Dune: Spice Wars: Early-Access-Test - Die Schlacht um Arrakis braucht mehr als nur Feinschliff
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Nach mehr als 30 Stunden lässt uns Dune: Spice Wars mit gemischten Gefühlen zurück. Obwohl der Spagat zwischen 4X und Echtzeitstrategie erstaunlich gut gelingt, fehlt es an Spannung, Abwechslung und Atmosphäre. Im Early-Access-Check klären wir, was schon gut funktioniert - und was sich noch ändern muss.
Sollte doch mal eine Ressource knapp werden, könnt ihr euch im Diplomatiebildschirm schnell Nachschub beschaffen. Egal ob Spice, Solari oder Stahl, ihr könnt hier vieles mit den drei anderen Fraktionsführern handeln. Das System ist zwar sehr trocken inszeniert, tut aber was es soll. Allerdings spielt es dabei keine Rolle, ob ihr einem Gegner gerade sein letztes Spice-Vorkommen abgeluchst oder eines seiner Dörfer geplündert habt. Handeln dürft ihr grundsätzlich immer, der Krieg spielt da keine Rolle - und das wirkt leider ziemlich unglaubwürdig. Neutrale Handelspartner wie Haus Corrino oder die Raumfahrergilde hätten wir passender gefunden. Auch gibt es keine Möglichkeit, mit ikonischen Anführern wie Baron Harkonnen oder Liet Kynes ein bisschen zu plaudern, das ganze Diplomatie-System beschränkt sich nur auf den Tausch von Waren. Hier hoffen wir, dass die Entwickler während der Early-Access-Phase nochmal kräftig nachlegen und die diplomatischen Möglichkeiten stärker ausbauen.
Das Spionagesystem hat dafür schon mehr Tiefgang zu bieten, auch wenn es auf den ersten Blick ziemlich verwirrend daherkommt. Ihr erhaltet regelmäßig automatisch neue Spione, die aber nicht wie normale Einheiten funktionieren. Stattdessen dürft ihr die Männer und Frauen in einem eigenen Menü auf bestimmte Aufgaben verteilen. Am Wichtigsten sind die vier Slots für Arrakis, Raumgilde, MAFEA (die mächtigste Handelsgesellschaft) und Landsraad (eine einflussreiche Vereinigung der großen Häuser). Hier erzeugen eure Agenten wichtige Boni, darunter auch Aufklärung, eine spezielle Ressource, die nur für Spionage genutzt wird.
Quelle: PC Games
Spionage wirkt nur auf den ersten Blick kompliziert. Die meisten Funktionen werden mit Tooltipps erklärt.
In diesem Artikel
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Mit genügend Agenten und Aufklärungspunkten könnt ihr dann aus einer Liste spezielle Aufträge wählen, die im Grunde kurze Buffs oder Spezialangriffe darstellen. So könnt ihr beispielsweise kurzzeitig die Versorgung von Feinden unterbinden, Rohstoffe stehlen, Atomwaffen abfeuern oder in feindlichen Dörfern einen Aufstand anzetteln. Besonders fies: Ihr könnt eure Agenten auch auf eure KI-Gegner ansetzen. Dadurch könnt ihr nach einer Weile sogar ein Attentat auf die feindlichen Herrscher einleiten - wenn es Erfolg hat, scheidet der KI-Gegner auf einen Schlag aus.
Herrscher von Dune
Der letzte große Spielbaustein ist das Landsraad-Menü, das sich alle paar Minuten zurückmeldet. Hier werden regelmäßig wichtige politische Entscheidungen getroffen, von denen manche nur bestimmte Fraktionen, andere aber sämtliche Spieler betreffen. Um mitzumischen, stehen Atreides und Harkonnen Stimmenpunkte zu Verfügung, die sie auf die Beschlüsse verteilen können. Zusätzlich sammelt ihr noch Einfluss, mit dem ihr eure Wahl weiter verstärken könnt. Politische Beschlüsse können schwerwiegende Folgen haben, zum Beispiel senken sie die Gebühren für Einheiten oder erhöhen drastisch die Unterhaltskosten für eure Gebäude.
Quelle: PC Games
Im Landsraad trefft ihr wichtige Entscheidungen. Hier könnt ihr euch sogar zum Sieger wählen lassen.
Leider ist das ganze Menü aber noch etwas undurchsichtig geraten: Welchen Einfluss haben die geringeren Häuser - und wer ist das überhaupt? Wie lässt sich eine Entscheidung abwenden? Welche Folgen haben die Beschlüsse für mich und andere? Das könnte alles viel transparenter sein. Hinzu kommen noch vier politische Ämter, die freigeschaltet werden, sobald bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Anschließend könnt ihr versuchen, euch ins Amt wählen zu lassen, was zwar etwas Planung erfordert, aber auch mit kräftigen Vorteilen belohnt wird. Als fünfter und letzter Posten winkt dann der des Gouverneurs von Arrakis. Wem es gelingt, hier 60 Spieltage im Amt zu bleiben, wird zum Herrscher des Planeten gewählt und hat das Spiel gewonnen.
Der Landsraad ist eigentlich eine spannende Spielebene, weil er clever sämtliche Spielaspekte aufgreift. Allerdings erschließen sich manche Funktionen auch nicht auf den zweiten Blick. Das wird vor allem bei den Schmugglern und Fremen deutlich, denn die dürfen nur eingeschränkt mitbestimmen. Schmuggler können dafür beispielsweise den Wahlausgang beeinflussen, indem sie Prämien auf Resolutionen ausrufen. Wie genau das alles funktioniert, muss man sich aber - trotz unzähliger Tooltips - selbst zusammenreimen. Auch hier gilt: Eigentlich ein gutes System, an der Ausführung hapert es aber noch ein wenig.
Trockene Atmosphäre
Auch die Präsentation lässt noch ein paar Wünsche offen, hat aber auch ihre guten Seiten. Die Wüstenkarte ist hübsch gestaltet, mit malerischen Dünen und einem wunderschönen Nebel des Krieges, der sanft zurückweicht, wenn wir mit einem Ornithopter auf Erkundungstour gehen. Auch die Tag- und Nachtwechsel sorgen für stimmungsvolle Momente und Sandstürme voll zuckender Blitze fallen sogar richtig imposant aus. Doch in anderen Punkten gerät die Präsentation - selbst für ein Wüstenspiel - eindeutig zu trocken. Ikonische Charaktere wie der Herzog Atreides bringen beispielsweise kaum drei Sätze über die Lippen und sind nur dürftig animiert. Auch die eigentlich beeindruckenden Sandwürmer wirken detailarm und bewegen sich unnatürlich steif. Und die Musikuntermalung enttäusht auf ganzer Linie. Bestensfalls bleibt sie so unauffällig, dass man sie gleich ganz abschalten könnte. Doch eingängige Melodien, die unter die Haut gehen? Fehlanzeige.
Bildergalerie
Sorgenkind Langzeitmotivation
Eine Partie ist in Dune: Spice Wars meist schon in drei Stunden fertig, ganz egal ob man einen einfachen Punktesieg anstrebt oder alle feindlichen Stützpunkte einäschert. Danach kann man sich zwar noch an den anderen drei Fraktionen versuchen, doch das ändert nichts an einer nüchternen Tatsache: Nach ein paar Matches hat man schon fast alles gesehen, das Spiel verliert dann einfach etwas an Reiz. Natürlich kann der Umfang während der Early-Access-Phase noch steigen, die Entwickler haben die Karten in der Hand - doch ob sich an dem grundsoliden Fundament noch allzu viel ändern wird? Gute Ansätze gibt es zumindest schon, etwa in Form kleiner Zufallsereignisse, die aber leider noch keine richtige Geschichte erzählen und sehr langweilig präsentiert werden - das hat man im Genre schon deutlich besser gesehen.
Wir werden also aufmerksam verfolgen, ob die Entwickler in den kommenden Monaten noch gezielt Inhalte einbauen, die für mehr Spannung, Abwechslung und Atmosphäre sorgen - denn sonst könnte der geplanten Einzelspielerkampagne vielleicht schnell die Puste ausgehen. In seiner aktuellen Form ist Dune: Spice Wars zwar trotzdem einen Blick wert, doch sein großes Potenzial schöpft es bislang (noch) nicht aus.
Meinung
Dune: Spice Wars ist seit dem 26. April 2022 im Early Access erhältlich, auf Steam kostet das Spiel 30 Euro. Alle Texte sind auf Deutsch. Habt ihr das Spiel schon ausprobiert? Was ist euer Eindruck vom Gameplay? Und habt ihr noch Fragen zum Spiel? Was ihr auch loswerden wollt, ab damit in den Kommentarbereich!
