Der Fokus des Gameplays liegt auf Movement und Kampf, die Spielwelt ist eine Kulisse voller schnell erledigter Nebenbeschäftigungen, keine lebendige, interaktive Sandbox der unbegrenzten Möglichkeiten. Weil das Movement dieses Design unterstützt und die Kämpfe Laune machen, ist das nicht per se schlecht, eure Erwartungen an das Spiel sollten aber entsprechend angepasst sein.

Die Technik: Hübsch, aber im Detail unsauber

Forspoken kann sich optisch wirklich sehen lassen, ganz so opulent wie in den frühen Project-Athia-Trailern war die Welt in den von uns gespielten Szenen aber nicht. Die Optik profitiert massiv von einem HDR-fähigen Bildschirm - wer nur in SDR spielen kann, wird feststellen, dass Forspoken teils auch recht verwaschen und trist präsentiert ist.

Dazu gesellen sich kleine technische Defizite: Je nach gewähltem Grafikmodus regelt die PS5, auf der wir probegespielt haben, in bestimmten Szenen sichtbar die Auflösung herunter, um auf eine stabile Bildrate zu kommen. Vor allem die feinen Strähnen in den Frisuren der Charaktere sowie die aufwändigen Zaubereffekte werden dann gerne mal grieselig, um die Figuren herum sind außerdem Upscaling-Artefakte zu sehen. Im Performance-Modus erreicht das Spiel dabei immerhin relativ konstante 60 Fps, was auch der schwammigen Kamerasteuerung spürbar zugutekommt.

Forspoken Quelle: PC Games Forspoken

Ansonsten ist dem Spiel die Final-Fantasy-15-Erfahrung seiner Schöpfer deutlich anzusehen: Wie das umstrittene JRPG setzt auch Forspoken auf einen fotorealistischen Grafikstil, der mit tollen Charaktermodellen, detailreichen Monstern und wunderschönen, plastischen Effekten überzeugt. Wenn wir dem Feueratem eines gigantischen Drachen ausweichen, dabei leuchtende Partikel unsere Beine umhüllen und wir dann einen filigran zerbröckelnden Felsen in seine Richtung schleudern, sieht Forspoken echt schick aus.

Dazu gesellen sich Freys großartige Animationen, wenn sie etwa ihren Parkour-Sprint mit einem Rad oder Salto beendet, um zum Angriff überzugehen. Manchmal geht im verschwenderischen Effektgewitter auch mal die Übersicht flöten, vor allem, wenn der Feind riesig ist, dank des großzügigen Ausweichsystems halten sich Frustmomente aber in Grenzen. Optisch hat Forspoken also durchaus was auf dem Kasten, Entwickler Luminous Productions sollte aber noch an seiner Upscaling-Technologie feilen, um das Bild vor allem im Performancemodus etwas ruhiger zu gestalten.

Forspoken Quelle: PC Games Forspoken

Das vorläufige Fazit

Wir machen's kurz und schmerzlos: Einen absoluten Open-World- oder RPG-Meilenstein erwarten wir bei Forspoken nicht. Das Spiel wirkt aber wie ein kurzweiliges, teilweise sehr hübsches und charmantes Abenteuer, das mit einer unverbrauchten Prämisse, unterhaltsamen Charakteren und einem spaßigen Gameplay-Loop punkten kann. Wie lange dieser Loop unterhält, ob aus dem Setting auch eine fesselnde Geschichte mit Tiefgang entspringt und ob die Spielwelt bei näherer Betrachtung doch noch mehr ist als eine bloße Kulisse, wird sich noch zeigen müssen. Außerdem könnten Steuerung und Technik noch einen Ticken sauberer sein.

Zumindest dauert's nicht mehr lange: Forspoken erscheint am 24. Januar 2023 für PC sowie konsolenexklusiv für die PS5. Wegen eines Deals mit Sony wird es mindestens zwei Jahre dauern, bis Fassungen für Xbox Series und eventuelle neue Nintendo-Hardware folgen können. Wenn ihr nach dem Lesen unseres Artikels noch einen zweiten Eindruck zu Forspoken möchtet, dann schaut doch gerne mal bei unserer lieben Kollegin Susanne von Buffed.de vorbei, die das Vorschau-Event ebenfalls besucht hat!

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