Videospiele im Land der aufgehenden Sonne. Unser Special zeigt, was in Nippon gezockt wird.
Manga-Kultur
Wenn eine Simulation nicht den Spielspaß verspricht, den eine Tätigkeit versprechen könnte, weicht man auf andere Genres aus, denn zur Not passt das Konzept immer noch in eine sogenannte Visual Novel. Als Untergenre zum Adventure wirken diese Spiele wie eine Mischung aus Manga und Anime. Minimalistische Animationen treffen auf comicartige Präsentation, und so lassen sich ebenfalls witzige Geschichten um Detektive oder Anwälte kreieren, der bekannteste Vertreter feierte auch hierzulande bereits Erfolge (Phoenix Wright).
Natürlich ist die Manga-Kultur generell bei den Videospielen beinahe allgegenwärtig. Umsetzungen zu erfolgreichen Reihen (Detektiv Conan, Dragonball, 3x3 Eyes) sind ebenso an der Tagesordnung wie all die Spiele, die ganz klar im japanischen Zeichenstil gehalten sind (Otogiriso, Fate/Stay Night). Die Katamari-Reihe hingegen unterscheidet sich vollkommen von den vorher genannten Beispielen, illustriert aber wiederum eine Eigenheit der japanischen Spieler, und zwar ihre Unvoreingenommenheit. Hier schlüpft man in die Rolle eines kleinen Querkopfes, dessen Vater König Kosmos versehentlich das Weltall vernichtet hatte. Die Aufgabe besteht nun darin, mithilfe eines klebenden Balles so viele Gegenstände aufzusammeln, dass aus diesem wieder ein Planet oder Mond werden kann. Obwohl dieses Konzept außerhalb japanischer Landesgrenzen wenig Erfolg versprechend zu sein scheint, wagt Namco dennoch den Schritt über den Ozean und bringt die Reihe in den USA und ab Teil 2 in Zusammenarbeit mit EA in Europa auf den Markt. Auch wenn der Erfolg im Westen nicht wiederholt werden kann, verkaufen sich die Teile in ausreichender Stückzahl – was beweist, dass auch westliche Spieler durchaus Spaß an japanischen Konzepten finden.
