Call of Duty Modern Warfare 3 im Test: Die Kampagne enttäuscht auf ganzer Linie

Test Michael Grünwald
Call of Duty Modern Warfare 3 im Test: Die Kampagne enttäuscht auf ganzer Linie
Quelle: Activision

Seit dem 02. November kann die Kampagne von Call of Duty Modern Warfare 3 gespielt werden. Unser Test-Fazit fällt jedoch äußerst ernüchternd aus.

Neben unseren Hauptzielen lassen sich dort Ausrüstungsgegenstände und Waffenkisten finden. Darin entdecken wir bereits vorgefertigte Knarren, die wir einsammeln und theoretisch zu einem späteren Zeitpunkt erneut an Vorratslieferungen ausrüsten können. Die Schauplätze sind anfangs auf der Karte noch von einem Nebel verhüllt und lassen sich durch Erkunden aufdecken. Allerdings bringt es uns nichts weiter als die wenigen versteckten Wummen und ein paar zusätzliche Abschnitte sowie Gebäude.

Manchmal entdecken wir auch Steigklemmen, mit denen wir an Seilrutschen schnell von A nach B kommen. Bis auf eine recht vertikale Mission braucht's das Gadget aber nicht unbedingt, denn riesig sind die Welten ebenfalls nicht. Es wirkt beinahe so, als hätte Sledgehammer Games diese Art von Missionsdesign nur eingeführt, um die Spielzeit in die Länge zu strecken. Denn selbst für die Marke Call of Duty sind maximal fünf Stunden bis zum Abspann außerordentlich kurz. Wer sich ohne Planung wie Rambo durch die Kampagne ballert, der schließt die Story mit Leichtigkeit nach gut drei Stunden ab. Das ist schon äußerst kurz für einen Vollpreistitel!

Soldaten feuern aus der Deckung auf Gegner Quelle: Activision

Wenige Höhepunkte

Haben wir es auf die heimliche Weise nicht geschafft, bleibt uns meistens nichts anderes übrig, als die komplette Basis auseinanderzunehmen. Sobald Alarm ertönt, sind uns die Feinde immer auf den Fersen.

Haben wir den ersten Ansturm plattgemacht, rückt häufig Verstärkung nach. Eigentlich dachten wir, Call of Duty hätte die unzähligen Feindwellen hinter sich gelassen, doch MW3 bringt sie wieder zurück. Zum Glück nicht ganz so ausgeprägt wie in einigen Vorgängern.

Zwischen den offenen Kampfmissionen gibt's noch wenige lineare Aufträge. Darin zeigt sich Modern Warfare 3 von seiner guten Seite. Eine geskriptete Actionsequenz jagt die nächste und das macht wie gewohnt viel Laune. Allerdings ist die Anzahl dieser Abschnitte viel zu niedrig. Lediglich vier Missionen haben den klassischen Call-of-Duty-Aufbau. Das reicht einfach nicht aus, um die übliche Spannung der Story herüberzubringen. Daher müssen wir knallhart sagen: Entwickler Sledgehammer ist mit der Idee, eine offenere Spielwelt zu kreieren, krachend gescheitert.

Soldaten schwimmen und blicken auf ein Gefängnis Quelle: Activision

Task Force 141 gegen böse Buben

Viele fragen sich jetzt vielleicht, ob denn wenigstens die Geschichte rund um Price und den Antagonisten Makarov abliefert. Doch MW3 bleibt insgesamt ein äußerst enttäuschendes Erlebnis. Die Ereignisse spielen zeitlich nach dem direkten Vorgänger Modern Warfare 2 und mit Makarov kehrt ein ikonischer Charakter der Reihe zurück.

Schon in MW2 und MW3 aus den Jahren 2009 und 2011 hielt der ultranationalistische Russe die Welt in Atem. Die kontroverse Mission am Moskauer Flughafen namens "No Russian" wird für immer mit dem Bösewicht in Verbindung gebracht werden.

Das Potenzial wäre also vorhanden, doch wieder scheitert es an einer halbgaren Umsetzung und auch der Kürze der Kampagne. Wenn nach drei bis fünf Stunden die Credits über den Bildschirm laufen, bleiben etliche Fragen ungeklärt. Und nicht auf eine Weise, die Lust auf eine Fortsetzung macht, sondern auf eine, die uns vor Wut schäumen lässt.

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