Elden Ring: Bitte From Software, bitte gebt dem New Game Plus mehr Liebe!
Kolumne
Für den Elden-Ring-DLC Shadow of the Erdtree ist Carlo Siebenhüner ins NG+ des From-Software-Meisterwerks gestartet. Warum er sich für das NG+ mehr Liebe wünscht, erklärt er in seiner Kolumne.
Es ist soweit! Nach zwei Jahren Wartezeit versammelt sich die fromme Elden-Ring-Community erneut vor Konsole und PC, um endlich in den DLC "Shadow of the Erdtree" einzutauchen. Die einhellige Meinung der Kritiker lautet: Es ist wieder ein absoluter Knaller.
Man könnte sogar behaupten, dass das Team von From Software auf dem Höhepunkt seines Schaffens angekommen ist. Sie haben ein eigenes Spielegenre etabliert und liefern seit Jahren kontinuierlich neue Meilensteine ab, die durchweg Höchstwertungen erhalten. Das muss man erst mal schaffen.
Das Spieldesign steht also, die Erfahrung ist reichlich vorhanden. Jetzt wäre eigentlich der perfekte Zeitpunkt, um in zukünftigen Spielen mal an anderen Schrauben zu drehen. Dinge, die bisher vielleicht nicht so wichtig waren, jetzt aber mal angegangen werden könnten. Einem davon will ich mich heute mal widmen und das ist das New Game Plus.
Das macht ja Spaß?!
Vorher will ich aber ganz klar festhalten: Ich bin kein Hardcore-From-Software-Fan. Ganz im Gegenteil. Soulslikes waren lange Zeit ein Buch mit sieben Siegeln für mich. Mein Einstieg war sogar gar nicht mit From Software, sondern mit The Surge von den Frankfurtern Deck 13. Das Spiel war Teil von PS Plus, also habe ich es mal ausprobiert.
Und siehe da: Das macht ja wirklich Spaß! The Surge hat mich zwar beeindruckt und ich habe dann auch andere Spiele ausprobiert, aber das Genre konnte mich nicht vollständig fesseln.
Selbst das hochgelobte Bloodborne hat mich irgendwann verloren. Warum genau, kann ich nicht sagen. Geschmäcker sind eben verschieden. Ihr könnt mir gerne in den Kommentaren schreiben, wie verrückt ich bin und dass ich unbedingt weiterspielen sollte. Ein bisschen Motivation kann nicht schaden.
Der Couch-Killer
Demnach war ich auch sehr neutral gegenüber Elden Ring (jetzt kaufen 129,99 € / 53,99 € ) eingestellt. Als jeder und seine Oma im Vorfeld von Elden Ring gehyped war, konnten mir die ganzen Trailer nicht egaler sein. Durch Zufall habe ich dann aber doch einen Key zum Release bekommen und ... nun ja, was soll ich sagen:
Quelle: pcgames.de
Es hat eine Weile gedauert, bis ich reingekommen bin, aber als ich den Dreh einmal raus hatte, hat mich das Spiel regelrecht aufgefressen. Für mich gab es ein bis zwei Monate lang nichts anderes als dieses Spiel.
Elden Ring hat sogar meine Couch auf dem Gewissen. Nach unzähligen Versuchen und den berühmten "nur-noch-ein-Millimeter-Lebensbalken-und-trotzdem-gestorben"-Momenten hatte ich endlich Margit gelegt. Vor Freude bin ich aufgesprungen und habe mich mit Wucht wieder fallen lassen - und da ist meine Couch durchgebrochen ... Zur Verteidigung muss ich jedoch sagen: Sie war auch schon sehr alt.
Ich habe lange darüber nachgedacht, warum es erst bei Elden Ring so richtig Klick gemacht hat und nicht schon bei anderen Soulslike-Spielen. Ich glaube, der große Unterschied liegt wirklich in der Open World.
Bei Gothic gelernt
Klassische Soulsborne-Spiele sind eher linear, mit vielen Wegen. Irgendwann stößt man dennoch gegen eine Wand und dann beginnt der Grind. In Elden Ring ist das anders. Wenn ich auf einen zu starken Gegner treffe, gehe ich einfach woanders hin oder laufe drumherum oder ich steige ahnungslos in einen Aufzug und lande plötzlich im Siofra River. Diese Freiheit ist erfrischend.
Bildergalerie
Es wäre natürlich keine Kolumne von mir, wenn ich nicht auch meine Lieblingsspieleserie einbauen würde. Diese Philosophie erinnert mich nämlich stark an die Gothic-Serie. Schon 2001 arbeiteten die Entwickler bei Piranha Bytes mit natürlichen Levelgrenzen in einem Open-World-Setting. Schwierigkeiten? Dann probiere erst Mal etwas anderes. Es ist großartig, dass Elden Ring diese Idee gewissermaßen neu erfunden hat und sie bei einem breiten Publikum so gut ankommt.
