City Tales im Test: entspannter Mittelalteraufbau mit einem Hauch Anno und Manor Lords
Test
City Tales überzeugt mit einer schönen Mittelalteratmosphäre, ist aber nicht für jeden Typ von Aufbauspieler geeignet.
In diesem Artikel
So haben wir zum Beispiel unseren Sammlerprofi Alberich als Oberhaupt der ersten Expansion eingesetzt, wo er die Effizienz sämtlicher Rohstoffsammelgebäude beinahe verdoppelt hat. Der clevere Einsatz der Gefährten ist motivierend für Tüftler, die gerne noch mehr aus ihrer Wirtschaft herausholen. Wer sich aber nicht so tief reinfuchsen will, kann auch einfach die Spielgeschwindigkeit erhöhen und so schneller Waren sammeln.
Große Prunkbauten
Die Dialoge für die Hauptstory und die Begleiterquests werden übrigens in unvertonten Textboxen auf Deutsch präsentiert. Die sind ganz nett geschrieben und erfüllen ihren Zweck, sind aber beileibe nichts Besonderes. Da geht's unter anderem um politische Beziehungen zu Gästen aus anderen Adelshäusern und dazugehörige Intrigen.
Spannender sind da schon die Monumentalbauten wie die Burg oder das Gesellenhaus. Die schalten wir einerseits im Verlauf der Handlung frei und andererseits durch den Abschluss aller Quests eines jeweiligen Begleiters.
Die großen Bauten sind nicht nur schick anzusehen, sie bieten uns auch mitunter einzigartige Vorteile. Am Handelsposten können wir etwa Waren mit Goldstücken kaufen, wenn wir mal Engpässe ausgleichen müssen. Die Burg erweitert dagegen die Einflussradien aller öffentlichen Bauten und die Münzprägerei sorgt für einen stetigen Strom an Einnahmen.
Quelle: PC Games
Dank hilfreicher Overlays verliert man bei der Stadtplanung in City Tales nie den Überblick.
Mittelalteridylle
City Tales gelingt beim Bau des eigenen Mittelalterreichs ein guter Kompromiss aus entspanntem Abschalten und motivierendem Fortschrittsgefühl. Hin und wieder muss man auch ein wenig tüfteln, wie man die öffentlichen Dienste am besten auf die Gemarkungen verteilt. Die üben ihren Einflussradius nämlich nicht ausgehend von der Gebäudeposition aus, sondern vom Zentrum der Gemarkung, in der sie gebaut wurden. Und dank praktischer Overlays, die man jederzeit einblenden kann, verliert man auch nie den Überblick, welche Dienste in einem Gebiet noch fehlen.
So kann man leichter entscheiden, wo man die nächste Schule hinbaut, während noch genug Platz für andere Dinge bleibt. Dabei kann man seinen ganz eigenen Weg finden, wie man die Stadt gestaltet. Sowohl große Gemarkungen mit vielen Gebäudeplätzen sind möglich, als auch ganz kleine - oder eine Mischung. Wer möchte, kann sogar komplette Handwerkerviertel errichten oder große zusammenhängende Wohngebiete. Das wirkt sich teilweise auch optisch aus, da die Bewohner in den höheren Bevölkerungsstufen häufig ihre Gebäude miteinander verbinden, wodurch der wunderschöne, mittelalterliche Look in City Tales noch einmal verstärkt wird.
Bevölkerungsstufen gibt's übrigens sechs Stück, und wenn man eine große Stadt aufbauen will, muss man den verfügbaren Platz früher oder später schlau nutzen. Durch Verbesserungen am Rathaus kann man sich zwar noch mehr Bauland sichern, doch die Verwaltungsreichweite hat nun mal ihre Grenzen. Mit mehreren gut platzierten und ausgebauten Expansionen ist es aber auch möglich, praktisch die komplette Karte vollzubauen.
Und wer keinen Bock auf Begrenzungen oder den Aufbau einer florierenden Wirtschaft hat, greift kurzerhand zum Maler-Modus. In diesem Kreativmodus können wir ganz nach Belieben schöne Städte auf die Karte zaubern, ohne uns Gedanken über Rohstoffe und andere Einschränkungen machen zu müssen.
Fazit und Wertung
Bis wir im normalen Spielmodus auf Standardschwierigkeit alles freigeschaltet hatten, hat uns City Tales etwa zehn Stunden beschäftigt, wobei es nie langweilig wurde. Und dazu muss man sagen, dass wir uns nicht mit Zierobjekten aufgehalten und fast durchgehend auf maximaler Geschwindigkeit gespielt haben. Das gesetzte Ziel, ein entspannendes Aufbauspiel ohne Druck, dafür aber mit reichlich Gestaltungsspielraum abzuliefern, ist den Entwicklern gut gelungen. Die stimmungsvolle Musik und der malerische Stil runden die entspannte Atmosphäre nochmals ab.
Durch die Verwaltung der Gefährten und die zahlreichen Betriebe wird sogar eine gewisse Spieltiefe geboten. Trotzdem muss euch auch klar sein, dass City Tales nicht mit dem Umfang, der Komplexität und der Grafikpracht eines Anno 117 oder dem Anspruch eines Frostpunk oder Against the Storm mithalten kann.
Meinung
City Tales: Medieval Era ist seit Mai 2025 auf Steam für knapp 23 Euro im Early Access verfügbar. Am 29. Januar 2026 erscheint das Mittelalteraufbauspiel dann in der 1.0-Version, die wir getestet haben. Eine Konsolenversion ist derzeit nicht geplant. Transparenz: Für die Erstellung dieses Artikels wurde die Release-Fassung von City Tales von Irregular Shapes gestellt.
