Ein Battle-Royale auf der Überholspur - F-Zero 99 im Test
Test
Im Test von F-Zero 99 für die Nintendo Switch erklären wir das Spielprinzip, die Neuerungen und beantworten die Frage, ob ein Rennspiel wie F-Zero nach Battle-Royale-Retros wie Tetris 99 mithalten und überhaupt in diesem Format funktionieren kann.
Zum Personalisieren unseres Profils schalten wir mithilfe von Level-ups alternative Player-Cards, Abzeichen und andere Lackierungen für unsere Fahrzeuge frei. Es gibt zwar keine alternativen Musikstücke für die Strecken, doch durch den abwechslungsreichen Soundtrack, den F-Zero schon mit sich bringt, sind die auch gar nicht unbedingt nötig. Bei Tetris 99 war das dennoch ein Feature, das die Langzeitspielerfahrung verbessert hat. Ob das bei F-Zero 99 auch der Fall sein könnte, wird sich noch zeigen müssen.
Die Kurve nicht bekommen
Nach all der Lobrede haben wir allerdings auch ein paar Kritikpunkte. Neben dem teilweise chaotischen Gameplay suchen wir nach dem Ende eines Rennens vergeblich einen Button, um direkt eine neue Runde zu starten. Dass ein so elementares Feature fehlt, überraschte uns beim Test doch sehr. So muss nach jedem Match wieder das Hauptmenü aufgerufen und der 99-Modus erneut betreten werden. Eventuell wird diese Option noch per Patch nachgereicht, doch bisher ist das wohl der zweitgrößte Kritikpunkt.
Quelle: PC Games
Die größte Schwachstelle von F-Zero 99 liegt nämlich im Kern des Spiels. Bei einem Racing-Spiel wie diesem ist eine Runde nämlich schneller vorbei als bei den Geschwistern Tetris 99, Pac-Man 99 und Mario 35. Das liegt daran, dass jedes Rennen aus lediglich vier Runden besteht. Es steht hier immer noch mehr der Racing-Aspekt als das Battle-Royale im Vordergrund. Es gewinnt also nicht nur der Spieler, der alle gegnerischen Schiffe erledigt hat, sondern nach wie vor ist das Überqueren der Ziellinie vor den anderen Überlebenden die Siegesvoraussetzung. So kann ein Rennen enden, obwohl noch nicht alle Spieler ausgeschieden sind.
Grand Prixs oder Mini Prixs gefallen mit einem etwas stärkeren Battle-Royale-Gefühl, da hier mehr Rennen gefahren werden. Auch hier wäre aber vielleicht ein Tempoanstieg nach jedem Rennen wie auch bei Tetris 99 hilfreich, um letzten Endes doch dafür zu sorgen, dass sogar ein erfahrener Rennfahrer ein paar verheerende Fehler macht. Insgesamt stellt sich die Frage, ob ein Racer als Battle-Royale überhaupt so gut funktioniert wie eine klassische High-Score-Jagd. F-Zero 99 ist also kein Fortnite im Rennauto, sondern mehr ein riesiges Racing-Erlebnis. Dabei macht es auch Einiges richtig, doch wer hier auf die klassische Battle-Royale-Erfahrung hofft, könnte enttäuscht werden.
(K)eine Nullnummer?
Letztlich macht F-Zero 99 aber trotzdem gewaltig Spaß. Die aufgehübschte Pixeloptik, die nostalgischen Tracks und die herausfordernden Strecken sorgen für ein rundes F-Zero-Erlebnis, das es seit Jahrzehnten nicht gab. Das flüssige Gameplay kann zwar hin und wieder chaotisch werden, bleibt dabei aber trotzdem übersichtlich.
Auch das Rangsystem spornt immer weiter an, sich zu verbessern. Das geschieht, weil auch nach einem schwachen Rennen durch das Besiegen eines Rivalen ein kleiner Schritt in Richtung des nächsten Ranges erfolgt. Die kleinen Schwächen lassen sich sicherlich mit Patches beheben. Wer bei F-Zero 99 allerdings auf ein klassisches Battle-Royale hofft, wird eventuell enttäuscht. Es ist ganz klar die Faszination eines Riesen-Racers mit fast 100 Fahrzeugen auf einer Strecke, die das Spiel ausmacht.
