Call-of-Duty-Fans haben einige leidige Jahre hinter sich. Den absoluten Tiefpunkt erreichte die Reihe wohl im vergangenen Jahr mit Modern Warfare 3. Jetzt darf Black Ops 6 den Karren aus dem Dreck ziehen.
Die Black-Ops-Reihe gehört meiner Meinung nach zur Crème de la Crème der Call of Dutys. Die Modern-Warfare-Reihe lebt von verschiedenen, fiktiven Kriegsszenarien - in der Regel das alte Prinzip West gegen Ost. Und die Szenarien fand ich per se auch immer super, weil sie sich in der Regel wie ein Action-Kriegsfilm zum Nachspielen anfühlten. Black Ops hingegen ist wie ein Agenten-Thriller, in dem Fiktion und Realität verschmelzen - ohne das Kriegs-Szenario zu verlieren.
Wenn ich an Black Ops denke, dann fällt mir direkt dieses besondere Look-and-Feel ein. Einprägsames Sound-Design, wenig Grauschleier, eher satte Farben, die spätestens in Cold War dank Raytracing noch mal auf die Spitze getrieben wurden und alles ist etwas zu drüber.
In Black Ops kracht und knallt es gern mal an jeder Ecke - die geballte Ladung Action eben! Auch die ersten Trailer zu Black Ops 6 zeigen, dass dieser Weg weitergegangen wird. Alles, was in die Luft gehen kann, explodiert auch.
Black Ops 6 spielt zehn Jahre nach Cold war und zwei Jahre vor einigen Missionen aus Black Ops 2. Schon die Trailer zeigen eine enorme Nähe zum Spiel rund um den Kalten Krieg. Adler und Woods kehren zurück, es gibt wieder Szenen rund um historische Ereignisse und Persönlichkeiten der 90er-Jahre tauchen auf. Wilde Verfolgungsjagden, auffällige Amerika-Flaggen und Standorte, die nicht unmittelbar nach "Krieg" schreien, unterstreichen noch einmal den Black-Ops-Charakter.
Nachdem mich Black Ops 4 überhaupt nicht tangierte - ich meine, das Ding hatte halt keine Kampagne, war Cold War gefundenes Fressen für mich. Das Kalter-Krieg-Szenario bot unfassbar viele Möglichkeiten und ich hoffe, dass es nun mit dem Golfkrieg genauso weitergeht.
Zurück zu den Anfängen
Während der erste Ableger der Reihe noch zur Zeit der Kuba-Krise spielte, wechselte das Setting mit dem zweiten Teil flott in die Zukunft. Hintergrund der Erzählungen war immer, ausgehend von echten Ereignissen, ein "Was-wäre-wenn-Szenario" zu schaffen. Im Speziellen dreht es sich um Geschichten, die zu festgelegten Ereignissen im Hintergrund passiert sein könnten.
Black Ops 2 und 3 skizzierten eine mögliche Zukunft, wenn sich die Menschheit so weiterentwickelt, wie sie es bisher tut. Inklusive technischen Fortschritts, aber auch potenzieller Konflikte. Ein Aufeinandertreffen zwischen den USA und China mit Kampfrobotern ist jetzt nicht sooo weit hergeholt.
Beide Spiele hatten aber, genauso wie Infinite und Advanced Warfare, das Problem, dass sie in der Zukunft spielen. Und das mag ich normalerweise überhaupt nicht. Cold War war dafür ein Treffer ins Schwarze. Der Kalte Krieg war eine unfassbar spannende Zeit. Und dann darin eine eigene Agenten-Story zu erzählen, ist doch einfach nur Gold!
Call of Duty: Black Ops 6 (jetzt kaufen 19,99 € ) spielt nun also zehn Jahre nach Cold War. Wir sind in den 90ern angekommen. Der Eiserne Vorhang ist gefallen, doch es drohen neue Gefahren. Und das gefällt mir, weil es einfach so nah an unserer aktuellen Zeit ist.
Ich habe weder den Kalten Krieg noch den Zweiten Golfkrieg miterlebt - bin erst Ende der 90er geboren. Trotzdem finde ich beide Szenarien so unfassbar spannend, weil es eben nicht lange her ist und ich beim Spielen umso mehr das Gefühl habe, Teil der Geschichte zu sein.
Bildergalerie
Die ersten Trailer zu Black Ops 6 sagen bisher nicht allzu viel über das neue Szenario aus. Bisher wissen wir eigentlich nur, dass es sich um den Zweiten Golfkrieg handelt und wir wohl direkt nach der Besetzung Kuwaits einsteigen.
Wir sehen George Bush Senior, Saddam Hussein und begegnen in einer Mission Plakaten von Bill Clinton, der zu dieser Zeit noch Gouverneur ist. Die Immersion gelingt, zumindest durch die Trailer, schon einmal hervorragend. Und die vielen kleinen Schnipsel aus irgendwelchen Hinterräumen bauschen das Agenten-Thema gut auf. Und doch steht bei Black Ops 6 wieder ein Elefant im Raum: Open-Combat-Missionen.
