Videospiele im Land der aufgehenden Sonne. Unser Special zeigt, was in Nippon gezockt wird.
Alles wird simuliert
Generell scheint die Spielentwicklung in Japan förmlich ein Spielplatz zu sein, auf dem schlicht und einfach alles erlaubt ist. Eine einzige Regel scheinen sich die Verantwortlichen auf die Fahnen geschrieben zu haben: Es muss Spaß machen. Unter dieser Prämisse erreichen Kuriositäten den Modulschacht oder das Laufwerk, die bei westlichen Publishern nicht einmal vorgeführt werden dürften. Beispielhaft steht in diesem Zusammenhang die Herangehensweise an Simulationen alltäglicher Dinge. Tokyo Bus Guide beispielsweise ist eine Serie, die 1999 erstmals auf der Dreamcast erscheint. Der Spieler übernimmt den Part des Busfahrers und muss sich ordnungsgemäß an die Verkehrsregeln halten. Klingt langweilig, die Umsetzung macht aber richtig Spaß.
Ruppiges Anfahren, mangelhaftes Blinkersetzen oder gar das Missachten von Verkehrsregeln wird sofort mit Punktabzug oder gleich mit dem Game Over bestraft. In die gleiche Kerbe schlägt Taitos Densha de Go!-Reihe, die im Übrigen 1996 (wen wundert‘s?) zuerst in der Spielhalle erscheint und im Laufe der nächsten Jahre für nahezu alle populären Plattformen konsequent umgesetzt wird. Hier schlüpft der Spieler in die Rolle eines Zugführers, der gemäß seines Fahrplans zu einer bestimmten Zeit am Zielort sein muss. Klappt das nicht, gibt es rigoros Punktabzug. Hier zeigt sich aber deutlich der Unterschied, wie sich Japaner einem solchen Thema nähern und wie westliche Entwickler das machen. Das westliche Pendant des Softwaregiganten Microsoft heißt Train Simulator, und der Name ist Programm.
