Call-of-Duty-Fans haben einige leidige Jahre hinter sich. Den absoluten Tiefpunkt erreichte die Reihe wohl im vergangenen Jahr mit Modern Warfare 3. Jetzt darf Black Ops 6 den Karren aus dem Dreck ziehen.
Bitte nicht noch mehr Open-Combat-Missionen
Das, was auf dem Papier eigentlich ganz nett klingt, ging in MW3 vergangenes Jahr komplett in die Hose. In eine Mission geworfen werden und sich seinen eigenen Weg bahnen. So spielen, wie es einem beliebt. Klingt doch geil! Die Umsetzung war es aber ganz und gar nicht. Black Ops 6 könnte aber die Kehrtwende gelingen.
Ja, bei Modern Warfare 3 ging einiges schief. Die Open-Combat-Missionen haben ihren Teil dazu beigetragen, sind aber nicht des Teufels einziges Werk. Die Story war fad, nicht allzu lang und es fehlte an packenden Momenten. Möglicherweise auch der eher geringen Entwicklungszeit geschuldet, die das Studio bekam.
Treyarch sitzt nun mittlerweile seit 4 Jahren an Black Ops 6 und möchte damit, so wörtlich: "[...] die Zukunft von Call of Duty ebnen." Bisher sprach man zwar noch nicht direkt von einer Fortsetzung der Open-Combat-Missionen, aber einige, bereits bekannte Features deuten stark darauf hin. So hieß es zuletzt immer wieder, dass man seinen eigenen Weg gehen darf. Man könne beispielsweise selbst entscheiden, ob man lieber als Stealth-Geheimagent unterwegs wäre oder den Platz im Kugelhagel bevorzugt.
Das klingt zunächst nicht allzu anders als in Modern Warfare 3. Doch Black Ops 6 hat einen Vertrauensvorschuss. Treyarch geht gern mal Risiken ein, das haben sie in Black Ops 4 und auch in Cold War getan. Und das Risiko wurde belohnt. Treyarch gilt bei vielen Fans als Hoffnungsträger. Wer soll das Ruder noch herumreißen, wenn nicht sie?
Treyarch wird das schon wuppen
Boah, schwierige Situation. Vor wenigen Tagen bekam ich in den Studios von Treyarch ein paar tiefere Einblicke in zwei Missionen und bin doch sehr zwiegespalten. Die Welten waren recht offen, aber nicht so krass wie in MW3. Trotzdem erinnerten sie stellenweise mehr an ein klassisches Open-World-Shooter-Erlebnis mit Kompass, Waffenrad und Sammelobjekten. Und doch waren die Übergänge zu den Cutscenes wunderbar.
Das ist ein wichtiger Punkt, der MW3 auf die Füße fiel. Call of Duty lebt von einer linear erzählten Geschichte. Sie ist actionreich und gut gestaltet, weil es eben nicht viel ringsherum gibt. Die Zwischensequenzen sind immer auf den Punkt gebracht und unterhaltsam. Das alles fehlte dem Spiel im vergangenen Jahr.
Black Ops 6 könnte den Call-of-Duty-Ruf wieder retten. Denn nicht nur in der Spielweise werden wir freie Hand haben, sondern auch in unseren Entscheidungen. Cold War machte es bereits vor: In Dialogen und Missionen ebneten wir mit Aussagen und Taten den weiteren Weg. Das fügt sich wunderbar in das Setting ein, geht es doch nun mal um Intrigen und Verschwörungen. Wir kämpfen immer in einem Team, doch die Frage ist: Wem können wir wirklich vertrauen?
Der neueste Ableger möchte dort weitermachen. "The truth lies!" Das klingt wie der Name einer neuen Telegram-Gruppe, in der "die Aufgewachten" die Wahrheit verbreiten - lässt aber auch viel Spielraum für die kommende Story. Verschwörungstheorien werden wir nicht erwarten dürfen. Zumindest keine bestehenden. Im Interview erklärte das Entwickler-Team, dass man sich auf eine eigene, rein fiktive Geschichte bezieht, die aber natürlich wieder ganz eigene Türen öffnet.
