Call of Duty Modern Warfare 3 im Test: Die Kampagne enttäuscht auf ganzer Linie

Test Michael Grünwald
Call of Duty Modern Warfare 3 im Test: Die Kampagne enttäuscht auf ganzer Linie
Quelle: Activision

Seit dem 02. November kann die Kampagne von Call of Duty Modern Warfare 3 gespielt werden. Unser Test-Fazit fällt jedoch äußerst ernüchternd aus.

Nachdem Makarov zu Beginn des Spiels von seiner Privatarmee, der sogenannten Konni-Gruppe, aus einem Gulag befreit wird, versucht er - ähnlich wie in den ursprünglichen MW-Titeln - durch gezielte Terroranschläge, andere Nationen für diese verantwortlich zu machen. Mit dem einfachen Ziel, einen Krieg zwischen Osten und Westen auszulösen. Der Funke springt bei uns diesmal aber nicht über und die Geschichte plätschert öde vor sich hin. Selbst einige Story-Twists sind so vorhersehbar wie die Zaubertricks eines Möchtegern-Magiers. Das Ende kommt dann zwar sehr plötzlich, doch richtig schade finden wir das nicht. Auch, dass die Kampagne auf bestimmte Dinge eingeht, die nur in den Zwischensequenzen der Multiplayer Seasons erzählt wurden, ist ein absolutes No-Go. Wer nie den Mehrspielermodus oder Warzone spielt, dürfte sich beispielsweise über die Rückkehr der Figur Alex Keller ziemlich wundern.

Zahnlose Angelegenheit

Im Kampf gegen unseren fiesen Gegenspieler müssen alle Allianzen eng zusammenarbeiten. Daher übernehmen wir häufiger die Rolle von Price und der Widerstandskämpferin Farah. Die anderen Charaktere wie Soap, Ghost und Gaz kommen viel zu kurz und es bietet sich absolut keine Möglichkeit für Weiterentwicklung.

Farah Karim schaut in die Ferne und hält ein Fernglas in der Hand Quelle: Activision Noch in MW2 lobten wir das Zusammenspiel bestimmter Figuren. In Dialogen haben wir beispielsweise bemerkt, wie sehr sich Soap und Ghost trotz andauernder Sticheleien schätzen und wie viel Wert das Team für Price hat.

In MW3 agieren die Fan-Lieblinge allerdings als absolute Nebencharaktere. Keiner sticht besonders heraus und holt uns auch nur ansatzweise durch Emotionalität ab. Das gilt sogar für den Ultrabösewicht Makarov.

In der alten Trilogie hatten wir immer das Gefühl, der Psychopath sei zu allem fähig. Das möchten die Entwickler im neuen Spiel ebenfalls herüberbringen, aber es wirkt deutlich zu aufgesetzt. Die kontroversen Missionen sind zwar die spaßigsten, allerdings nicht aufgrund der Vorkommnisse, sondern aufgrund der klassischen Linearität.

Wenn Makarovs Mannen einen Terroranschlag in einem Fußballstadion verüben, dann herrscht überall Chaos und das übliche CoD-Feeling kommt auf. Aber im Grunde ist diese Mission absolut nichts Neues und erinnert viel zu sehr an die Kontroverse am Moskauer Flughafen. Mit ein wenig Mühe hätte man dem Antagonisten mehr Charakter verleihen können. Doch der Bösewicht bleibt blass und absolut auswechselbar.

Captain Price und sein Team stehen in einem Schneegebiet Quelle: Activision

Der Rettungsfallschirm

Einer von wenigen positiven Punkten bleibt serientypisch das Waffenhandling. Das Gunplay fühlt sich von der ersten Sekunde vertraut an. Das kommt nicht gerade überraschend, schließlich liefern die drei unterschiedlichen Entwicklerstudios von Call of Duty in diesem Gebiet Jahr für Jahr aufs Neue ab.

Nachdem normalerweise aber auch die Kampagnen von CoD überzeugen können, verdient das erneut gut umgesetzte Waffenhandling eine Erwähnung.

Wie immer gibt's eine gewaltige Auswahl an verschiedenen Knarren. Von Pistolen über Schrotflinten bis hin zu Scharfschützengewehren lässt sich in versteckten Kisten so einiges finden. Wie schon zuletzt müssen wir bis auf wenige Ausnahmen auf die offiziellen Waffenbezeichnungen verzichten. Da wird die AK zur Kastov und die UMP zur Striker. Das realistische Aussehen behalten die Schießeisen aber dennoch.

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