Devil May Cry Retro: Das schnulzige Ende und fragwürdige Levels

Special Yannik Cunha
Devil May Cry Retro: Das schnulzige Ende und fragwürdige Levels
Quelle: PC Games

Hier erklären wir, warum der Titel des Spiels Devil May Cry ist und dazu die durchwachsenen Unterwasserlevel.

Devil May Cry

Am Anfang haben wir euch ja kurz erklärt, was Dantes Ziel ist: Mundus, den Herrscher der Unterwelt besiegen und hoffentlich Rauche für seine Eltern nehmen. Und genau das tut der Held in Rot auch. Auf dem Weg treffen wir noch ein paar riesige Dämonen, die Dante allesamt so behandelt, als würde er sie gerade auf dem Schulhof mobben.

Wichtig für die Story ist im Spielverlauf aber fast nichts. Nur unseren Zwillingsbruder Vergil, der ab Devil May Cry 3 wichtig wird, treffen wir noch auf dem Weg. Der wird aber von Mundus kontrolliert und spielt so gut wie keine Rolle in DMC1. Er hinterlässt nur das zweite Teil des Amuletts, das Dante und sein Bruder von ihrer Mutter bekommen haben.

Dante trifft seinen Zwillingsbruder Vergil, der sein Aussehen kopiert. Ironisch. Quelle: PC Games Dante trifft seinen Zwillingsbruder Vergil, der sein Aussehen kopiert. Ironisch. Damit können wir dann in die Unterwelt reisen. Der Zwilling sagt hier nichts, er hat keine Persönlichkeit und ist einfach nur ein Gegner. Ziemlich lahm für so einen Hintergrund.

Und Trish verschwindet fast für das gesamte Spiel, bis wir in einer Zwischensequenz erfahren - oh Schreck - dass sie eigentlich Mundus dient. Was 'n Plot Twist. Nach einem gescheiterten Versuch, Dante aus dem Weg zu räumen, rettet er Trish vor einem einstürzenden Felsen. Sie möchte sich dann Dante anschließen, der lehnt aber ab, weil er mit so einem herzlosen Dämon nichts zu tun haben möchte.

Dämonen-Overlord Mundus nimmt Trish dann gefangen, Dante rettet sie natürlich und die zwei werden ein unschlagbares Team. Aber erst, nachdem wir eine der am schlechtesten synchronisierten Szenen in der Videospielhistorie gesehen haben. In der hält Dante die Frau in den Armen und schreit, dass er der sein sollte, der ihre dunkle Seele mit Licht füllt.

Dante hält Trish in seinen Armen und weint, weil er denkt, sie wäre tot. Sie hat vor ca. zehn Minuten noch versucht, ihn zu töten. Quelle: PC Games Dante hält Trish in seinen Armen und weint, weil er denkt, sie wäre tot. Sie hat vor ca. zehn Minuten noch versucht, ihn zu töten. Das ist nicht nur maximal schnulzig, sondern in dem Schrei hat er auch noch einen Stimmbruch, der aus irgendwelchen Gründen einfach vom Sound-Team im Spiel gelassen wurde. Legendär. In einer späteren Szene weint Trish, die Teufelin, und Dante erklärt ihr, dass Teufel nicht weinen können, sondern nur Menschen. Deswegen heißt der Titel auch so, wie er heißt: Devil May Cry. Und ab diesem Punkt nennt auch Dante seinen Shop Devil May Cry, mit Trish im Logo.

Dantes Laden: Devil May Cry. Quelle: PC Games Dantes Laden: Devil May Cry. Dachten wir jedenfalls, bis wir bemerkt haben, dass der Laden schon am Anfang Devil May Cry hieß. Mit Trishs Silhouette im Logo! Wie das Sinn ergibt? Wir haben keine Ahnung, ist aber auch egal - wir sind für coole Action hier!

Die anderen Levels ...

Wer schonmal Bayonetta, oder irgendetwas von Platinum Games gespielt hat, weiß, dass Director Hideki Kamiya gerne wilde Experimente wagt und für besondere Spielpassagen öfter einmal Minigames einbaut. Kamiya war auch der Director von Devil May Cry 1 und das können wir an den mäßig umgesetzten Unterwasserlevels sehen.

Die Levels unter Wasser sind... sagen wir: sehr experimentell. Quelle: PC Games Die Levels unter Wasser sind... sagen wir: sehr experimentell. Die spielen wir aus der Ego-Perspektive, mit einer komplett unintuitiven Steuerung, die uns wieder per Screenshot gezeigt wird. Unter Wasser können wir auch nur unsere Nadel-Pistole verwenden - das ist schon ziemlich langweilig und bricht unnötig den Gameplay-Flow.

Eigentlich können solche Perspektivwechsel ziemlich interessant eingebaut werden, das beste Beispiel dafür ist wohl Nier Automata, bei dem es in den ersten 15 Minuten schon drei verschiedene Perspektiven gibt. Dessen Entwicklung wurde übrigens auch von Platinum Games geleitet, da hat die Firma wohl einiges aus den Fehlern seit Devil May Cry gelernt!

Der Vater der Hack & Slays

Devil May Cry 1 ist die Blaupause für alle Hack & Slays, die die Welt so hervorgebracht hat. Die Bayonetta-Serie, No More Heroes, die 3D-Ninja-Gaiden-Titel, Metal Gear Rising: Revengeance und natürlich die folgenden Devil-May-Cry-Titel. Kenner werden merken, dass einige dieser Spiele von Platinum Games sind, und das ist kein Zufall. Also hier noch eine kleine Gaming-Geschichtsstunde zum Schluss.

Hideki Kamiya, Schöpfer und Director von Devil May Cry 1, arbeitete damals mit seinem Team unter Capcoms Führung. Anscheinend wurde dem Director aber nicht Bescheid gegeben, dass ein zweites Devil May Cry entwickelt wird.

Das Logo von Platinum Games. Leider hat Kamiya die Firma verlassen und einige seiner Kollegen schon wieder mitgenommen. Quelle: Platinum Games Das Logo von Platinum Games. Leider hat Kamiya die Firma verlassen und einige seiner Kollegen schon wieder mitgenommen. Das fand er wohl nicht so cool von Capcom, also hat er einige seiner vertrauten Entwickler aus dem Studio Team Little Devils abgeworben und das neue Studio Team Little Angels gegründet, völlig unabhängig von Capcom. Ganz schön frech. Und in Bayonetta hat man ja Engel gejagt, anstelle von

Dämonen - da war jemand wohl ganz schön angefressen von seinem Publisher.
Team Little Angels ist heute unter Platinum Games bekannt, die eben auch für Metal Gear Rising, Bayonetta, Nier Automata und sogar Ninja Gaiden 4 verantwortlich zeichnen.

Mittlerweile hat sich Kamiya aber sogar von seiner Firma Platinum Games getrennt, ihm wurde die Firma nach eigenen Aussagen zu businessorientiert. Er möchte kein Geld, sondern einzigartige Spiele machen. Also hat er wieder ein neues Studio gegründet, dieses Mal mit dem Namen Clovers. Und wisst ihr, wie das erste Studio hieß, unter dem Kamiya bei Capcom gearbeitet hat? Clover Studio.

Ob der Mann immer noch sauer auf Capcom ist, weil sie ihm Devil May Cry weggenommen haben? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Sicher ist nur: Hideki Kamiya ist der Erfinder der Hack'n'Slays und war an der Mehrheit aller großen Titel des Genres beteiligt.

Mal schauen, was in der Zukunft noch von ihm kommt. Gerade arbeitet er wohl mit seinem neuen Studio an Okami 2. Und wer weiß, vielleicht stolpert ihr ja irgendwann noch mal über diesen Artikel und konntet Okami 2 bereits spielen - dann hoffen wir nämlich für euch, dass sich die Warterei bis dahin gelohnt hat und wir das nächste Action-Spektakel des Directors genießen konnten.

  1. Seite 1 Eine der besten Intro-Sequenzen jemals
  2. Seite 2 Ein Kampfsystem in Kinderschuhen
  3. Seite 3 Das ist schwer!
  4. Seite 4 Die Beta für alle Hack & Slays
  5. Seite 5 Das schnulzige Ende und fragwürdige Levels
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