Emio - Der lächelnde Mann: Famicom Detective Club im Test: Das erwachsenste Nintendo-Spiel jemals?
Test
In unserem Test zu Emio: Der lächelnde Mann: Famicom Detective Club erfahrt ihr, wie es die ungewöhnliche Nintendo-Reihe in den Westen geschafft hat. Ob das Spiel genauso düster und gruselig ist, wie der Trailer verspricht, klären wir hier.
Da die Polizei die Papiertüte in der damaligen Berichterstattung nicht erwähnt hat, ist ein Nachahmungstäter unwahrscheinlich. Deshalb rollen wir den alten Fall nochmal auf und versuchen, dem Mörder auf die Schliche zu kommen.
Eine weitere Parallele zum neuen Fall ist die urbane Legende namens Emio, der lächelnde Mann. Laut Erzählungen erscheint der lächelnde Mann weinenden Mädchen in verlassenen Bereichen und tötet sie. Die postmortal übergezogene Papiertüte soll ihnen ein ewiges Lächeln schenken.
Quelle: PC Games
Dass er als Mörder eine Smiley-Tüte trägt, löst bei uns eine kognitive Dissonanz aus: Schließlich ist Leute umzubringen nichts, was wir als positiv und eines Lächelns würdig beschreiben würden. Dadurch wirkt Emio auch so unheimlich. Im Laufe unserer Ermittlungen stellt sich das alte Märchen als düstere Realität heraus.
Während Emio die größte Stärke des Spiels ist und die Geschichte spannend klingt, stechen in den zwölf Kapiteln nur das erste und letzte heraus. Weil neue Informationen pro Kapitel sehr geizig verteilt sind und wir oft bereits bekannte Indizien wiederholen, sind das Erzähltempo sowie die Deduktionen unseres Ermittlers zu oft zu langsam.
Das ist zwar für die Ermittlungen an einem Cold Case realistisch, doch wirklich spaßig zu spielen ist es nicht. Das heißt, wir kauen lange auf der dünnen Faktenlage herum und stellen gewagte Spekulationen auf. Wenn die Handlung aber Fahrt aufnimmt, schnellt die Spannung von null auf hundert und weiß zu überzeugen.
Deduktion durch Dialog
Wie eben schon erwähnt, klicken wir uns bei einer Visual Novel durch Textboxen und wählen Dialogoptionen. Das trifft es zwar im Ansatz, doch bei Emio erwarten uns noch ein paar Facetten mehr:
Zusätzlich können wir nämlich unsere Gesprächspartner oder die Umgebung betrachten sowie einen inneren Monolog durch Nachdenken starten. Auch ein Handy steht uns zur Verfügung. Das klingt erstmal vielfältig, doch es ist in der Praxis ein recht monotoner Wechsel zwischen Fragen, Nachdenken und wieder Fragen.
Damit wir uns besser bei der Befragung zurechtfinden, werden wichtige Textabschnitte farbig markiert. Ansonsten lässt sich auch eine Chronik der Dialoge aufrufen. Die deutsche Übersetzung ist zwar gut verständlich, doch ein paar Rechtschreibfehler sowie ulkige Formulierungen sind uns trotzdem negativ aufgefallen.
