Ehemaliger GTA-Macher enthüllt: Gleich zwei Blockbuster-Spiele in Arbeit

Special Antonia Dreßler
Ehemaliger GTA-Macher enthüllt: Gleich zwei Blockbuster-Spiele in Arbeit
Quelle: Build A Rocket Boy

Als das mysteriöse Projekt Everywhere im August 2022 auf der Gamescom enthüllt wurde, war die Verwirrung groß. Ist das ein Spiel? Kurz darauf entbrannten Empörung und Spott, als vermeintlich herauskam, es würde sich um ein Blockchain-NFT-Konstrukt handeln. Was wirklich hinter Everywhere steckt - und was GTA 5 damit zu tun hat - haben wir beim Studiobesuch herausgefunden.

Wenn uns der Mann hinter GTA5 und GTA Online verkündet, dass er gleich zwei Blockbuster-Spiele entwickelt, von denen man bis jetzt im Prinzip gar nichts gehört hat, stellen sich unweigerlich mehrere Fragen: Was sind das für Spiele? Warum zwei auf einmal? Und handelt es sich um das nächste große Ding? Der erste Blick schweift zum Menschen hinter dem Projekt - Leslie Benzies, seines Zeichens ehemaliger Präsident von Rockstar North und von GTA-Fans zum Visionär erkoren, der hinter den Rekord-Titeln GTA5 und GTA Online steht.

Neben einer treuen Anhängerschaft sehen aber auch seine engsten Mitarbeiter Leslie als Visionär und Wegbereiter der Gaming-Industrie. Kurz halten so alle die Luft an, als der Mann während einer Pressekonferenz im hauseigenen Studio Build a Rocket Boy den Raum betritt. Nach einer kurzen Präsentation stellen wir und die Pressevertreter aus anderen europäischen Ländern Fragen. Dass Leslie einen ganz eigenen Blick auf Spiele hat und nicht in Standardgenres denkt, klärt sich mit der Frage, ob es sich nun um Open World oder lineares Spieldesign handelt.

Die Erkenntnis ist: beides! Aber andererseits auch nichts davon - denn einen klaren Stempel möchte man der Kreation nicht aufdrücken. So weit, so kryptisch, aber neben großen, uneindeutigen Worten sind es ohnehin bekanntlich die Taten, die zählen.

Wenn Worte auf Taten folgen

Seit Leslie und Rockstar North sich 2016 offiziell voneinander trennten, hat Benzies nicht die Füße stillgehalten. Im großbritannischen Unternehmensregister findet man Verbindungen zu etlichen GmbHs, die in Richtung seines neuen Projekts zeigen. Die wichtigste Unternehmensgründung umfasst das Studio Build A Rocket Boy inklusive Begleitgesellschaften. Dazu kommt die Firma VR-Chitect, die im Intellectual Property Office 2016 ein Patent unter dem Namen Virtual Reality System and Method eingereicht hat.

Studioname / Text an bepflanzter Wand Quelle: PC Games

An einem VR-Spiel arbeitet Leslie und das von ihm gegründete Studio trotzdem nicht, sondern an einer sogenannten "weltbewegenden Plattform, die das Gaming revolutionieren soll". Was das genau bedeutet, blieb bislang Gegenstand reiner Spekulation von einer überschaubaren, aber sehr treuen Anhängerschaft. Die sammelt jedes noch so kleine Info-Häppchen in einem Subreddit zum 2022 erstmals angekündigten Spiel, das auf den Namen Everywhere hört.

Darunter befinden sich Patente, von denen ausgehend man Gegenstände im Spiel, sowie der echten Welt simultan kaufen kann und auch die Idee einer Kooperation mit etablierten Streaming-Anbietern stehen im Raum. In Everywhere soll alles möglich sein und ähnlich eines sozialen Kanals soll hier das Leben von Spielern stattfinden. Das klingt nicht nur verdächtig nach Metaverse, sondern soll tatsächlich auch ein Social Hub und Plattform zur freien Entfaltung darstellen.

Vertrauen als Währung

Das Stichwort Metaverse ist dann auch schon der Casus Knacksus. Denn wo Menschen und Marketer Spiele und reale Welt verbinden wollen, sind auch meistens die Blockchain, Kryptowährungen und NFTs nicht fern. Als 2022 drei Stellenausschreibungen zum Thema Blockchain auf der Website von Build a Rocket Boy auftauchten, versuchte das Studio die aufbrausenden Wogen zu glätten und verwies auf die Installation von reinen Beratungs- und Recherchepositionen. Auf unsere Nachfrage versicherte man erneut, dass es keine Blockchain-Implementierung im fertigen Spiel geben wird.

Stellenausschreibung für Blockchain Quelle: Build A Rocket Boy Auch wenn Skepsis sicherlich angebracht ist, erscheint diese Aussage doch glaubhaft, wenn man die Verhältnisse der ausgeschriebenen Blockchain-Stellen in Relation zur Studiogröße betrachtet. Build a Rocket Boy unterhält inzwischen drei Standorte in Edinburgh, Montpellier und Budapest und kommt mit Remote-Arbeitsplätzen auf ein Angestelltenaufgebot von über 500 Leuten. Das, wohlgemerkt, ohne vorher an anderen Spielen gearbeitet zu haben.

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk