Against the Storm im Test: Richtig gute Strategie - ein Überraschungshit!
Test
Citybuilder, Roguelite und Warcraft-Look: Against the Storm ist raus aus dem Steam Early Access und erobert die Herzen der Strategiefans im Sturm. Wie gut ist der Indie-Hit wirklich? Unser Test!
Ganz egal, wie schön Titel wie Anno 1800 oder jüngst Pioneers of Pagonia auch sein mögen: Aufbauspiele müssen nicht immer lieb und brav sein. Das zeigten bereits Titel wie Banished oder Frostpunk. In diesen Echtzeit-Ablegern ging es vor allem darum, in einer feindseligen Welt zu überleben. In eine ganz ähnliche Kerbe schlägt Against the Storm.
Das von Eremite Games entwickelte Strategiespiel erschien am 1. November 2022 im Steam Early Access und mauserte sich seitdem zum Publikumsfavoriten. Am 8. Dezember 2023 ging Version 1.0 live - und seitdem hagelt es positive User-Bewertungen. Against the Storm ist der Indie-Aufbau-Hit dieses Winters.
Das Spiel verbindet einen klassischen City-Builder mit Roguelite-Elemente und bietet eine schier unendliche Vielfalt an Missionen und Karten. Und das für gerade einmal 30 Euro. Moment mal, das klingt doch zu schön, um wahr zu sein! Kann Against the Storm wirklich den großen Strategieproduktionen trotzen?
Siedeln in der Apokalypse
Ihr seid der Vizekönig. Im Auftrag der Verbrannten Königin sollt ihr die Zivilisation wiederherstellen und Ruhm zurück ins Königreich bringen. Nur die "Schwelende Stadt" im Zentrum des Landes konnte den Feuerstürmen trotzen. Sie dient als Startpunkt für das Abenteuer.
Von hier aus entsenden wir Karawanen und bauen mit ihnen Siedlungen auf. Zumindest bis der Zyklus endet und ein neuer Sturm alles hinwegfegt. Nur durch das Erforschen von Siegeln können wir die Zyklen verlängern und so tiefer in die Spielwelt vordringen. Gelingt das nicht, starten wir nach einem Zyklus wieder bei null und müssen uns Stück für Stück vorarbeiten.
Über die Weltkarte wählen wir zu diesem Zweck den Zielort der nächsten Siedlung aus. Jeder Ort besitzt bestimmte Vor- und Nachteile. Im Anschluss wählen wir unsere ersten Siedler sowie deren Startvorräte aus. Danach überlässt uns Against the Storm unserem Schicksal. Denn obwohl das Spiel ausführliche, teils sogar arg langatmige Tutorial-Missionen bietet, kratzen diese doch nur an der Oberfläche.
Quelle: Eremite Games
Gerade in den ersten Spielstunden überfordert das Strategiespiel mit seinen vielen Bildschirmtexten, unzähligen Effekten und einem überladenen Lagerhaus. Im Test sind wir gar im Tutorial gescheitert, weil wir uns zu sehr auf unser Basiswissen aus anderen City-Buildern und Strategiespielen verlassen haben.
In den ersten Minuten wiegt uns Against the Storm nämlich in trügerischer Sicherheit: Im Zentrum jeder Karte stehen zunächst ein Lagerhaus und die Feuerstätte. Letztere spendet unseren Siedlern ein wenig Entschlossenheit inmitten des finsteren Waldes. Um uns herum sehen wir nämlich nichts als Bäume. Wir bauen Holzfällerhütten, Steinmetze und erste Gebäude zum Sammeln von Nahrung wie etwa dem Trapperlager.
Eine bereits frühe auffällige Eigenheit: Nach dem Bau der Gebäude bestimmen wir, welche Siedler in diesen schuften sollen. Dazu gibt es fünf Völker mit unterschiedlichen Eigenschaften - Biber, Menschen und Echsen sowie später Harpyien und Füchse.
Biber arbeiten besonders gerne mit Holz, Menschen bauen Getreide an und brauen Bier und Harpyien hantieren bevorzugt mit Stoff. Wir müssen die Fantasy-Figuren also entsprechend ihrer Fähigkeiten einsetzen, um ein möglichst optimales Ergebnis zu erzielen.
Quelle: Eremite Games
Das ist zu Beginn jedoch gar nicht leicht. Die Arbeitskräfte sind knapp und wir benötigen ja auch noch Helfer zum Aufbau von Gebäuden. Zudem haben unsere Untergebenen Wünsche und Anforderungen. Grundlegend hätten sie gerne etwas Nahrung, die sie bei Pausen am Feuer verzehren.
Außerdem wäre ein Dach über dem Kopf und schützende Kleidung fein. Dazu kommen erweiterte Bedürfnisse: Der Biber mag besonders gerne eingelegte Nahrung, die Echsen dagegen Fleischspieße. Menschen sehnen sich auch nach Geselligkeit in der örtlichen Schenke, Biber dagegen nach Wissen und Schriftrollen.
Je besser wir die Bedürfnisse treffen, desto höher die Entschlossenheit. Geht diese allerdings in den Keller, rennen unsere Siedler einfach davon oder gehen gar drauf. Wir müssen also stets ein waches Auge auf unsere Untertanen haben.
Bildergalerie
Finstere Aussichten
In der Spielwelt von Against the Storm regnet es grundsätzlich immer - ganz egal, in welcher Jahreszeit wir uns gerade befinden. Allerdings beeinflusst die Saison die Stimmung und auch die Fruchtbarkeit der Ländereien. Beim Nieselregen im Frühling oder gar im Sonnenschein des Sommers gedeihen Feldfrüchte ausgezeichnet und die Stimmung unter den Siedlern ist gut. Bei Sturm und Winter bekommen sie jedoch Angst und verlieren Entschlossenheit.
