Call of Duty Modern Warfare 3 im Test: Die Kampagne enttäuscht auf ganzer Linie
Test
Seit dem 02. November kann die Kampagne von Call of Duty Modern Warfare 3 gespielt werden. Unser Test-Fazit fällt jedoch äußerst ernüchternd aus.
Vor jedem Start der offenen Kampfmissionen dürfen wir zudem festlegen, mit welcher Ausrüstung wir beginnen. Das erinnert erneut an DMZ sowie Warzone und ist tatsächlich eine schöne Sache. Immerhin rückt dadurch die Planung mehr in den Fokus. Setzen wir mehr auf Fernkampf, auf lautloses Vorgehen oder rüsten wir uns direkt mit schwerem Maschinengewehr aus und stürmen als Ein-Mann-Armee in die feindliche Basis? Die gefundenen Waffen dürfen wir dabei in einem weiteren Durchlauf von Beginn an auswählen. Allerdings bieten die Missionen kaum Wiederspielwert, da uns das Spiel trotz weitläufigerer Areale nicht wirklich viele verschiedene Möglichkeiten bietet.
Gestochen scharf
Auf der technischen Seite gibt's dagegen wie schon im Vorgänger kaum etwas zu beanstanden. Die hauseigene Call-of-Duty-Engine sieht fantastisch aus und die fließenden Übergänge zwischen Sequenzen und Gameplay sind nach wie vor klasse. Da ist es erneut ein wenig schade, dass Modern Warfare 3 hauptsächlich in den fiktiven Gegenden von Urzikstan sowie Verdansk spielt. In den alten MW-Teilen ging's in Großstädten wie Paris und New York rund. Es wäre interessant zu sehen, wie die Kämpfe über zehn Jahre später in den Metropolen ablaufen. Zumindest einen kurzen Abstecher nach London machen wir in der aktuellen Kampagne. Davon hätten wir gerne wieder mehr.
Quelle: Activision
Außer ein paar kurzen Rucklern sind uns keine schwerwiegenden Probleme aufgefallen. Ausgerechnet bei einem Dialog, den zwei Personen auf Arabisch führten, wurden uns jedoch trotz aktivierten Untertiteln keine angezeigt. Wir waren daher ein wenig verwirrt, wie die Mission ablief. Bei einem zweiten Versuch funktionierte die deutsche Texteinblendung ohne Schwierigkeiten.
Das Audiodesign der Waffen, Helikopter und anderen Kriegsgeräte klingt außerdem wie immer einwandfrei. Dazu machen die deutschen Sprecher einen guten Job. Dass manche beliebte Charaktere kaum Screentime haben, fällt hier allerdings ebenfalls auf.
Abschließend bleibt eine gewaltige Enttäuschung zurück. Die häufige Kritik an Warzone, Multiplayer und Zombies-Modus dürfte für die Entwickler mittlerweile business as usual sein, doch die Story lieferte immer ab.
Die Kampagne von Modern Warfare 3 ist jedoch der absolute Tiefpunkt der Reihe. Es wirkt so, als hätten sich die Leaks über einen an sich geplanten DLC zu MW2 bewahrheitet. Dafür spricht auch das Fehlen der Platin-Trophäe auf der PS5. Stattdessen bietet uns Sledgehammer Games und Activision eine maue Geschichte, die zum Preis von 70-80 Euro nach grob vier Stunden ein Ende findet. Für die Fans, die sich Jahr für Jahr Call of Duty nur aufgrund der Story kaufen, ist das ein heftiger Schlag ins Gesicht.
In den nächsten Tagen setzen wir uns nun ausgiebig an den Mehrspieler- und Zombies-Test. Ob die beliebten Modi den schwachen Start retten können, erfahrt ihr bei uns. Ab dem 10. November darf sich jeder selbst ein Bild von MW3 machen, denn dann erfolgt der finale Release - inklusive Hochfahren der Server fürs Online-Spiel. Die Version des Spiels wurde vom Publisher zur Verfügung gestellt.
