Diablo 4: Ein MMO, aber trotzdem auch für Solisten gut? - Die Beta hat mich überrascht

Kolumne Matthias Dammes
Diablo 4: Ein MMO, aber trotzdem auch für Solisten gut? - Die Beta hat mich überrascht
Quelle: PC Games

Diablo 4 wird ein Spiel mit MMO-Anleihen, in dem man immer auf andere Spieler trifft, ob man das will oder nicht. PCG-Redakteur Matthias Dammes war das von Anfang an ein Dorn im Auge. Nun hat er sich in die Beta gewagt. In dieser Kolumne erzählt er, ob es am Ende so schlimm ist, wie er es sich vorgestellt hat, oder die Freude am Spielen doch überwiegt.

Als Diablo 4 im November 2019 auf der BlizzCon angekündigt wurde, gehörte ich auch zu der großen weltweiten Fan-Gemeinde, die begeistert auf diese erste Enthüllung reagiert hat. Schließlich war es lange her, dass wir mit neuen Diablo-Inhalten verwöhnt wurden. Neben dem schicken CGI-Trailer, der Antagonistin Lilith auf beeindruckende Weise vorstellt, hatte Blizzard damals auch gleich jede Menge Informationen zum Spiel und erste Gameplay-Eindrücke präsentiert. Was ich dabei gesehen habe, gefiel mir bereits richtig gut.

Allerdings war meine Begeisterung nicht uneingeschränkt. Der Aspekt, dass Diablo 4 (jetzt kaufen ) ein MMO werden solle, in dem man permanent andere Spieler in der Spielwelt antrifft, war mir von Anfang an ein Dorn im Auge. Ein Schönheitsfehler im Spielkonzept, von dem ich befürchtete, dass er mir meinen Spaß am Spiel rauben wird. Zwar habe ich früher selbst exzessiv MMOs wie Star Wars Galaxies, World of Warcraft und The Old Republic gespielt, aber mit dem Alter habe ich mich immer mehr zum Einzelspieler entwickelt. Multiplayer-Erlebnisse machen mir nur noch selten Spaß.

Ich verstehe aber auch, dass gerade bei Diablo für viele Leute der Spaß darin besteht, mit Kumpels gemeinsam Monster zu verkloppen. Da habe auch absolut kein Problem mit. Im Gegenteil. Während meiner Zeit auf der Berufsschule habe ich etliche Unterrichtsstunden mit Klassenkameraden in Diablo 2 verbracht statt mit unseren eigentlichen Programmieraufgaben. Aber zwischen Spielen mit Freunden und einem Spiel voller Wildfremder besteht noch ein gewisser Unterschied. Daher stört mich an Diablo 4 am meisten, dass ich gar keine Wahl habe, dass mir andere Spieler in meinem Erlebnis quasi aufgezwungen werden.

Über die Monate und Jahre seit der Ankündigung habe ich immer wieder gehofft, dass es irgendwo noch die Information geben wird, dass man sein Spiel privat stellen kann. Aber dazu kam es nie. So bin ich nun in die Beta gestartet. Mit dem Gefühl, das Spiel eigentlich mögen zu wollen, weil mir das meiste, was ich so gesehen habe, echt gut gefällt, aber gleichzeitig mit dieser starken Befürchtung, dass mir DarvFader und Leg0lass05 den Spaß ruinieren werden.

Cutscene zum Ende des Prologs. Quelle: buffed Diablo 4: Beta-Kolumne

Stadtmenschen

Während sich andere Kollegen am letzten Wochenende vornehmend auf inhaltliche Erfahrungen konzentriert haben, war für mich wichtig, ein Gefühl dafür zu bekommen, wie sehr sich der MMO-Faktor nun tatsächlich auf mein Spielerlebnis auswirkt. Dazu galt es erstmal den Prolog zu bestreiten, der noch völlig ohne Begegnungen mit anderen Spielern abläuft. Dafür zeigte sich das Spiel hier aber bereits von seiner besten Seite. Die Einführung in die Geschichte von Diablo 4 hat nämlich eine klasse Atmosphäre und wird wunderbar inszeniert. Nachdem ich erstmals die imposante Gestalt von Lilith in einer der schicken Zwischensequenzen zu Gesicht bekommen habe, war mein Interesse an der Story geweckt. Hinzu kam, dass ich mit der Zauberin auch eine Klasse gewählt hatte, die mir direkt von Anfang an Spaß gemacht hat.

Alles in allem hatte ich also einen sehr, sehr positiven Start in das Spiel. So sehr, dass ich schon fast den Grund meine Skepsis verdrängt hatte. Doch irgendwann kommt der Prolog zum Ende und ich finde mich in der Stadt Kyovashad wieder. Nach der Abgabe der letzten Prologquest endet hier der instanzierte Spielbereich und plötzlich standen neben mir Barbar BeZeRkTuRk und Schurke xDarknesss. Na das geht ja gut los, dachte ich mir. Auch als ich weiter durch die Stadt streifte, um mir die verschiedenen Händler anzuschauen und Nebenquests einzusammeln, waren immer irgendwelche Spieler in Sichtweite. Immerhin werden sie ausgeblendet, wenn ich mich in einem Dialog mit einem NPC befinde. Das ist schon mal gut. Und solange ich mich in der Siedlung befinde, stören mich die Spieler auch nicht wirklich. Solche Social-Hubs ist man ja schon gewohnt. In Path of Exile ist man sich in den Camps ja auch ständig auf die Füße getreten.

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