Wir würden Elden Ring: Nightreign so gerne noch mehr lieben, aber es hasst uns einfach zu sehr - XXL-Test!
Test
Alles gleich, alles anders: Statt eines Open-World-Rollenspiels ist das neue Elden Ring ein Koop-Roguelite mit Battle-Royale-Elementen - und obwohl das Spielprinzip klasse funktioniert, hat es aktuell mit gravierenden Problemen zu kämpfen.
Da gibt es Wylder, den klassischen Großschwert-Ritter, der mit einem Enterhaken mitten vor die Gegner springt und mit seinem Sprengbolzen-Ultimate besonders gut Haltungen bricht, was Angriffsmöglichkeiten und Verschnaufpausen schafft.
Bogenschütze Eisenauge bearbeitet Feinde am liebsten aus der Ferne und markiert sie mit einem schnellen Dolchmanöver, um Bonusschaden anzurichten.
Der Exekutor ist für alle reserviert, die sich ein Sekiro-eskes Pariersystem in Elden Ring wünschen. Mit ihm wehrt ihr Angriffsketten ab, um euer spezielles Katana aufzuladen.
Die Einsiedlerin, die Magierin der Truppe, sammelt Elementarpartikel, um sie zu Zaubern zu kombinieren und versieht Gegner mit einem Mal, das bei Angriffen die Lebens- und Manapunkte des Teams auffrischt.
Der Räuber ist ein gepanzerter Krieger, der Angriffe einsteckt und dann umso stärker zurückschlägt. Sein Ultimate hebt einen riesigen Grabstein aus dem Boden, der Schaden verursacht und Teammates einen Rückzugsort bieten kann.
Quelle: From Software
Die Gräfin ist mit ihren flotten Ausweichmanövern und ihrem Design ein Wink an alle Bloodborne-Fans. Sie kombiniert Geschicklichkeitswaffen mit Magie, kann die Gruppe unsichtbar machen und einem Feind einen Teil des vor kurzem eingesteckten Schadens gleich nochmal verpassen.
Der Wächter sieht nicht nur majestätisch aus, er kann mit seinem Fokus auf Schilde und Stangenwaffen auch besonders gut aus der Deckung angreifen. Sein Ultimate ist ein Luftschlag, der Gegner wegbläst und kurzzeitig eine sichere Zone für das Team erschaffen kann.
Das Gespenst ist schließlich eine Beschwörerin, die Phantome für sich kämpfen lässt und mit ihrem Ultimate besonders komfortabel gefallene Teammates zurückholt.
Normalerweise regelt ihr das, indem ihr eure Kumpels angreift, wenn sie am Boden liegen - je mehr Tode hintereinander, desto zäher gestaltet sich die Rettung.
Sterben alle Teammitglieder während eines Pflichtbosses, ist der Run vorbei, außerhalb davon verlieren die Toten nur ihre gesammelten Runen und werden um ein Level zurückgesetzt. Die Runen und das Level könnt ihr euch allerdings wie gehabt vom Ort eures Ablebens zurückholen, wenn ihr auf dem Weg dorthin nicht nochmal ins Gras beißt.
Ihr seht schon, es dauert ganz schön lange, um Nightreign überhaupt halbwegs detailliert zu beschreiben, und wir säßen morgen noch hier, wenn wir neben der neuen Struktur auch noch das ganze Gameplay von Elden Ring erklären müssten, das in Nightreign übernommen wurde.
Zu letzterem lässt sich nur sagen: Ihr kämpft hier, mit Ausnahme der Nightlords, gegen die gleichen Feinde, benutzt das gleiche Equipment und erkundet Versatzstücke der gleichen Umgebungen wie im Hauptspiel.
Und zwar explizit wie im Hauptspiel, die Inhalte aus der fantastischen Erweiterung Shadow of the Erdtree lässt Nightreign nämlich fast komplett links liegen, was ziemlich schade ist - immerhin wurden dort auch viele neue Feinde und sogar Waffengattungen eingeführt, mit denen wir gerne wieder gespielt hätten.
Quelle: From Software
Es ist also voll und ganz die neue Struktur, die den großen Reiz am Spin-off ausmacht, und wie gut euch die prinzipiell gefällt, konntet ihr euch aus unserer Beschreibung hoffentlich schon ableiten. Mit seinem halsbrecherischen Pacing ist Nightreign definitiv eine völlig andere Erfahrung - eine, die euren Stresspegel konstant auf hohem Niveau halten wird und derart durchgetaktet ist, dass ihr kaum größere Fehler oder Denkpausen machen dürft.
Es ist ein Spiel, das sich unserer Meinung nach klar an Elden-Ring-Veteranen richtet. Wenn ihr die kleinen und großen Gegner des Hauptspiels nicht im Vorbeigehen erledigen könnt, habt ihr nämlich kaum eine Chance, mit ausreichend hohem Level vor dem Endgegner zu stehen - oder ihn überhaupt zu erreichen.
Mechaniken wie die Waffenskalierung, Statuseffekte oder die Schwächen der Bosse solltet ihr im besten Fall auch bereits kennen. Zwar gibt es einen umfangreichen Kodex im Spiel, der euch alle Basics erklärt, während eines Runs könnt ihr den allerdings nicht abrufen.
Der Roguelite-Faktor: Erst himmelhochjauchzend ...
Bringt ihr all das mit, dann geht das Spielprinzip auf: Die Map ist zwar geografisch in jeder Runde größtenteils identisch, aber kleinere Orte, die Feinde darin und natürlich der Loot, der überall rumliegt, werden zufällig ausgewürfelt.
Euch wird nirgends gesagt, mit welcher Charakterstufe ihr welche Bedrohungen angehen solltet, deswegen ist am Anfang viel Trial-and-Error angesagt, was auch mal ganz schön frustrierend sein kann.
Habt ihr aber einmal genug ausprobiert, wisst ihr instinktiv, wie ihr euch über die Karte bewegen solltet und was ihr auf dem Weg alles einsacken könnt. Der Lernprozess ist wegen des Zufallsfaktors und des Zeitlimits deutlich stressiger als in früheren FromSoft-Spielen, aber habt ihr ihn mal hinter euch gebracht, macht das Belohnungsgefühl alles wieder wett.
