"Beim letzten Boss geht's nicht um Loot." - Interview zum Endgame von Diablo 4

Special Felix Schütz
"Beim letzten Boss geht's nicht um Loot." - Interview zum Endgame von Diablo 4
Quelle: Blizzard

Das Endgame im Fokus: Wie viel Spielzeit hat Diablo 4 wirklich? Gibt es einen Endlosmodus oder einen versteckten Boss? Wie laufen Seasons ab? Und warum gibt es keine Set-Items? Im Interview verraten uns die Entwickler viele spannende Details zum neuen Endgame, plaudern über unfaires PvP - und erklären, warum Diablo 4 irgendwann auch einfach mal durchgespielt ist.

Joseph hat eingangs bereits bestätigt, dass es sehr viel Zeit beanspruchen wird, einen nahezu perfekten Build auf die Beine zu stellen. Die Suche nach der besten Ausrüstung mit den besten Attributen und das Optimieren aller legendären Affixe soll Hunderte, wenn nicht Tausende Stunden beschäftigen. Was wir aber noch nicht wussten: Am Ende von Diablo 4 wird noch einen besonderer Boss auf euch warten - und der richtet sich dann wirklich nur an extrem mächtige Spieler, wie Joseph uns verrät: "Auf Level 100 gibt es einen besonderen Bosskampf als Höhepunkt. Und der ist wirklich außergewöhnlich, außergewöhnlich fordernd. Spieler, die gerade erst Stufe 100 erreichen, werden sich mit diesem Boss extrem schwer tun. Du musst deinen Build dann wirklich optimieren, alles verbessern, was irgendwie geht und den Bossfight wirklich gut verinnerlichen - erst dann hast du vielleicht eine Chance, ihn zu schaffen. Und dieser Bosskampf gibt dir kein mächtiges Loot. Darum geht es da einfach nicht. Es geht darum, zu sagen: Ich habe einen wirklich extrem mächtigen Build hinbekommen, das ist mein Schlussstein. Dieses ehrgeizige Ziel nach Level 100 habe ich erreicht. Es gibt natürlich Kosmetik und andere Belohnungen für diesen Kampf, aber es geht da einfach nicht mehr darum, noch besseren Loot zu bekommen - es geht vielmehr darum, die nötige Ausrüstung zu haben, um diesen speziellen Boss überhaupt irgendwie zu schaffen."

Wann starten die Seasons?

Zu diesem Thema darf Joseph noch nicht viel verraten: "Wir haben zwar noch nicht angekündigt, wann wir mit Seasons in Diablo 4 beginnen, aber wir haben schon angekündigt, dass sie quartalsweise erscheinen sollen. Wir finden, drei Monate sind ein guter Zeitrahmen pro Season. Und wir werden zu einem späteren Zeitpunkt noch viel mehr darüber sprechen. Jede Season soll eine ordentliche Menge frischen Content liefern, mit Quests, Belohnungen, Fortschrittsmechaniken und so weiter. Wir freuen uns richtig darauf und wir arbeiten auch schon ziemlich intensiv daran. Mehr kann ich heute dazu leider noch nicht verraten. Aber bald!"

Später im Gespräch plaudert Joseph dann aber noch doch ein paar Details aus und spricht über die Designphilosophie hinter den Seasons: "Ich glaube, damit Seasons erfolgreich sein können, muss jede einzelne Season wirklich unterhaltsam und spannend sein. Und auch wenn die Welt von Sanktuario natürlich wachsen soll - und das wird sie - wollen wir auch dafür sorgen, dass wir spaßige Sachen darin anstellen, ohne uns dabei Gedanken über langfristige Entscheidungen zu machen. Die Story wird am Ende des Diablo-4-Basisspiels fertig erzählt sein. Und ich denke nicht, dass wir mit Seasons Geschichten erzählen sollten, die direkt an das Ende von Diablo 4 anknüpfen und über Seasons weitergetragen werden. Seasons sind dafür nicht gut geeignet, um eine Geschichte so zu erzählen. Was ich stattdessen will: Zum Start einer Season wird es eine neue Storyline geben, die auch zu dem neuen Gameplay passt, das wir im Rahmen der Season einführen wollen. Das wird natürlich alles in die Welt passen und Teil von Sanktuarios Geschichte sein, aber es wird den Spielern vor allem ermöglichen, wirklich spaßige neue Sachen auszuprobieren. Was mir persönlich und dem Team sehr wichtig ist: Das Spiel soll sich wieder frisch anfühlen, wenn man eine neue Season von Diablo 4 beginnt."

Schön, aber auch trostlos: Diablo 4 ist streckenweise arg düster geraten. Quelle: PC Games Nightmare Dungeons nehmen eine wichtige Rolle im Endgame ein. Hoffentlich spielen sich die Gewölbe dann etwas spannender als noch in der Beta.

Warum gibt es diesmal nur so wenige Schwierigkeitsgrade?

Von Diablo 3 waren wir es gewohnt, schnell auf höhere Schwierigkeitsgrade zu wechseln, um mehr XP und bessere Beute abzustauben. Diablo 4 verwendet jedoch ein anderes System, das stark an Diablo Immortal angelehnt ist. Joseph erklärt die Details: "Die Schwierigkeitsgrade funktionieren diesmal etwas anders als in Diablo 3. Wenn man Level 50 erreicht, kann man einen Abschlussdungeon (Capstone Dungeon) meistern, um die Weltenstufe 3 freizuschalten. Auf diesem Albtraum-Schwierigkeitsgrad kämpft man dann gegen sehr viel stärkere, hochstufigere Gegner und sammelt bessere Beute, die wir heilige Ausrüstung nennen, da sie mehr Affixe hat. Es wird auch neue Legendäre Mächte geben, die bisher noch nicht gedroppt sind. Ab hier werden dann auch die ersten Unique Items zu finden sein. Und das alles wird dich etwa von Level 50 bis Level 70 beschäftigen. Dann folgt ein weiterer, noch kniffligerer Capstone Dungeon, um die Weltenstufe 4 (Qual) freizuschalten. Und dort arbeitest du dich dann von Level 70 auf Level 100 hoch." Auf der nächsten Seite geht's weiter!

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