Die Demo von Dispatch wird auf Steam gefeiert - völlig zu Recht!

Special Felix Schütz
Die Demo von Dispatch wird auf Steam gefeiert - völlig zu Recht!
Quelle: PC Games

Als hätte man The Boys mit Stromberg vermixt: So cool wie in dieser Demo waren Superhelden schon lange nicht mehr!

Zählt ihr auch zu den Leuten, die sich an der "alten" Telltale-Formel gründlich sattgespielt haben? Mir geht es jedenfalls so, und zwar schon ziemlich lange: Schon bei The Walking Dead hatte ich erste Ermüdungserscheinungen. Das Episodenformat, die angestaubte Technik, der Anschein von Tiefgang, obwohl sich die meisten Entscheidungen am Ende doch kaum auswirkten. Auch wenn ich Batman, Tales from the Borderlands oder The Wolf Among Us für ihre Geschichten trotzdem noch gerne gespielt habe, sie teilweise sogar richtig spannend fand - irgendwann war's einfach mal genug. Da halfen dann selbst Hammer-Lizenzen wie Star Trek oder The Expanse nicht mehr viel.

Und nun sitze ich vor dem Bildschirm und grinse wie ein Depp: Die Demo von Dispatch (jetzt kaufen 19,99 € ) hat mich völlig überrascht! Und damit bin ich definitiv nicht allein: Auf Steam hat die Schnupperfassung mehr als 2,100 Bewertungen erhalten, davon sind 98 Prozent positiv! Nicht schlecht für ein Spiel, das völlig aus der Reihe tanzt.

Denn Dispatch nudelt zwar wieder mal das altbekannte Superheldenthema durch, findet allerdings einen frischen und vor allem witzigen Ansatz. Denn hier erwartet euch zur Abwechslung mal keine Open-World-Action und auch keine Rundentaktik mit Marvel-Figuren. Stattdessen präsentiert sich Dispatch als waschechte Arbeitsplatzkomödie, die sich irgendwo zwischen The Boys und Stromberg einreiht.

Das Spiel wird derzeit von AdHoc Studio entwickelt, ein kalifornisches Studio, gegründet von ehemaligen Telltale- und Ubisoft-Leuten. Ihr Ziel: Die nächste Generation interaktiver Geschichten einläuten, was bedeutet: Man will sich nicht auf alten Erfolgen wie The Wolf Among Us ausruhen, sondern das Konzept auf eine völlig neue Stufe heben. Könnte klappen!

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Held am Apparat

Dispatch spielt in einem modernen Los Angeles, in dem Superhelden aller Art zuhause sind. Die Geschichte erzählt von dem sympathisch genervten Robert Robertson, ein Ex-Superheld, der bis vor Kurzem noch als Mecha Man auf den Straßen kräftig aufgeräumt hat. Als sein mächtiger Mecha-Anzug jedoch zerstört wird, muss er sich nach anderen Wegen umsehen, um das Unrecht zu bekämpfen.

Robert, der Held des Spiels, spricht mit seinem Team. Quelle: AdHoc Studio Und so heuert er schließlich bei einem Superhelden-Dispatch-Center an und übernimmt einen Job, den sonst niemand machen will: Er muss eine Gruppe von Ex-Superschurken managen und ihnen dabei helfen, sich wieder zu rehabilitieren. Dazu nimmt er Notrufe auf einer taktischen Einsatzkarte entgegen und schickt dann seine geläuterten Halunken zur Hilfe.

Zwischendurch muss Robert jede Menge Büro-Alltag über sich ergehen lassen und dabei Dialog-Entscheidungen treffen, die sich Telltale-typisch auf die Stimmung anderer Figuren auswirken. Und dabei geht es nicht immer gleich um Leben und Tod.

Beispiel: Was tun, wenn einem der freundliche Pinkelnachbar am Herrenklo plötzlich die Faust entgegenstreckt? Den Gruß mit einem Fist Bump erwidern - oder die Hände lieber dort lassen, wo sie gerade hingehören und den Kollegen enttäuscht hängen lassen? Wie ich mich auch entscheide: Er wird sich mein Verhalten merken.

Witzige Szenen wie diese machen mich schon jetzt neugierig darauf, wie sich die Beziehungen zwischen den Charakteren entwickeln. Hoffentlich mit mehr Auswirkungen als in den Telltale-Spielen!

Eine Einsatzkarte mit verfügbaren Missionen. Quelle: AdHoc Studio

Einsatzbefehl

So schön das alles auch sein mag, beim Gameplay kocht die kurze Demo noch ziemlich auf Sparflamme. Ich darf zum Beispiel nicht selbst durchs Büro schlendern, da ist alles (noch) vorgegeben - im Grunde schaut man einen Film und trifft zwischendurch ein paar Entscheidungen. Ob man im fertigen Spiel auch selbst wie in einem Adventure rumspazieren darf? Ich hoffe es - habe aber noch meine Zweifel.

Was tut man also, wenn das Spiel nicht gerade launige Zwischensequenzen abfeuert? Robert hockt an seinem Arbeitsplatz vor einem Bildschirm, dort bildet er die Einsatzzentrale für sein schrulliges Team. Und das erinnert schon verdächtig an andere Notrufspiele wie zum Beispiel das beliebte 911 Operator. Es gehen Anrufe ein, dann schicke ich einen oder mehrere meiner Leute los, die sich selbstständig zum Ort des Geschehens begeben. Action, Strategie, Geschicklichkeit? Alles nicht gefragt.

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