Das erste Call of Duty im Retro-Special - Der Beginn einer Ära

Special Antonia Dreßler
Das erste Call of Duty im Retro-Special - Der Beginn einer Ära
Quelle: Activision

Call of Duty ist einer der bekanntesten und erfolgreichsten Shooter-Reihen überhaupt, dabei fing alles klein und eher zufällig an. Wir werfen einen Blick auf die Anfänge eines der prägendsten Spiele aller Zeiten.

Mit Alexei hingegen fangen wir als Kanonenfutter an, verdienen uns aber eine wichtige Rolle, indem wir entscheidend beim Sturm auf den Roten Platz helfen. Am Ende düsen wir in der sowjetischen Kampagne nicht nur mit einem Panzer durch schneebedeckte Gebiete, sondern hissen mit unserem Trupp die Flagge auf dem Reichstag.

Funfact an dieser Stelle: Die sowjetischen Offiziere sind die einzigen Figuren, die in der deutschen Übersetzung einen Akzent haben, die Amerikaner und Briten reden schlicht Hochdeutsch.

Panzerlauf aus der Egoperspektive und zerstörter Panzer davor Quelle: Infinity Ward

Eine Legende ward geboren

Zwischen den drei Protagonisten gibt es nicht wirklich ein verbindendes Element, außer dass man sowohl bei der amerikanischen als auch der britischen Kampagne auf Captain Price trifft, ein Name, der in allen CoD-Teilen von Infinity Ward auftaucht.

Das ist natürlich nicht der Captain John Price, den wir später in Modern Warfare treffen sollten, immerhin stirbt der originale Price noch während der Handlung des ersten CoD. Aber es hält sich hartnäckig das Gerücht, dass es sich beim originalen Captain um den Großvater des späteren Spiele-Helden handeln soll.

Das Gerücht wurde allerdings nie bestätigt und basiert auf einem Interview, das auf Türkisch mit Sami Onur geführt wurde, einem Grafikdesigner bei Infinity Ward. Ein Interview, in dem aber tatsächlich nicht einmal das Wort Großvater oder Enkel fällt. Stattdessen verweist Onur darauf, dass alle Captain Prices ihre eigene Geschichte erzählen und für sich stehen.

Interview-Ausschnitt Quelle: merlininkazani

Die Moral von der Geschicht'

Nach einer tiefen Bedeutung der einzelnen Charaktere im ersten CoD zu suchen, ist im Großen und Ganzen aber vergebens. Zwar gibt es einzelne Charaktere mit Namen, die irgendeine Hintergrundgeschichte haben, aber das ist nicht der Punkt, auf den das erste Spiel der Reihe hinauswill.

Stattdessen geht es darum, dass man nur einer von vielen ist und eigentlich austauschbar. Am Anfang überlebt man durch reines Glück, irgendwann sorgt auch die Erfahrung dafür, dass man weiterkommt. Das liegt aber nicht daran, dass man so viel krasser ist als alle anderen, wie das in späteren Teilen der Reihe der Fall ist.

Aktuelle Wünsche, Call of Duty zurück zu seinen Wurzeln im Zweiten Weltkrieg zu führen, sind laut Activision vergebens, denn das Setting würde nicht gut bei ihrer Community ankommen. So lautet zumindest die Begründung hinter der enttäuschenden Sales-Performance von Call of Duty: Vanguard.

Nicht das erste Mal

Genau andersherum argumentierte Activision übrigens, bevor sich Infinity Ward durchsetzen konnte, mit Modern Warfare ein modernes Setting einzuführen. Damals war die Aussage, dass die Spieler es eher bevorzugten, ein klares Feindbild in Spielen zu haben und eine deutliche Färbung von Schwarz und Weiß.

Soldaten schießen auf eine Kirche Quelle: PC Games Hardware Ob die Kampagnen heutzutage überhaupt noch so viel reißen, ist aber ohnehin fraglich. Schließlich könnte man meinen, dass sich CoD heutzutage sowieso nur noch um den Multiplayer dreht. Den Grundstein legte schon der erste Teil mit einem umfangreichen Mehrspielermodus.

Mit etlichen Karten, die aus Kampagnenlevels abgeleitet waren, und einer - für damalige Verhältnisse - Fülle von Waffen, die teils heute noch legendär sind, konnte man in Call of Duty stundenlang seine Freunde haben.

Heute sind die Lobbys nichtexistent, aber man kann wenigstens noch allein durch die Maps laufen und der Nostalgie von damals frönen. Ein paar Magazine der M1 Garand verballern, bis man das befriedigende Ping des Nachladens hört, ist ebenfalls möglich.

Die Erweiterung Call of Duty: United Offensive brachte noch mehr Inhalte sowohl für Single- als auch Multiplayer, allerdings ist das Add-on in Deutschland nicht via Steam verfügbar. Das nicht etwa, weil man United Offensive indiziert hätte, sondern weil es keine zensierte Fassung gibt, die mit dem deutschen Originalspiel kompatibel wäre, in dem man damals die Hakenkreuze entfernt hatte.

Nazibunker mit zensierten Flaggen Quelle: Infinity Ward Wer sich auf den Spaß trotz der heutigen Beschränkungen immer noch einlassen möchte, muss allerdings vergleichsweise tief in die Tasche greifen, dafür dass CoD über 20 Jahre alt ist. 20 Euro kostet Call of Duty von 2003 immer noch, trotz der kurzen Kampagne von wenigen Stunden und des Staubs, den der Titel mit den Jahren angesetzt hat. Trotzdem: Es ist es wert, das alte Spiel mal wieder aus dem Schrank zu holen und sich mit dem Beginn DER großen Shooter-Reihe zu befassen, als die Welt und die Spiele noch ein klein wenig unbeschwerlicher waren.

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