Dead Island 2 überrascht in der Preview: Zombie-Schlachtplatte stundenlang gespielt
Special 14,99 €
Wer mit Splatter nix anfangen kann, kneift am besten gleich die Augen zu: In Dead Island 2 fliegen dermaßen die Fetzen, da kann kein anderes Zombie-Spiel mithalten. Aber das Spiel hat zum Glück noch mehr zu bieten als drastische Gewalt: Wir haben das Action-RPG stundenlang auf dem PC gezockt und waren positiv überrascht! Alle Eindrücke gibt's in der Vorschau, auch als Video mit viel Gameplay.
Neun. Jahre. Ganze neun Jahre ist es her, dass Dead Island 2 angekündigt wurde - und gleich darauf wieder in der Versenkung verschwand. Denn hinter den Kulissen ging's rund: Gleich zwei Entwicklerstudios bissen sich an dem Projekt die Zähne aus, zuerst Yager Development in Berlin und danach das britische Studio von Sumo Digital. Erst 2019 landete das Spiel dann bei Dambuster Studios (Homefront: The Revolution), wo man beschloss, nochmal ganz von vorn anzufangen und Dead Island 2 von Grund auf neu zu entwickeln. Und jetzt, vier Jahre später, geht es endlich ans Eingemachte: Das Spiel ist fast fertig und ich konnte es schon mehrere Stunden auf meinem PC zocken. Und eines gleich vorweg: Es fühlt sich auch ohne Tropeninsel wie ein richtiger Nachfolger an. Wer also befürchtet hat, es würde wie bei Dying Light 2 in eine ernstere Richtung gehen, mit mehr Rollenspiel- und Parkour-Elementen, kann ganz beruhigt sein: Das Spielgefühl in Dead Island 2 wirkt langsamer, vertrauter - und es ist längst nicht so ambitioniert wie Dying Light 2. Damit könnte es bei genau den Fans punkten, die sich einfach mal wieder einen Zombie-Klopper wünschen, der sich selbst nicht so richtig ernst nimmt.
Lesetipp: Dead Island 2 - Einsteiger-Tipps zum blutigen Spielstart
Keine Lust zu lesen? Meine komplette Preview gibt's auch als ausführliches Video. Kleiner Hinweis dazu: Für diese Vorschau durfte ich zwar eine fast fertige PC-Fassung spielen, konnte aber noch keine eigenen Spielszenen aufnehmen. Das Videomaterial stammt also vom Entwickler, entspricht aber ziemlich genau den Inhalten, die ich selbst gespielt habe. Ihr bekommt also einen guten Eindruck vom Gameplay.
Hell-A ist die neue "Insel"
Dead Island 2 (jetzt kaufen 14,90 € / 14,99 € ) spielt ironischerweise nicht mehr auf einer Insel, sondern im sonnigen Los Angeles, von den Entwicklern auch liebevoll "Hell-A" getauft. Dort ist wieder mal eine Zombie-Seuche ausgebrochen, die Stadt wurde abgeriegelt und die Bevölkerung weitestgehend evakuiert. Durch einen blöden Zufall landet man aber natürlich mittendrin im Zombie-Paradies und muss nun irgendwie versuchen, halbwegs lebendig wieder rauszukommen. Dazu sucht man sich uns anfangs eine von sechs Spielfiguren aus. Die Charaktere können nicht angepasst werden, sind aber dafür vollständig vertont und kommentieren das Geschehen regelmäßig, das sorgt für Atmosphäre. Außerdem unterscheiden sie sich auch in ihren Charakterwerten und Basiseigenschaften. Eine Figur kann zum Beispiel besonders gut blocken, eine andere bewegt sich dafür schneller, hat mehr Ausdauer oder regeneriert sich flotter. Und natürlich kann man Dead Island 2 auch wieder im Koop zocken, bis zu 3 Spieler sind diesmal möglich. (Ich konnte den Koop in meiner Version übrigens noch nicht ausprobieren). Moment, drei Spieler? Klingt erst mal nach wenig! Doch nachdem ich mich mehrere Stunden durch Hell-A geschnetzelt habe, bin ich mir ziemlich sicher, dass die Teamgröße für das Leveldesign genau richtig ist.
Quelle: Deep Silver
Schusswaffen werden erst nach mehreren Spielstunden freigeschaltet.
Denn auch wenn man bei Dead Island eigentlich eine Open World erwartet, geht der zweite Teil einen anderen Weg. Das Spiel besteht nicht aus einer riesigen Map, sondern aus mehreren, abgegrenzten Gebieten, von denen manche weitläufiger und andere auch mal kleiner ausfallen können. Innerhalb dieser Gebiete habt ihr wieder alle typischen Freiheiten, ihr könnt also erkunden, plündern, Nebenquests entdecken und so weiter. Fahrzeuge gibt es aber nicht, weil sie einfach nicht zum Leveldesign gepasst hätten. Später soll man dafür ein Schnellreisesystem freischalten können, um sich längere Laufwege zu ersparen. Davon habe ich zwar noch nix gesehen, aber auch so waren die ersten Stunden schon eine richtig gelungene Mischung aus offenem Sandbox-Design und linearem Story-Telling mit klarem Ziel vor Augen. Ich war zum Beispiel in Bel Air und in Beverly Hills unterwegs und habe jede Menge prolliger Villen geplündert, die mit viel Liebe zum Detail gestaltet wurden. Da bekommt man wirklich das Gefühl, dass hier mal irgendein Superreicher gewohnt (und ein grässliches Ende gefunden) hat.
Später habe ich mich durch ein Hotel geprügelt, eine wirklich kolossale Zombie-Braut besiegt (allein die Musikuntermalung in dem Bosskampf!) und bin anschließend in einem verlassenen Filmstudio auf Spurensuche gegangen. Das alles war nie so richtig überraschend oder kreativ, sowas hätte man schon vor zehn Jahren umsetzen können. Aber: Es war grundsolide, stimmungsvoll und sauber gestaltet - und das hat mir, zumindest in den ersten Spielstunden, völlig ausgereicht.
