Emio - Der lächelnde Mann: Famicom Detective Club im Test: Das erwachsenste Nintendo-Spiel jemals?
Test
In unserem Test zu Emio: Der lächelnde Mann: Famicom Detective Club erfahrt ihr, wie es die ungewöhnliche Nintendo-Reihe in den Westen geschafft hat. Ob das Spiel genauso düster und gruselig ist, wie der Trailer verspricht, klären wir hier.
Falls wir eine Figur zu einem Thema befragt haben, können wir den gleichen Aspekt erneut ansprechen. Anstatt einer Wiederholung des Gesagten geht der Dialog aber manchmal dort weiter, wo er zuvor aufgehört hat.
Dass wir die gleiche Dialogoption ohne Ankündigung öfter wählen müssen, fanden wir beim Spielen etwas irritierend und unübersichtlich. Schließlich sollte sich ein Gespräch eigentlich nicht bei Trial-and-Error-Elementen bedienen.
Gut gefallen hat uns dafür das Kombinieren zwischendurch und am Kapitelende: Hier wird mit leichten Verständnisfragen geprüft, ob wir bei den Dialogen aufgepasst haben. Durch Auswählen der richtigen Antwortmöglichkeit oder der im Notizbuch vermerkten Figur kommen wir bei den Ermittlungen nach und nach voran.
Quelle: PC Games
Leider sind dabei gruselige Momente mehr Ausnahme als Standard. Die sind zwar jeweils von bedrohlicher Musik untermalt, doch bei den Ermittlungen kommt eine größtenteils fröhliche Stimmung auf.
Die passt zwar jeweils zur bunten Umgebung, die wir sowohl in der Stadt als auch auf dem Land erleben. Ein durchgehend düsteres Spiel, wie es uns der erste Trailer vermuten ließ, sollten wir bei Emio allerdings nicht erwarten.
Die Dialoge samt japanischer Vertonung sind größtenteils gut geschrieben, solange sie sich direkt um den Fall drehen. Ansonsten gibt's auch eine gesunde Portion Anime-Fremdscham. Da wir hier auf eine durch und durch japanische Spielereihe schauen, ist das aber keine Kritik.
Für ein paar ungewöhnliche Kombinationspassagen mussten wir die Antwort auf bestimmte Fragen per Tastatur eingeben. Dafür wird allerdings das normale Switch-UI verwendet, was uns gestört hat. Schließlich wäre für solche Passagen eine Tastatur innerhalb des Spiels viel hübscher und auch nicht der größte Aufwand gewesen.
Beispielsweise gab es bei Zelda-Teilen vor Breath of the Wild in der Dateiauswahl immer eine eigene Tastatur zum Benennen unseres Protagonisten. So etwas wäre bei Emio auch wünschenswert gewesen.
Ein Fall voller Überraschungen
Obwohl uns das Ende auf die wichtigsten Fragen die entsprechenden Antworten gab, waren wir beim Abspann trotzdem erstmal ernüchtert. Schließlich konnte das Finale nicht alle Rätsel lösen.
Als wir dann aus dem Nichts von einem Post-Game überrascht wurden, waren wir durchaus erstaunt: Das bietet nicht nur ein zusätzliches Kapitel mit neuen Enthüllungen, sondern auch einen kompletten Anime-Film, in dem alle übrigen Fragen beantwortet werden.
Obwohl wir die Abrundung der Geschichte sehr gelungen finden, stellt sich die Frage, warum die Entwickler die Auflösung nicht innerhalb der Hauptstory unterbringen konnten. Trotzdem liefert das Post-Game eine dichte Erzählqualität, die wir uns vorher auch von der ganzen Hauptstory erwünscht hätten.
