Das erste Call of Duty im Retro-Special: Als Call of Duty noch gut war

Special Antonia Dreßler
Das erste Call of Duty im Retro-Special: Als Call of Duty noch gut war
Quelle: Activision

Call of Duty ist einer der bekanntesten und erfolgreichsten Shooter-Reihen überhaupt, dabei fing alles klein und eher zufällig an. Wir werfen einen Blick auf die Anfänge eines der prägendsten Spiele aller Zeiten.

Es ist stickig und eng im Boot, während wir geduckt zwischen unseren noch unbekannten Kameraden kauern, denen wir unser Leben anvertrauen sollen. Wasser spritzt über die Schiffskante, während wir angeschrien werden, dass jeder Deserteur erschossen wird. Unsicher schauen wir auf das Land vor uns, das nur Tod verheißt, während die Mannschaften neben uns das Ufer gar nicht erst erreichen.

Wer dazumal das allererste Call of Duty (jetzt kaufen ) gespielt hat, wird sich sicherlich lebhaft an die Tragik und Spannung erinnern, mit der uns Infinity Ward 2003 konfrontierte. Es ist kein Zufall, dass damit der Grundstein für die erfolgreichste Ego-Shooter-Reihe überhaupt gelegt wurde.

Geht unter die Haut

Die Befreiung von Stalingrad von der Besetzung durch die deutschen Truppen während des Zweiten Weltkriegs ist eine der bekanntesten Stellen des damaligen Shooters. Das Level blieb deswegen so vielen in Erinnerung, da man die ersten Minuten ohne Waffe durch den Kugelhagel rennt. Stattdessen muss man darauf hoffen, dass ein Kamerad mit einem geeigneten Schießeisen zu Boden geht, damit man sich endlich zur Wehr setzen kann.

Doch das ist nicht das einzige Spannungsmoment im Spiel. An einer Stelle schicken uns Artillerie-Einschläge zu Boden und wir müssen mit donnerndem Schädel und verschwommener Sicht weiterrennen. Wieder an anderer Stelle warten wir verzweifelt auf unsere Rettung und müssen eine Brücke halten, bis endlich Verstärkung eintrifft - und damit auch der Letzte versteht, dass es sich dabei um eine heroische Heldentat handelt, ist das ganze unterlegt mit epischer Orchestermusik.

Ein spielbarer Film

Call of Duty war damals wie ein spielbarer Film, der sich vor allem durch seine Immersion hervortat. Statt dass uns Pfeile unseren Weg weisen, sagen uns die Drill-Sergeants direkt, was wir machen sollen. Und wir spüren die Grausamkeit des Krieges am eigenen virtuellen Leib, genauso wie die Action, die einen guten Shooter ausmacht.

Dabei bedient sich Call of Duty nicht nur einiger cineastischer Vorlagen wie Band of Brothers oder Enemy at the Gates, die eindeutige Inspirationen liefern. Bereits zu Release ist einigen aufgefallen, dass sich das Spiel nicht allzu sehr von Medal of Honor: Allied Assault unterscheidet, dem dritten Teil der Medal-of-Honor-Reihe.

Soldaten im Schützengraben Quelle: PCGH

Eine bewegte Entstehungsgeschichte

Das ist auch kein Wunder, denn dass Call of Duty überhaupt entstanden ist, hängt direkt mit der Entwicklungsgeschichte des damals größten Konkurrenten zusammen. Allied Assault ist nämlich unter der Leitung eines damals absolut unbekannten Studios entwickelt worden: 2015, Inc.

Das hat den Gig von EA nur durch eine persönliche Empfehlung erhalten und laut späteren Aussagen einiger Entwickler heuerte dessen Studiochef einfach über Online-Boards irgendwelche Amateur-Entwickler an.

Das daraus resultierende Spiel schlug ein, aber die chaotischen Arbeitsbedingungen steckten den Angestellten in den Knochen. Für die beiden Angestellten Vincent Zampella und Jason West die perfekte Gelegenheit, ein neues Studio zu gründen und fast die gesamte Belegschaft mitzunehmen. So stellt es zumindest eine Klageschrift des damaligen Studios 2015, Inc. dar. In der wurde Zampella vorgeworfen, mit Publisher EA in Verhandlung zu stehen, um sein altes Studio zu hintergehen.

Was genau hinter den Kulissen passiert ist, stellt bis heute keiner der Beteiligten klar, aber wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte - und das war bekanntlich Activision, das den Deal letztlich erhielt. Die Konditionen sahen vor, dass Activision als Publisher bereits zu Anfang 30 Prozent der Anteile hält und den Rest des Studios jederzeit für rund 3 Millionen Euro aufkaufen könne. Ein Versprechen, das bereits ein Jahr später eingelöst wurde.

Die Geburt einer legendären Spielereihe

So wurde Infinity Ward geboren, eine der größten Goldgruben der Videospielgeschichte, die später mit Modern Warfare ihr eigenes Franchise in nahezu unendlich lukrative Höhen katapultieren sollte. Der vierte Teil der Reihe kam auf über fünf Millionen verkaufte Kopien innerhalb von 24 Stunden und in wenigen Monaten auf Bruttoeinnahmen von über einer Milliarde Dollar.

Preis Franchiscollection Quelle: Steam Doch bereits das allererste Call of Duty feierte kommerziellen Erfolg. Bis 2013, so errechnete IGN, verkaufte sich der originale Teil rund viereinhalb Millionen Mal, eine Zahl, die der zweite Teil noch übertraf. Heute spricht man von über 425 Millionen verkauften CoD-Teilen insgesamt. Und immerhin kommt das Franchise auf über 20 Titel und auf Steam zahlt man für das Bundle, wenn man alle dort vorhandenen Spiele kaufen will, über 900 Euro.

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