Lassen Sie mich durch, ich bin ein Gott! Mit schicker Knuddelgrafik, einer blitzgescheiten Kreatur und zahllosen Detailverbesserungen macht Black & White 2 wirklich alles besser als der durchwachsene Vorgänger.
Bitte nicht mauern ...
Unsere Truppen beherrschen jedoch nicht nur den Angriff, sondern lassen sich auch prima zur Verteidigung des eigenen Reichs einsetzen. So können wir etwa Bogenschützen auf unsere Mauern schicken und dort oben Wache schieben lassen. Wenn eine gegnerische Formation in Reichweite kommt, beharken unsere Scharfschützen dann den Feind von den Zinnen herab. Besonders effektiv: Feldzüge, bei denen wir zusätzlich unsere Kreatur in die Schlacht ordern. Die nämlich kann gegnerische Verteidigungsanlagen mit einigen beherzten Tritten zu Klump schlagen oder feindliche Bogenschützen mit einem gezielten Prankenhieb von der Mauer fegen.
Jedem Tierchen sein Pläsierchen
Unabhängig von unserer eigenen Gesinnung verwaltet das Spiel zusätzlich die Erfahrungen und die Ausrichtung unserer Kreatur. Wenn wir unseren Liebling etwa ständig aussenden, um fremde Armeen zu grillen und zu zerstampfen, driftet er langsam in die Finsternis ab und verändert sich äußerlich entsprechend. Praktischerweise zeigt das Spiel jedes Mal an, wenn unsere Kreatur oder wir selber uns böse oder gut verhalten. Reißen wir etwa mit unserer Hand einen Baum aus, schwebt ein rotes »BÖSE« über der Stelle. Wenn wir ihn dann aber unseren Menschen ins Lagerhaus schmeißen, erscheint ein helles »GUT«. Auf diese Weise fällt es leicht, die eigene Vorgehensweise einzuschätzen und sich gezielt in Richtung Licht oder Dunkelheit zu bewegen.
Als zusätzliche Hilfestellung gewährt uns Black & White 2 einen viel tieferen Blick in die Psyche unseres kleinen Lieblings als im Vorgänger. Jedes Mal, wenn die Kreatur etwas tun will oder tut, schwebt eine Gedankenblase über ihr, in der beispielsweise steht »Ich mache diesem Dorfbewohner auf den Kopf«. Wenn wir einen stubenreinen Titan wollen, klicken wir nun mit der Maus auf ihn, die Kamera zoomt heran, und wir können die Kreatur -- wie gehabt -- verprügeln oder streicheln. Mit jedem Klaps und jedem Kraulen regulieren wir dann eine Skala, die anzeigt, wie wahrscheinlich es ist, dass das Viech in Zukunft sein Geschäft wieder auf unschuldigen Passanten verrichtet.
Sascha Gliss
