Dune: Spice Wars: Early-Access-Test - Die Strategie-Hoffnung braucht mehr als nur Feinschliff
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Nach mehr als 30 Stunden lässt uns Dune: Spice Wars mit gemischten Gefühlen zurück. Obwohl der Spagat zwischen 4X und Echtzeitstrategie erstaunlich gut gelingt, fehlt es an Spannung, Abwechslung und Atmosphäre. Im Early-Access-Check klären wir, was schon gut funktioniert - und was sich noch ändern muss. UPDATE: Jetzt auch mit großem Video.
Dune und Strategie, das passt eigentlich perfekt. Schließlich liefert Frank Herberts legendäre Romanvorlage einen Schauplatz, der geradezu nach einer Versoftung schreit: Ein lebensfeindlicher Wüstenplanet, knappe Ressourcen, spannende Fraktionen, eine gewaltige Mythologie - mit diesen Zutaten hat schon das legendäre Dune 2 Maßstäbe gesetzt. Heute, fast 30 Jahre später, versucht sich ein neues Team an der Marke: Dune: Spice Wars stammt aus der Feder von Shiro Games, das gleiche Studio, das schon das eigenwillige Northgard entwickelt hat. Auch Spice Wars bricht mit Konventionen, wer ein neues Dune 2 erwartet, wird hier nicht fündig. Stattdessen gibt's einen verdichteten Mix aus Echtzeit- und 4X-Strategie. Wie sich das spielt, erfahrt ihr hier.
Was steckt in der Early-Access-Version: Für rund 30 Euro bekommt ihr zwar noch nicht das komplette Spiel, aber schon ein überaus ordentliches Fundament. Multiplayer und Story-Kampagne sind derzeit noch nicht enthalten. Dafür gibt's aber schon den kompletten Skirmish-Modus, in dem ihr gegen drei KI-Gegner antretet. Vier Fraktionen sind bereits voll spielbar, ihr dürft aus Atreides, Harkonnen, Schmugglern oder Fremen wählen. Im Verlauf der Early-Access-Phase sollen noch weitere Fraktionen folgen. (Wir tippen auf Bene Gesserit oder Sardaukar, die tauchen nämlich bislang noch gar nicht auf.) Für einen fundierten Eindruck langt der Umfang aber allemal, denn am Spielprinzip dürfte sich kaum noch etwas ändern.
Update: Unseren Early-Access-Check gibt's jetzt auch mit einem ausführlichen Video.
Drei Wege zum Sieg
Das Wichtigste, was ihr über Dune: Spice Wars (jetzt kaufen 34,99 € ) wissen müsst: Es ist kein Spiel, in dem ihr Panzer durch den Wüstensand rumpeln lasst, epische Materialschlachten finden hier nicht statt. Es ist im Herzen ein 4X-Strategiespiel, das aber in Echtzeit ausgefochten wird. Kampf ist da nur eines von vielen Mitteln und wirklich tiefgängig sind die Gefechte auch nicht. Damit das Ganze nicht zu hektisch wird, dürft ihr das Spielgeschehen jederzeit pausieren - und das solltet ihr auch, bis ihr euch mit allen Mechaniken vertraut gemacht habt. Am Anfang kann Spice Wars nämlich ordentlich verwirren: Es gibt zwar Tutorial-Fenster, allerdings führen die nur dürftig durchs Spiel. Alle Feinheiten muss man sich in Tooltips anlesen und selbst austüfteln.
In diesem Artikel
- Seite 1 Dune: Spice Wars: Early-Access-Test - Die Schlacht um Arrakis braucht mehr als nur Feinschliff
- Seite 2 Dune: Spice Wars: Early-Access-Test - Die Schlacht um Arrakis braucht mehr als nur Feinschliff
- Seite 3 Dune: Spice Wars: Early-Access-Test - Die Schlacht um Arrakis braucht mehr als nur Feinschliff
- Seite 4 Bildergalerie
Es gibt drei Arten, das Spiel zu gewinnen. Genretypisch könnt ihr eure Gegner vernichten, das klappt entweder, indem ihr die feindliche Basis zerstört oder indem ihr ein Attentat auf einen Herrscher verübt. Außerdem dürft ihr euch zum Gouverneur von Dune wählen lassen oder einen Hegemonie-Sieg erreichen, was einem klassischen Punktesieg entspricht. Doch egal welchen Weg ihr geht und wie ihr euch spezialisiert, ihr müsst grundsätzlich alle Spielelemente nutzen: Nur wer erkundet, erobert, spioniert, kämpft, baut, forscht, plündert und vor allem die vielen Ressourcen klug ausbalanciert, hängt die Konkurrenz ab. Und das alles bitteschön gleichzeitig, während alle paar Sekunden Hinweis- und Warnsymbole am oberen Bildschirmrand aufpoppen. Gerade in den ersten Partien kann man sich da leicht erschlagen fühlen. Aber keine Sorge: Das gibt sich schnell. Denn Spice Wars ist längst nicht so komplex, wie es auf den ersten Blick erscheint.
Quelle: PC Games
Unsere Atreides-Armee stürmt die Hauptstadt der Harkonnen.
Die ersten Schritte
Euer Ziel ist es, eine Map zu erobern, die in viele kleinere Sektoren unterteilt ist. Alle Parteien starten mit einem Gebiet, einer Hauptstadt und einem Ornithopter, einer fliegenden Aufklärungseinheit. Die schickt ihr sofort in eine benachbarte Zone, während ihr schon die ersten Einheiten ausbildet - denn die werdet ihr gleich brauchen. Viel nachdenken muss man da übrigens nicht, es gibt pro Fraktion nur fünf Basiseinheiten, die sich grob in Nahkämpfer, Fernkämpfer und Unterstützer unterteilen. Und nein: Es gibt keine Panzer, keine Quads, keine Trikes. Ihr nutzt fast ausschließlich Fußtruppen.
Schnell hat der Ornithopter das Gebiet abgesucht, dabei werden Dörfer, Rohstoffe und interessante Objekte freigelegt. Zum Beispiel Wracks oder Ruinen, die Ressourcen und andere Boni liefern. Doch zuerst solltet ihr euch natürlich eine Zone unter den Nagel reißen, in der sich ein wertvolles Spice-Vorkommen befindet. Dazu schickt ihr einfach ein paar Einheiten hinüber zum Dorf, aus dem dann ein paar Verteidiger ausrücken. Der Angriff läuft ab hier weitestgehend von selbst ab. Mikromanagement hält sich in engen Grenzen, die Einheiten haben zum Beispiel keine aktiven Fähigkeiten, die man gezielt zum Einsatz bringen könnte.
Nur ab und zu muss ein paar Soldaten umpositionieren, zum Beispiel wenn sie in die Reichweite einer Abwehrstellung geraten oder wenn man seine Fernkämpfer aus der Gefahrenzone bringen will. Und wenn die Erde unter den Soldaten zu zittern beginnt, müsst ihr sofort reagieren - das kündigt nämlich den Angriff eines Sandwurms an, der sonst auf einen Schlag eure ganze Truppe verschluckt. (Tipp: Wenn euch die ständigen Wurm-Angriffe nerven, könnt ihr die Häufigkeit vor Spielstart im Optionsmenü anpassen!)
Quelle: PC Games
Typisch 4X: Die gesamte Map ist in Sektoren unterteilt.
Simpler Basisbau
Nun, da das Dorf erobert ist, gehört das Gebiet euch und ihr dürft ihr Gebäude errichten. (Gemeint sind "Gefüge", liebe Dune-2-Fans!) Bauwerke lassen sich frei rund um die Siedlung platzieren, allerdings gibt es nur fünf Slots pro Gebiet. Darum müsst ihr gut abwägen, was ihr gerade braucht. Um Spice kommt ihr natürlich nie herum, darum errichtet ihr bei jeder Gelegenheit eine Raffinerie, aus der eine Erntemaschine losgeschickt wird, die das wertvolle Gewürz zuverlässig einsammelt. Danach braucht man sich nicht mehr darum zu kümmern, mit einer Ausnahme: Greift ein Wurm an, wird der Ernter in Sicherheit gebracht, auf Wunsch sogar automatisch. Danach müssen wir ihn allerdings immer wieder von Hand zurück auf sein Spice-Feld beordern - eine seltsame Designentscheidung.
