Diablo 4: Xbox Series S und PS4 - Wie gut läuft die Beta auf schwächeren Konsolen?
Special
Egal ob auf PC, Xbox Series X oder PS5: Technisch schneidet die Beta von Diablo 4 auf allein drei Plattformen sehr gut ab. Aber wie läuft das Action-Rollenspiel auf der guten, alten PS4? Oder der günstigen Xbox Series S? Wir haben beide Fassungen ausgiebig gespielt und geben eine Einschätzung, dazu gibt's ein paar Grafikvergleiche aus der Beta.
Düster und detailreich präsentiert sich die Beta von Diablo 4: Mit seiner geerdeten (wenn auch sehr dunklen) Gestaltung wendet sich Blizzard vom bunten Diablo 3 ab, die Inszenierung wirkt ruhiger, ernster und bedrückender. Auch die Effekte präsentieren sich diesmal weniger knallig und das Landschaftsdesign wirkt wieder realistischer, damit passt es optisch besser zu Diablo 2: Resurrected als zu zum dritten Teil oder dem ähnlich farbenfrohen Diablo Immortal. Die Blizzard-typische Liebe zum Detail gibt's aber trotzdem: Animationen wirken sehr geschmeidig, Rüstungen zeigen schicke Verzierungen und satte Zerstörungseffekte verleihen den Kämpfen wieder angenehme Wucht. Das alles wussten wir bereits aus zahlreichen Gameplay-Videos.
Was wir dagegen nicht wussten: Wie sieht Diablo 4 eigentlich auf einer alten PS4 aus? Oder auf der Xbox Series S, Microsofts günstiger Next-Gen-Konsole, der öfter mal nachgesagt wird, sie bremse die Entwicklung moderner Spiele aus? Im Beta-Test haben wir Diablo 4 auf mehreren Plattformen rauf und runter gespielt: Mit vier Leuten waren wir auf PC, PS5, PS4 und Xbox Series S unterwegs. Hier haben wir erste Hands-on-Eindrücke und ein paar Vergleichsbilder für euch.
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Kurze Bestandsaufnahme: PC und PS5
Auch wenn man schon sehr genau hinschauen muss: Das technisch beste Spielerlebnis hatten wir auf dem PC. Hier gab es die höchste Auflösung, die schärfsten Texturen, die feinste Beleuchtung -entsprechende Hardware vorausgesetzt. Doch selbst auf älteren Rechnern lässt es sich oft noch ordentlich spielen, und wer ein Mittelklasse-System besitzt, erreicht dank sehr gutem DLSS-Support oft noch ein scharfes Bild bei geschmeidigen 60fps. Für ein Blizzard-Spiel ist Diablo 4 (jetzt kaufen ) zwar verhältnismäßig anspruchsvoll, von einem Hardware-Fresser kann aber schon jetzt keine Rede sein - zumal die finalen Optimierungen bis zum Release noch gar nicht einberechnet sind.
Diablo 4 Beta: PC vs. PS4
Aber: Die PS5-Umsetzung steht dem PC optisch in kaum etwas nach, beim Spielen merkt man praktisch keinen Unterschied. Auf PS5 läuft Diablo 4 in 2160p bei flüssigen 60 Bildern pro Sekunde. Der Detailgrad war in der Beta ähnlich hoch wie auf dem PC und die Ladezeiten fielen mit wenigen Sekunden sehr kurz aus. Ruckler traten hier und da zwar auf, allerdings vor allem bei Gebietswechseln - es lässt sich also nicht zweifelsfrei klären, ob es tatsächlich Performance-Einbrüche oder doch einfach stinknormale Lags waren, die eher auf ein Serverproblem zurückzuführen sind. So oder so: Das Spielerlebnis auf der PS5 kann es mit dem PC problemlos aufnehmen. (Xbox Series X haben wir noch nicht testen können, hier rechnen wir aber mit einem identischen Ergebnis. Die Xbox One X dürfte da nicht ganz mithalten können. Auf Xbox One solltet ihr mit der schwächsten Leistung bei 900p rechnen. Mehr Details dazu findet ihr in den Videos, die wir weiter unten verlinkt haben.)
In unserer Bildergalerie gibt's jede Menge Screenshots von PS4, PC und Xbox Series S!
Bildergalerie
PS4 und Series S: Zu schwach für Diablo 4?
Kommen wir zu zwei der schwächeren Modelle. Auf der PS4 packt das Spiel noch 1080p bei 30 Bildern pro Sekunde. Das fühlt sich natürlich nicht so zackig und flüssig an wie mit der doppelten Framerate, aber zum Spielen reichen die 30fps tatsächlich vollkommen aus. Hatten wir uns erst mal daran gewöhnt, konnten wir auch hier genau so schnell austeilen und ausweichen wie auf den anderen Plattformen. Grafisch musste Blizzard zwar zahlreiche Zugeständnisse machen, die meisten davon fallen aber nur im direkten Vergleich wirklich auf - schließlich spielt man praktisch die ganze Zeit aus einer weit herausgezoomten Ansicht. Wer genauer hinguckt, erkennt es aber: Auf der PS4 verlieren die Texturen sichtbar an Schärfe und die Beleuchtung an Details. Teller und Becher werfen dann zum Beispiel keine oder nur noch simple Schatten, die gröber aufgelöst sind und weniger Kontrast bieten. Auch die Umgebungsverdeckung wurde sichtbar zurückgeschraubt. Beim Monsterklappen fallen diese Details allerdings weniger auf als in den geskripteten Sequenzen. Die Cutscenes, die mit der Engine berechnet werden, können sich auch auf der PS4 sehen lassen.
Der vielleicht größte Nachteil auf der PS4 waren die Ladezeiten: Ohne SSD müsst ihr oft eine halbe Minute und zum Teil sogar deutlich länger warten, bis ihr zum Beispiel aus einem Dungeon zurück in die offene Welt kommt. Das ist zwar noch im Rahmen, allerdings kann es euch dann passieren, dass eure Gruppenmitglieder bereits vorgeflitzt sind. Auf der PS4 haben wir auch deutlich mehr Ruckler erlebt als auf PC oder PS5, und zwar unabhängig davon, wie viele Gegner oder NPCs gerade auf dem Bildschirm herumsprangen. Hier könnten aber auch Server-Probleme die Ursache sein.
Auch auf der Xbox Series S erreicht die Grafik nicht ganz das Niveau der Current-Gen- oder PC-Fassungen, die Abstriche fallen aber moderat aus. Am deutlichsten sind uns die Wassereffekte aufgefallen, die sehen auf dem PC wesentlich plastischer aus und zeigen mehr Glanzeffekte. Hier könnte allerdings auch die Tageszeit eine wichtige Rolle spielen, die sich stark auf die Lichtstimmung auswirkt.
Neben mehr Bildschärfe hat die Umsetzung für Xbox Series S vor allem zwei entscheidende Vorteile gegenüber der PS4. Erstens läuft das Spiel auf der Microsoft-Konsole mit butterweichen 60fps, das Spielgefühl profitiert davon deutlich. Zweitens wird das Spiel hier von einer pfeilschnellen SSD geladen, wodurch die Schnellreise oder das Betreten von Dungeons oft in wenigen Sekunden erledigt ist. Da haben die Last-Gen-Versionen klar das Nachsehen.
Auf dem Youtube-Kanal ElAnalistaDeBits gibt es zwei sehenswerte Beiträge, in denen die Grafik der Diablo 4 Beta verglichen wird. Wir haben die Videos hier für euch verlinkt.
Technik-Fazit zur Beta: Daumen hoch!
Bei der Technik hat sich Blizzard sichtbar Mühe gegeben, um auf allen Plattformen ein gutes Ergebnis zu erreichen. Auf modernen PCs gibt das Spiel dank zahlreicher Optionen das sauberste Bild ab, sehr dicht gefolgt von den aktuellen Current-Gen-Konsolen. Aber selbst auf schwächeren Modellen wie der PS4 zeigt sich Diablo 4 noch erstaunlich gut in Form. Trotz grafischer Abstriche kommen die Stimmung und das detailverliebte Design sehr gut rüber. Eine Framerate von 30 Bildern pro Sekunde und längere Ladezeiten sind zwar klare Nachteile gegenüber den anderen Plattformen, aber nichts davon fällt so gravierend aus, dass man deshalb vom Kauf abraten sollte: Wer also noch eine alte PS4 zuhause hat und mit den Nachteilen leben kann, sollte Diablo 4 unbedingt ausprobieren -das offene Beta-Wochenende eignet sich dazu perfekt.
Praktisch dabei: Das Spiel unterstützt Crossplay und Cross Progression. Dadurch könnt ihr nicht nur mit Besitzern der anderen Fassungen zocken, sondern auch eure Fortschritte übernehmen - ideal, falls ihr jetzt auf Last Gen anfangen und irgendwann auf eine andere Plattform wechseln wollt.
Die Umsetzung für Xbox Series S bietet im Vergleich zur PS4 eindeutig das bessere Spielerlebnis. Auch hier wird zwar nicht die Grafikqualität von PC, Series X oder PS5 erreicht, aber das Gesamtbild bleibt trotzdem stimmig und die Atmosphäre kommt prima zur Geltung. Besonders gut haben uns hier außerdem die kurzen Ladezeiten und die flüssige Framerate von 60 Bildern pro Sekunde gefallen. Darum: Wer Diablo 4 in guter Qualität spielen, aber dabei möglichst wenig Geld hinblättern will, bekommt mit der Fassung für Xbox Series S sicherlich das beste Preis-Leistungsverhältnis.
