Was ist Everywhere? Studiobesuch beim Projekt des GTA-Machers

Special Antonia Dreßler
Was ist Everywhere? Studiobesuch beim Projekt des GTA-Machers
Quelle: Build A Rocket Boy

Als das mysteriöse Projekt Everywhere im August 2022 auf der Gamescom enthüllt wurde, war die Verwirrung groß. Ist das ein Spiel? Kurz darauf war der Spott groß, als vermeintlich herauskam, es würde sich um ein Blockchain-NFT-Konstrukt handeln. Was wirklich hinter Everywhere steckt - und was GTA 5 damit zu tun hat - haben wir beim Studiobesuch herausgefunden.

Das Geld kommt von verschiedenen Investmentfirmen und dem chinesischen Riesen-Publisher Netease, der zuletzt das französische Entwicklerstudio Quantic Dream erwarb. Rund 36 Millionen Euro konnte Leslie Benzies über Investoren mit einer Finanzierungsrunde 2020 einholen. Aus der Entwickler-Branche selbst schenkt man Leslie ebenfalls Vertrauen: Größere Namen wie Mick Hocking, ehemals Vice President bei Codemasters und Sony, oder Murray Pannel, ehemals 2K, Playstation und Ubisoft, haben sich Leslie angeschlossen und wollen seine Vision verwirklichen.

Schon wieder ein Metaverse

Diese Vision ist im Kern ein Metaverse ohne dezentralisierte Elemente, das Menschen zusammenbringt und wo sich Spieler nach Lust und Laune austoben können. Alle Assets, die den Entwicklern zur Verfügung stehen, bekommen auch die Gamer an die Hand und können komplette Welten erschaffen, ihre Traumhäuser bauen, Spiele im Spiel entwickeln, teilen, eintauchen und erleben. Eine Utopie, die ihren Vorbildern wie Ready Player One in nur wenig nachsteht und dessen Gelingen sich sicherlich jeder zukunftsweisende Producer auf die Fahne schreiben will.

Das Spiel - oder die Plattform - mit Namen Everywhere wird vorerst nur für PC erscheinen und Free2Play sein. Wie sich das Projekt genau finanziert und für genauere Details bezüglich einer Ingame-Währung und bezahlbaren Assets ist es aber noch zu früh - Pay2Win wird es laut Entwickler nicht geben. Gameplay konnten wir trotz des frühen Stadiums schon sehen und einen internen Pre-Alpha-Build in dem man uns zeigte, was die Zukunft des Gamings für uns bereithält.

Eine utopische Stadt aus der Ferne im Sonnenuntergang Quelle: Build A Rocket Boy

Eine Stadt, viele Welten

Alles dreht es sich um eine zentrale Stadt mit dem bezeichnenden Namen "Utropia". Die ist von mehreren Biomen umgeben, die als Grundlage und Ausgangspunkt für eigene Level-Aufbauten dienen, die wir aber auch ohne Auftrag und Ziel erkunden können. Die Stadt selbst teilt sich in Distrikte mit unterschiedlichen Funktionen auf, die sich zum aktuellen Stand auf Shopping, Unterhaltung, Kampf und Rennen begrenzen. Mit der Zeit will das Entwicklerteam Umfang und Größe erweitern, wie auch die Welt mit ihren Biomen im Gesamten.

Entsprechend der Stadtteile gibt es unterschiedliche Dinge zu tun: Im Kampf-Distrikt finden wir Portale zu verschiedenen Arten von Shootern, die in Zukunft etwaige Spieler selbst entwerfen. Ein großer Bildschirm an der Wand stellt zu jeder Zeit einen der verfügbaren Shooter vor, den wir nicht nur bestaunen können, sondern durch einen Sprung ins Bild selbst direkt einsteigen.

Was nach Super Mario 64 klingt, hat letztlich nur wenig Nintendo-Flair und erinnert zumindest grafisch eher an Fortnite mit Science-Fiction-Setting. Neben futuristischen Elementen gibt es aber auch Assets für mittelalterliche Orte, Fantasy-Welten und überhaupt alles, was man sich wünscht, so die Theorie. In der Praxis existiert das alles zum Release in einem realistischen, eingestampften Rahmen, aber für die Zukunft behalten sich die Entwickler vor, auf Community-Wünsche einzugehen und Dinge nachzureichen.

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