Lesen Sie in unserem Special, wie deutsche Übersetzer Original-Titel verhunzen. Zum Lachen ... und Weinen!
Lost in Translation
Dustin Hoffman triezt Robert De Niro in "Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich"
Mit wörtlicher Übersetzung hat diese Vorgehensweise wenig bis überhaupt nichts zu tun. Gleichgültig, ob dem Originaltitel womöglich tiefgründige Überlegungen der Autoren, Regisseure oder Produzenten vorausgegangen waren, wird ein möglichst viel versprechend klingender deutscher Titel erfunden – mal mehr und mal weniger erfolgreich.
Die Klapperschlange
OT: Escape from New York
Die Hauptfigur heißt zwar nicht „Rattlesnake“ und hat außerdem ein Kobra-Tattoo, aber „Flucht aus New York“ erschien wohl zu öde. Teil 2 hieß dann übrigens „Flucht aus L.A.“ („Escape from L.A.“).
Rache ist sexy
OT: John Tucker must die
Noch frevelhafter als die fragwürdige „Übersetzung“ ist die veränderte Schreibweise auf dem Plakat: Aus John Tucker wurde kurzerhand John Tacker.
Meine Braut, ihr Vater und ich
OT: Meet the Parents
Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich
OT: Meet the Fockers
Damit sich der Druck auch lohnte – die Originaltitel ließen womöglich einfach viel zu viel Platz auf den großen Plakaten.
Wir waren Helden
OT: We were Soldiers
Praktisch: Dieser Kriegsfilm bringt die wertende Lesart gleich mit.
Eve und der letzte Gentleman
OT: Blast from the Past
Der Reim ging zwar verloren, dafür gab’s mit dem Untertitel „... oder: wie Adam nach 35 Jahren entdeckte, dass es noch eine Welt über seinem Wohnzimmer gibt“ viel zu lesen.
Wenn Träume fliegen lernen
OT: Finding Neverland
Aus der bereits im Titel vermittelten Auseinandersetzung mit dem Werk des porträtierten Autors J. M. Barrie wird eine Headline in Rosamunde-Pilcher-Manier.
Agent Null Null Nix
OT: The Man who knew too little
An die Stelle einer schönen Hitchcock-Anspielung tritt hier der Eindruck einer anspruchslosen James-Bond-Persiflage.
Die Unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug
OT: Airplane!
Die Unglaubliche Reise in einem verrückten Raumschiff
OT: Airplane II: The Sequel
Ebenso wie die Filme selbst, nahmen die Originaltitel die klassischen Katastrophenfilme wie „Airport“ auf die Schippe.
Die schrillen Vier auf Achse
OT: National Lampoon’s Vacation
Hilfe, die Amis kommen
OT: National Lampoon’s European Vacation
Schöne Bescherung
OT: National Lampoon’s Christmas Vacation
Viva Las Vegas: Hoppla, wir kommen
OT: National Lampoon’s Vegas Vacation
Da das Satire-Magazin „National Lampoon“ in Deutschland gänzlich unbekannt ist, verzichtete man auf den Verweis im Titel. Kritikwürdig ist aber die uneinheitliche Namensgebung. Der Winterurlaub der Griswolds erschien hierzulande sogar unter verschiedenen Titeln („Hilfe, es weihnachtet sehr“).
Spiel mir das Lied vom Tod
OT: C'era una volta il West
Die seltene Ausnahme: Der deutsche Titel klingt nicht nur ziemlich poetisch, er fängt obendrein die Grundstimmung des Streifens ein.
Weitere Beispiele:
Der Anschlag
OT: The Sum of all Fears
Der Prinz aus Zamunda
OT: Coming to America
Flucht ins 23. Jahrhundert
OT: Logan’s Run
Kaffee, Milch und Zucker
OT: Boys on the Side
Krass
OT: Running with Scissors
Sie nannten ihn Mücke
OT: Bulldozer
Tödliche Weihnachten
OT: The Long Kiss Goodnight
Wenn die Gondeln Trauer tragen
OT: Don’t look now
Zwei glorreiche Halunken
OT: The Good, The Bad & The Ugly
Die Satansweiber von Titfield
OT: Faster, Pussycat! Kill! Kill!
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