Bis Mitte der 90er-Jahre stand der Name Nintendo für Videospiele – so wie heute noch Tempo für Einwegtaschentücher.
Dieser Artikel ist Teil unseres großen Specials "Die Geschichte der Konsolenhersteller". Alle Infos und das Inhaltsverzeichnis gibt es hier.
Mario: Der Nintendo-Star
Doch obwohl die Firmenbezeichnung oft als Synonym für eine ganze Produktgattung verwendet wurde und momentan jeder vom Erfolg von DS und Wii schwärmt, hat das Unternehmen eine bewegte Geschichte hinter sich.
Der älteste aktive Konsolenhersteller verfolgte schon immer seine ganz eigene Philosophie. Nintendo-Produkte heben sich von der Konkurrenz ab. Das gilt nicht nur für Videospiele, denn über 80 Jahre lang experimentierte die Firma in vielen Geschäftsfeldern, die, anders als heute, nicht immer jugendfrei waren.
Der Weg zum Weltkonzern
Game & Watch
Doch bevor wir zu den pikanten Details kommen, reisen wir zurück ins Jahr 1889. Fusajiro Yamauchi gründet die Firma Nintendo Koppai, die sich auf die Herstellung japanischer Hanafuda-Spielkarten konzentriert. Fast 70 Jahre lang bleibt Nintendo der Produktion von Kartenspielen aller Art treu, beginnt aber in den 60er-Jahren wilde Experimente in anderen Geschäftszweigen. Instant-Reis, Taxi-Unternehmen oder ein Stunden-Hotel, in dem die eigenen Angestellten angeblich beste Kunden waren, sind die skurrilsten Auswüchse dieser Sturm- und Drangphase. 1963 wird die Firma umbenannt zu Nintendo Co. Limited (so heißt sie noch heute) und beginnt im selben Jahr neben Karten zusätzliches Kinderspielzeug zu produzieren. Mit der Veröffentlichung der "Beam Gun"-Reihe 1970 hält erstmals die Elektronik Einzug in die Spielzeugwelt der Japaner, und Nintendo entwickelt zusammen mit Mitsubishi Electronic schon 1975 das erste eigene Videospielsystem. Der erste Schritt in den Unterhaltungsmarkt elektronischer Spiele, wie wir ihn heute kennen, ist gemacht.
