"Beim letzten Boss geht's nicht um Loot." - Interview zum Endgame von Diablo 4
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Das Endgame im Fokus: Wie viel Spielzeit hat Diablo 4 wirklich? Gibt es einen Endlosmodus oder einen versteckten Boss? Wie laufen Seasons ab? Und warum gibt es keine Set-Items? Im Interview verraten uns die Entwickler viele spannende Details zum neuen Endgame, plaudern über unfaires PvP - und erklären, warum Diablo 4 irgendwann auch einfach mal durchgespielt ist.
Zur Frage nach den Vorteilen mancher Klassen meldet sich Joseph wieder zu Wort: "Die Talentauswahl macht hier den großen Unterschied. Wenn du zum Beispiel mit einem Barbaren gegen eine Kälte-Zauberin spielst, solltest du eben Schreie dabeihaben, die dir 'unaufhaltsam' verleihen, damit du aus diesen Verlangsamungseffekten rauskommst. Es geht also darum, die richtigen Entscheidungen zu treffen, um einen guten PvP-Build zu bauen. Aber auch wenn wir darauf schauen, dass die Spieler nur gegen Spieler auf ihrem ungefähren Level und ihrer ungefähren Stärke antreten, muss man klar sagen: Das PvP-System wurde nicht designt, um fair zu sein! Es ist kein Duell-System. Die Felder des Hasses sind Mörderzonen, da geht es nicht ums ehrenvolle Kämpfen. Den Gegner übertrumpfen, Angriffen ausweichen, Potions im richtigen Moment nutzen und länger durchhalten als der Feind, das alles macht einen großen Unterschied. Den Gegner zu überraschen, macht einen großen Unterschied. Du kannst dir einen Vorteil verschaffen, wenn du Gegner überrumpelst und hinterrücks angreifst, vielleicht wenn sie gerade in einem Event stecken oder gegen ein Elite-Monster kämpfen. So läuft es auf den Feldern des Hasses."
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Dem pflichtet Kayleigh bei: "Wir wollen natürlich nicht, dass man sich im PvP gnadenlos unterlegen fühlt. Wenn du völlig overpowered bist, werden wir dafür sorgen, dass du auf Spieler triffst, die ebenfalls völlig overpowered sind. Und durch Dinge wie zum Beispiel die Potions wird ein PvP-Kampf auch nicht gleich nach einem Treffer vorbei sein. Aber: Wir versuchen wirklich nicht, ein komplett ausbalanciertes Umfeld für PvP zu schaffen, darum geht es in den Feldern des Hasses einfach nicht."
Quelle: Blizzard
Alle Klassen haben individuelle Stärken im PvP, doch fair ausbalanciert sind sie nicht.
Dauerhafte Fortschritte
Wir wissen bereits, dass es auch in Diablo 4 Seasons geben wird. Neue Season-Charaktere fangen traditionell wieder bei Null an - doch auch hier gibt es ein paar Ausnahmen, wie Joseph erklärt: "Zunächst mal werden innerhalb einer Season alle Ruf-Belohnungen - also die Skillpunkte, Paragonpunkte, Trank-Slots und so weiter - mit all deinen Charakteren in dieser Season geteilt. Es gibt aber noch etwas, das man für alle zukünftige Charaktere übernehmen kann, nämlich die Altäre von Lilith, die man in der Open World entdecken kann. Die geben euch einerseits Ruf, um euer Ansehen in der Region zu verbessern. Sie verleihen euch aber auch ein paar Attribute-Boni, die dann allen Helden in eurem Account angerechnet werden. Diese Boni werden dann auch euren Charakteren zur Verfügung stehen, die ihr vielleicht in der nächsten Season spielen werden. Für jede Season wird der Ruf wieder zurückgesetzt, doch die Attribute-Boni von Lilith-Altären bleiben euch immer erhalten. Damit sollte es euch leichter fallen, später andere Helden hochzuleveln."
Battle Pass: Teurer Cash Grab oder fair?
Diablo 4 wird ein Vollpreisspiel. Doch wie Blizzard schon vor langer Zeit enthüllt hat, wird es nicht nur einen Ingame-Shop mit kosmetischen Items, sondern auch einen zweigeteilten Battle Pass geben. Ähnlich wie in Diablo Immortal ist ein Pfad auf dem Battle Pass kostenlos und für alle Spieler automatisch aktiv. Es gibt aber noch einen zweiten Premium-Pfad, für den man echtes Geld hinblättern muss. Im Gegensatz zu Diablo Immortal wird der Premium-Battle-Pass jedoch keine spielrelevanten Items oder Booster beinhalten. Wie die Entwickler hier bereits erklärt haben, wird man über den kostenpflichtigen Battle Pass ausschließlich kosmetische Belohnungen erhalten.
Das stellt Joseph auch nochmal klar: "Der Battle Pass ist grundsätzlich nicht dazu da, um irgendwelchen Content unter Verschluss zu halten. Er liefert in erster Linie kosmetische Belohnungen. Es gibt auch ein paar Dinge, die deinen Fortschritt beschleunigen, aber die sind alle in dem kostenlosen Teil des Season Pass und haben auch eine Levelanforderung. Zum Beispiel gibt es da einen Erfahrungspunkte-Bonus, der ist im kostenlosen Track des Season Pass - aber man braucht auch einen bestimmten Level, um ihn überhaupt erst mal freizuschalten. Es ist also kein Content hinter einer Paywall versteckt oder sowas. Du kannst dich entscheiden, für die kosmetischen Belohnungen (im Premium-Zugang) zu bezahlen, wenn du das willst. Aber alles an Inhalten, was wir in die Seasons packen, neue Questlines, neue Features, Systeme, Belohnungen und so weiter, das gibt's alles kostenlos als Season Update. Und um das nochmal klarzustellen, die Saisonreise ist vom Battle Pass losgelöst. Wenn du Schritte in der Saisonreise erledigst, steigerst du damit auch deinen Fortschritt im Battle Pass - aber die Saisonreise ist natürlich gratis für alle." Auch Kayleigh klinkt sich an dieser Stelle ein: "Dazu möchte ich auch nochmal sagen, dass man die Saisonreise erledigen kann, indem man einfach ganz normal das Spiel spielt. Wir versuchen da nicht, die Spieler mit irgendwelchen Aufgaben in eine bestimmte Richtung zu drängeln."
Quelle: PC Games
Keine Angst, etwas zu verpassen: Blizzard will, dass ihr euch die Spielzeit gut einteilen könnt.
Respec-Kosten sind final
Über die Kosten für das Respeccen - also das Umverteilen von Talentpunkten - gab es rund um die Beta bereits angeregte Diskussionen. Kurz gesagt: Manche Spieler glauben, die Kosten seien für hochstufige Charaktere schlichtweg viel zu hoch. Blizzard hat danach erklärt, dass die Respec-Kosten zwar spürbar, aber definitiv nicht zu hoch ausfallen werden, was auch Joseph nochmal unterstreicht: "Das Feedback, das wir gerade zum Respec erhalten, hat uns nicht gerade überrascht. Die Spieler verdienen massenhaft Gold, sobald sie bestimmte Levels erreichen. Darum steigen auch die Respec-Kosten ein bisschen. Und ja, die Respec-Kosten sind final zum Launch und wir haben derzeit auch keine Pläne, sie später zu entfernen. Wir denken, dass die Kosten eine wichtige Rolle dabei spielen, wie die Spieler ihre Charaktere weiterentwickeln und ausdefinieren, sobald sie höhere Stufen erreichen. Darum haben wir anfangs, so in den ersten 50 Levels, auch so gut wie keine Respec-Kosten, denn da lernt man seine Klasse kennen, probiert die Talente aus und so weiter. Über Ausrüstung erhält man auch schon früh viele Boni auf Talente, damit man noch etwas mehr experimentieren kann. Sobald du mit dem Paragon-Bord loslegst, besonders wenn es über Stufe 80 geht, steigen auch die Respec-Kosten. Aber sie werden nie so hoch sein, dass man einen Helden nicht komplett zurücksetzen kann, wenn man das will. Es wird etwas kosten, aber es ist definitiv nicht unerreichbar, da man zu diesem Zeitpunkt schon jede Menge Gold gesammelt hat. Natürlich schauen wir uns rund um die Uhr die Daten an und werden das Feedback nach dem Launch auswerten. Aber wir wollen, dass die Spieler das Respec-Feature erst mal richtig erleben und ein Gefühl dafür bekommen. Und dann sehen wir weiter."
Quelle: PC Games
Erst auf hohen Levelstufen steigen die Respec-Kosten deutlich. Trotzdem soll das Zurücksetzen immer bezahlbar bleiben.
Albtraumdungeons: Was ist eigentlich das Ziel?
Ein wichtiger Baustein für das Endgame von Diablo 4 sind die Albtraumdungeons. Dazu muss man zuerst ein Siegel erbeuten oder herstellen, das man dann dazu nutzen kann, um einen Dungeon in eine spezielle, härtere Version zu verwandeln. Aber worauf läuft das System letztendlich hinaus? Ist bei Charakterstufe 100 Schluss oder kann man den Schwierigkeitsgrad endlos raufdrehen? Joseph hat hier eine Menge zu sagen - und überrascht uns mit einem Detail: "Das Albtraum-Dungeon-System skaliert auch über Stufe 100. Aber: Das Spiel ist nicht dazu gedacht, endlos gespielt zu werden! Es gibt zwar Kreaturen, die du auf immer höheren Stufen bekämpfen kannst, aber das sind Inhalte, mit denen du im Grunde versucht, deinen Helden so weit wie möglich zu pushen, anstatt endlos für Belohnungen zu grinden. Es gibt ein Macht-Maximum, das du mit deiner Ausrüstung erreichen kannst. Du kannst irgendwann an den Punkt kommen, an dem du die absolut beste Ausrüstung mit den absolut besten Affixen und den absolut besten Stats für deinen Build gefunden hast. Darauf liegt der Fokus." Auf der nächsten Seite lest ihr den zweiten Teil von Josephs Antwort und erfahrt, was euch wirklich am Ende von Diablo 4 erwartet.
