Crisis Core Reunion im Test: Meisterhaftes Remaster
Test
Wir haben keine Krise bekommen beim Test von Crisis Core Final Fantasy 7 Reunion - ganz im Gegenteil! Das ursprünglich auf der PSP erschienene Action-RPG hat nicht nur eine überarbeitete Grafik, sondern auch andere Neuerungen zu bieten. Welche das sind und wieso ihr Crisis Core spielen solltet, lest ihr im Test.
Anders als in ähnlichen Final-Fantasy-Titeln gibt es in Crisis Core keine große, offene Welt zu entdecken. Stattdessen sind so gut wie alle Story-Abschnitte in Missionen unterteilt. So sieht es auch mit SOLDAT-Aufträgen aus. Diese kurzen Missionen schicken uns in kleine Gebiete, die wir nach Kisten absuchen und in denen letztlich ein manchmal aufregender, oftmals aber auch unspektakulärer Boss wartet. Obwohl die Missionen im Kern immer das Gleiche sind, ergeben sie einen regelrecht suchterregenden Gameplay-Loop: alle Kisten suchen, Gegner ausschalten, neue Mission. Dabei helfen schnelle Ladezeiten und die reaktive Menüführung, da wir kaum zu Verschnaufpausen gezwungen werden.
Motiviert und angelockt werden wir von der Aussicht auf bessere Ausrüstung, neue Beschwörungen, Zauber und Skills, aber vor allem vom Wunsch nach höheren Statuswerten. Denn worüber wir noch gar nicht gesprochen haben, ist das komplexe Materia-System. Kurz gesagt: Wir können Status-Boni an Fähigkeiten koppeln, sie vererben und somit ins Unermessliche steigern.
Dein Freund, der Grind
Da kann es geschehen, dass wir fast zu viel Zeit in den Grind investieren. Nach einer längeren Session mit den Sondermissionen wurden Story-Gegner zum reinen Witz, sodass wir gar im Endkampf lediglich drei Schläge austeilen mussten, um den dramatischen Abspann ins Rollen zu bringen.
Anders sieht es mit den schwierigeren SOLDAT-Missionen aus! Dort warten nämlich nicht nur starke Gegner, sondern auch fiese Kombinationen. Wenn uns beispielsweise zwei Widersacher betäuben, während zwei andere die Instant-Kill-Magie "Tod" auf uns wirken, bringen auch noch so hohe Werte nichts, da ist Können gefragt.
Was wir jedoch nicht ganz verstehen: Es gibt unglaublich viele SOLDAT-Missionen für niedrige Level. Wir sind viel zu schnell zu stark für die Gegner dort. 300 Missionen sind zwar schön für Fans, die alles freischalten wollen und Spaß am Loop haben, hier hätte man den Fokus aber auf mittlere oder schwierige Aufträge legen sollen. Obendrein finden wir uns bei den Missionen immer wieder in den gleichen Ebenen wieder. Ja, der ganze Kram ist völlig optional, mehr Variation hätte aber nicht geschadet.
Bildergalerie
Ist Crisis Core Final Fantasy Reunion also ein gelungenes Remaster? Wer das aus unseren Worten noch nicht herauslesen konnte, bekommt jetzt die klare Antwort: ja! Die vielen kleinen Änderungen verbessern das Abenteuer so, dass es sich fast anfühlt wie ein modernes Spiel. Klar, so sieht Crisis Core zwar nicht unbedingt aus, durch die neuen Modelle und Grafiken wirkt es aber auch keinesfalls altbacken.
Zu den neuen Stimmen gesellen sich übrigens auch neu arrangierte Tracks des wunderschönen Soundtracks, der von antreibendem Rock bis hin zu melancholischen Gitarren-Klängen reicht. Takeharu Ishimoto, Composer des Originals, war auch beim Remaster an Bord.
Der Plan von Square Enix, die ganze Geschichte vor Final Fantasy 7 auf modernen Konsolen verfügbar zu machen, hätte einfache Geldmacherei sein können. Mit diesem Remaster hat der Publisher und Entwickler aber gezeigt, dass Qualität bei diesem Projekt an vorderster Stelle stand. Wer in den Genuss des Ursprungs der gesamten Geschichte um Cloud Strife kommen möchte, oder einfach nur Fan von Action-RPGs ist, schlägt bedenkenlos zu.Crisis Core Final Fantasy 7 Reunion erscheint am 13. Dezember für Nintendo Switch, PC, PS4, PS5, Xbox One und Xbox Series.
