Kein Bock auf Dune: Awakening? Ging mir anfangs auch so - doch ein Detail ändert für mich alles!

Kolumne Felix Schütz
Kein Bock auf Dune: Awakening? Ging mir anfangs auch so - doch ein Detail ändert für mich alles!
Quelle: Funcom

Das Dune-MMO wird wahnsinnig ambitioniert - und könnte grandios scheitern. Doch Funcom hat eine richtig gute Idee für die Umsetzung! Felix erklärt, warum er bislang wenig Hoffnungen für das Spiel hatte - und warum er sich nun darauf freut.

Ich würde lügen, wenn ich behaupte, dass ich ein Fan von Survival-Games bin. Und Online-Rollenspiele ... sagen wir einfach, sie passen nicht mehr zu mir. Früher, ja - da habe ich sie gerne gespielt. Der Herr der Ringe Online, Guild Wars, World of Warcraft, SWTOR und viel zu viele andere. Doch heute möchte ich mich einfach nicht mehr in diese Zeitfresser stürzen, die naturgemäß kein Ende finden und in denen ich für die besten Inhalte sowieso Mitspieler brauche. Ich möchte meine Spiele durchzocken und irgendwann auch einfach mal abhaken.

Deshalb blende ich viele MMOs mit Survival-Einschlag fast schon automatisch aus. Sei es nun das gefeierte Valheim, Conan Exiles oder Ark - die mögen ja wirklich noch so toll sein, doch bei mir tut sich da einfach nix.

Doch in einem Fall werde ich wohl eine Ausnahme machen. Denn das Spiel trägt einen Namen, der mich fast magisch anzieht: Dune: Awakening (jetzt kaufen 49,99 € ).

Dune: Awakening wird das erste Survival-MMO im Dune-Universum. Quelle: Funcom

Wenn Dune draufsteht...

Dune. Arrakis. Der Wüstenplanet. Ach, da bin ich gerne Fan! Seit 1993 genaugenommen, als ich zum ersten Mal Westwoods Dune 2 beim Nachbarn spielen durfte. Noch am gleichen Abend zeigte mir mein Vater die umstrittene David-Lynch-Verfilmung, die mich damals schwer begeistert (und ein bisschen schockiert) hat. Zwei Jahre später wagte ich mich dann endlich an die ersten Bücher von Frank Herbert. Später folgten die TV-Umsetzungen, über die man geteilter Meinung sein kann. Und zuletzt natürlich die enorm erfolgreichen Kino-Spektakel von Denis Villeneuve, über die wir ausführlich berichtet haben.

Auch bei den Spielen geht es nach vielen traurigen Jahren endlich wieder aufwärts. Dune: Spice Wars war vielleicht kein Volltreffer, ging aber zumindest in eine interessante Richtung. Dune: Imperium hat sich auf Steam als starke Umsetzung entpuppt. Und wer weiß... vielleicht wird Dune: Awakening tatsächlich so gut, wie ich es mir ausmale!

Allein: Ich bin noch skeptisch. Funcom hatte schon immer tolle Ideen und hehre Ziele. Doch weder Age of Conan noch The Secret World konnten am Ende die großen Erwartungen erfüllen. Und Conan Exiles? Das wird zwar immer noch von einer treuen Fanbase gespielt, doch die internationalen Wertungen fielen eher mau aus.

Third-Person-Geballer passt eigentlich nicht zu Dune. Funcom versucht es trotzdem. Quelle: Funcom

Wird Dune: Awakening viel zu ambitioniert?

Natürlich ist Dune: Awakening nochmal ein ganz anderes Kaliber. Da steckt so viel Potenzial drin! Doch je mehr ich mir ansehe, was sich die Entwickler schon jetzt alles vorgenommen haben, desto größer werden meine Zweifel ...

Umfassende Charakterentwicklung mit zig Fähigkeiten und Spielrichtungen, freies Erkunden in einer offenen Welt, gewaltiger Basisbau, aufwendiges Crafting, Wasserdisziplin, Spice-Ernte, Handel an der intergalaktischen Börse, Gildenmanagement, epische Third-Person-Kämpfe inklusive großer Schlachten, Boden- und Luftfahrzeuge, freies Klettern à la Zelda und natürlich topmoderne Unreal-Grafik zum Staunen ... uff! Die Liste an Features nimmt schon jetzt kein Ende, dabei ist das Spiel noch nicht mal in der offenen Beta angelangt. Hat sich Funcom möglicherweise die Ziele ein bisschen zu hoch gesteckt? Es wäre nicht das erste Mal.

Spielspaß vs. Vorlage: Wie viel "Dune" ist genug?

Doch vor allem ein Punkt hat mich an dem Projekt immer wieder gestört, und der betrifft die Buchvorlage. Eigentlich bin ich niemand, der bei Umsetzungen, sei es nun Film oder Spiel, auf 100%ige Werktreue pocht. Einerlei, ob es sich dabei um Herbert, Tolkien, Lem oder Rowling handelt: Man kann eben nicht alles Wort für Wort umsetzen. (Den gleichen Gedanken hatte übrigens auch Denis Villeneuve bei seiner letzten Dune-Verfilmung ... und über das Ergebnis lässt sich streiten!)

Doch bei Dune erwarte ich trotzdem einfach mehr als einen weiteren Third-Person-Shooter in der Wüste, in dem ab und zu mal ein Sandwurm durchs Bild rumpelt und in dem Spice an jeder Straßenecke herumliegt. Auch wenn das Gameplay wahrscheinlich trotzdem ordentlich mit der Vorlage brechen wird, hoffte ich zumindest, die Geschichte würde halbwegs passen. Doch kann sie das überhaupt?

Basisbau soll eine wichtige Rolle spielen. Quelle: Funcom Je nachdem, wann man in die Buchvorlage einsteigt, wäre Arrakis nämlich ein ziemlich uncooler Ort für ein Videospiel. Entweder sind die Atreides gerade nicht da oder die Harkonnen sind abgemeldet. Die Fremen überziehen vielleicht gerade die Galaxis mit Muad'Dibs Djihad - oder man steigt deutlich früher in die Geschichte ein, dann würden aber viele spannende Figuren und Ereignisse fehlen, die Dune so besonders machen. Und wie soll man in dieser Wüstenwelt überhaupt irgendwie Fuß fassen, wenn man doch letztendlich nur eine/r von vielen ist?

Mir haben diese Fragen Sorgen gemacht - doch Funcom hat anscheinend eine simple Antwort darauf gefunden.

So löst Dune: Awakening auf einen Schlag viele Probleme

Wie Funcom in seinem letzten Trailer zu Dune: Awakening verraten hat, greifen die Entwickler auf einen simplen Trick zurück: Dune: Awakening wird kein Teil der offiziellen Lore, es quetscht sich nicht in Frank Herberts Zyklus und greift auch nicht die Geschichten anderer Autoren auf. Stattdessen wird das Spiel ein Was-wäre-wenn-Szenario. Normalerweise kann ich damit nicht so viel anfangen. Doch im Fall von Dune: Awakening finde ich die Idee richtig spannend - und sie passt sogar halbwegs zum Buch! Warum? Klären wir jetzt. Aber zuerst: Einmal Trailer anschauen bitte!

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Der Trailer zeigt es deutlich: Dune: Awakening basiert auf dem simplen Grundgedanken, dass Paul Atreides nie existiert hat. Anstatt verbotenerweise einen Sohn zu gebären, beschließt Lady Jessica nämlich, den Befehlen ihrer Schwesternschaft Folge zu leisten und stattdessen eine Tochter auszutragen. Warum das so wichtig ist: Paul ist die Schlüsselfigur in der ersten Buchtrilogie, er ist derjenige, der das ganze Drama um den Goldenen Pfad erst ins Rollen bringt. Auf der nächsten Seite erkläre ich, was Paul so besonders macht - und warum Funcom eine so wichtige Änderung an der Geschichte vornimmt.

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