Ich hatte null Bock auf Dune: Awakening, doch ein wichtiges Detail hat meine Meinung geändert

Kolumne Felix Schütz
Ich hatte null Bock auf Dune: Awakening, doch ein wichtiges Detail hat meine Meinung geändert
Quelle: Funcom

Das Dune-MMO wird riesig, ambitioniert - und könnte grandios scheitern. Doch Funcom hat eine richtig gute Idee für die Umsetzung! Felix erklärt, warum er bislang wenig Hoffnungen für das Spiel hatte - und warum er sich nun darauf freut.

Paul Atreides ist der Kwisatz Haderach, ein vorbestimmtes Überwesen, das aus einem Jahrtausende währenden Zuchtplan hervorgegangen ist. Paul ist aber noch mehr: Er bekam umfangreiches Kampftraining, beherrscht sogar einige Bene-Gesserit-Techniken, die ihm gesteigerte Kontrolle über seinen Körper verleihen. Und er ist ein Mentat, wodurch er in der Lage ist, hochkomplexe Berechnungen anzustellen.

All diese Fähigkeiten steigern sich, als Paul im ersten Buch mit Spice in Berührung kommt. Diese mächtige Droge (auch Melange genannt) erweitert sein Bewusstsein auf dramatische Weise. Später nimmt er auch das Wasser des Lebens zu sich, wodurch sein Geist endgültig abhebt. Ab diesem Zeitpunkt sind Pauls Oberstübchen kaum noch Grenzen gesetzt, er entwickelt prophetische Fähigkeiten und lernt, in die Zukunft zu blicken.

Dadurch ist er in der Lage, die Verläufe kommender Ereignisse "zu berechnen". Obwohl ihn diese Visionen oft quälen, nimmt er schwere persönliche Verluste in Kauf, während er versucht, die unzähligen Stränge der Zukunft zu entwirren und einen Weg zu finden, der das Überleben der Menschheit sichern soll.

Doch schon im zweiten Roman leidet Paul unter seiner eigenen religiösen Herrschaft, er stellt sich selbst in Frage. Als Leser fragt man sich: Wie anders hätte die Geschichte verlaufen können, wenn Lady Jessica damals nicht ihren eigenen Körper manipuliert hätte, um ihrem Herzog einen Sohn zu gebären?

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Kein Muad'Dib. Kein Mahdi. Kein Kwisatz Haderach.

Genau diese Gedankenspiele greift Dune: Awakening nun auf: Was wäre wohl passiert, wenn Paul Atreides nicht existiert? Wenn die Bene Gesserit keinen Grund gehabt hätten, seine Machtergreifung zu verhindern? Wenn die Atreides nie von den Harkonnen überfallen worden wären? Und die Fremen weiterhin verborgen in Sietches leben würden? Was, wenn Leto II und Ghanima nie existierten, das Zeitalter des Gottkaisers nie eintrat? Wie hätte sich die Geschichte entfaltet, wenn es nie zum Anschlag mit dem Streinbrenner kam? Und wenn die Schwesternschaft ihre Pläne womöglich durchsetzen konnte?

All das sind spannende Fragen, die einen völlig neuen Blick auf das Dune-Universum erlauben. Und genau das scheint das Setting zu sein, das Funcom für Dune: Awakening liefern will.

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Keine schlechte Idee! Denn so baut sich Funcom ein ganz eigenes Dune-Setting auf, das viel Spielraum lässt, ohne den Geist der Vorlage gleich mit Füßen zu treten. Alles, was das Universum gerade im ersten Band so spannend macht, sollte deshalb noch da sein: Die Sardaukar, die Atreides, die Harkonnen, die Bene Gesserit, die Bene Tleilax, die MAFEA, die Navigatoren, Herzog Leto, Baron Harkonnen, Thufir Hawat, Piter de Vries und so viele mehr. Darauf lässt sich wunderbar aufbauen! Und das Ganze hat noch einen schönen Nebeneffekt: Selbst Kenner der Bücher bekommen (hoffentlich) noch etwas Neues geboten.

Eine gute Idee reicht nicht. Aber sie ist ein Anfang!

Nun muss das Spiel "nur" noch richtig, richtig gut werden. Denn Dune, das habt ihr vielleicht gemerkt, liegt mir am Herzen. Ein halbgares Action-Survival-MMO, das am Ende nur befriedigend abschneidet und nach ein paar Jahren höchstens noch von einer Handvoll Hardcore-Fans gespielt wird, reicht da einfach nicht. Oft frage ich mich deshalb, ob Funcom wirklich das richtige Studio ist, um ein Projekt dieser Größenordnung auf die Beine zu stellen.

Andererseits: Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Studio über sich hinauswächst und aus früheren Fehlern lernt. Da muss man nur mal kurz zur Konkurrenz schauen: An den Erfolg von Fallout 76 habe ich zum Beispiel kaum geglaubt, im Gegenteil. Nach dem miserablen Launch war ich sogar fast sicher, dass das Spiel baden geht. Doch Bethesda riss das Ruder herum, es wurde gepflegt, gewerkelt, verbessert. Und das hat sich richtig gelohnt!

Es gibt sie also noch, diese überambitionierten MMOs, die viel zu viel versprechen, dann enttäuschend starten - und die Jahre später doch noch begeistern können. Doch dafür ist viel Geduld, ein dickes Budget und massig Erfahrung nötig. Ich hoffe, Funcom legt mit Dune: Awakening einen besseren Start hin und zieht auch bei der Weiterentwicklung alle Register - denn Dune hätte es wirklich verdient.

Wann erscheint Dune: Awakening? Bislang gibt es keine Anzeichen, dass das Spiel wirklich noch in diesem Jahr erscheinen wird. Funcom hat aber schon letzten November erste geschlossene Beta-Phasen angekündigt, die Entwicklung scheint also schon weit fortgeschritten zu sein. Wir rechnen deshalb damit, dass das Survival-MMO später in diesem Jahr zumindest eine offene Beta starten wird. Werdet ihr dabei sein? Schreibt mir, was ihr über Dune: Awakening denkt! Die besten Deals und kompetente Beratung in Sachen Games, Filme, Entertainment und mehr findet ihr ab sofort im brandneuen PCG Ratgeber. Alle Infos zu unserem neuen Portal findet ihr hier!

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