Mit Gitarre und langem Ledermantel auf Dämonenjagd: Held Dante lässt selbst Max Payne ganz schön alt aussehen.
Teuflisch vielseitig
Während die Steuerung kinderleicht ist, bietet das Kampfsystem jede Menge Tiefgang. Wir haben nämlich die Wahl aus sechs Kampfstilen, vom Schwertmeister bis zum wieselflinken Vollblut-Akrobaten. Je nach gewähltem Kampfstil lösen wir auf Tastendruck ein spezielles Manöver aus und blocken beispielsweise besonders effektiv oder bringen uns mit einem Sprint in letzter Sekunde in Sicherheit. An Schreinen, die in den Levels verstreut sind, sowie zwischen den Levels können wir den Stil auf Wunsch ändern. Allerdings lohnt es sich, die für sich persönlich perfekte Kampfweise zu finden und auch bei dieser zu bleiben. Denn wenn wir die Spezialmanöver konsequent ausnutzen, schalten wir neue Stufen im jeweiligen Stil frei und werden so mit weiteren Aktionen belohnt.
Allerdings haben alle sechs Kampfarten ihre Daseinsberechtigung. In manchen Levels und vor allem bei manchen Bosskämpfen machen wir uns das Leben deutlich leichter, wenn wir flexibel sind und kurzzeitig von unserem lieb gewonnen Stil ablassen. Devil May Cry 3 erhält so eine taktische Komponente, die für Abwechslung sorgt und in diesem Genre fast schon einzigartig ist.
Nichts für Anfänger
Die sechs Kampfstile perfekt zu beherrschen, das ist vor allem in den zahlreichen Bosskämpfen wichtig, die mitunter bockschwer sind. Wie für waschechte Action-Adventures üblich, müssen Sie die Bewegungsmuster der Bosse auswendig lernen und diese dann entsprechend kontern oder auf den richtigen Moment zum Zuschlagen warten. Das fällt bei manchen leichter als bei anderen; Vampirin Nevan beispielsweise hat ein halbes Dutzend Attacken im Repertoire, die zufällig ausgelöst werden. In diesem Kampf müssen Sie extrem schnell reagieren, um nicht wieder von vorne anfangen zu müssen.
Langwierig sind diese Scharmützel obendrein. Viele Gegner können Sie nur kurzzeitig verwunden; danach heißt es wieder, auf die nächste Gelegenheit zu warten. So ziehen sich die Gefechte mitunter arg in die Länge und verlangen Ihnen eine gehörige Portion Ausdauer ab. Belohnt werden Sie manchmal mit neuen Waffen, in aller Regel aber zumindest mit einer Zwischensequenz. Die sind herrlich cool und überzogen inszeniert und nehmen sich selbst nicht bierernst. Würde Chuck Norris sehen, wie Dante hier mit seinem Motorrad an der Außenseite des Turmes in die Tiefe brettert, er würde vor Neid erblassen.
