Mutiger Genremix: Bellwright hat uns in der Preview einige Nerven gekostet!
Special
Gewagte Mischung: Mittelalter-Aufbau-Survival mit Rollenspiel-Elementen. Es gibt viel zu tun im Early-Access-Titel - für Spieler und für die Entwickler.
Zusammen geht es schon viel leichter
Die vielen Aufgaben im Spiel können wir noch besser im Koop-Modus bewältigen. Bis zu vier Spieler streifen gleichzeitig durch die Lowlands. Dabei teilen wir uns alles. Jeder Spieler kann bauen und die Bewohner der Siedlungen verwalten.
Einen Haken gibt es allerdings: Die Spieler kommandieren auch ihre erstellten Armeen zusammen. Jeder Spieler kann auf alle aktiven Soldaten zugreifen. Das kann in der Hitze des Gefechts schon für Chaos sorgen.
Die Geschichte ist Nebensache
Dafür, dass die Quests der Dorfbewohner einen nicht zu geringen Teil der Spielzeit einnehmen, bleiben diese relativ eintönig. In den 40 Stunden des Tests waren alle Missionen entweder Sammelaufgaben oder Botengänge.
Wenn wir einen NPC mit einem Problem konfrontieren und bekämpfen müssen, ist das schon abwechslungsreiches Questdesign. Hin und wieder haben Entscheidungen im Dialogsystem sogar kleine Auswirkungen. Meistens bleibt der Einfluss auf den Verlauf der Quests allerdings nur gering.
Wenn wir möchten, erfahren wir bei den Dorfbewohnern mehr über die Gebiete und das Dorfleben. Dabei hatten die Entwickler einige nette Ideen. Manche Dialoge haben uns sogar zum Schmunzeln gebracht. Über Gespräche und Notizen geht das Worldbuilding aber leider nicht hinaus.
Besonders schade ist es, dass sich die Dörfer im Spiel allesamt sehr ähneln. In den Städtchen stehen meist identische Häuser und die Modelle der NPCs wiederholen sich auch sehr schnell.
Die Hauptgeschichte hat in den 40 Teststunden außerdem keine Fahrt aufgenommen. Zwischen den üblichen Fetch-Quests gehen wir zwar manchmal Hinweisen zu unserer Vergangenheit nach, aber auch hier bleibt es erstmal nur bei Sammelaufgaben und Botengängen. Laut den Entwicklern liegt der Fokus des Spiels deutlich mehr auf Survival und Aufbau. Die Story scheint lediglich eine nette Dreingabe zu sein.
Lohnt sich der Early Access trotz seiner Fehler?
Bellwright ist bereits im Early Access recht umfangreich. Es gibt viel zu tun in der offenen Spielwelt. Gerade der Aufbau des eigenen Dorfes kann für unzählige Spielstunden motivieren. Dabei ist die Menüführung und das Verhalten der Dorfbewohner aber gewöhnungsbedürftig. Survival- und Aufbauspiel-Liebhaber können mit dem Titel trotzdem Spaß haben.
Vor dem endgültigen Release gibt's allerdings auch noch einiges auszubessern: Die Gegner-KI ist entweder sehr berechenbar oder hat Probleme mit der offenen Welt. Gerade die Tiere stoßen im Gelände immer wieder an die Grenzen ihrer Wegfindung und verschwinden für immer im Wasser oder glitchen sich im Dorf fest.
Als wir eine Katze streicheln wollten, wurde unser Protagonist völlig bewegungsunfähig. Zum Glück haben die Entwickler eine MMO-typische "Befreien-Funktion" im Menü bereitgestellt.
Die Übersetzungsfehler waren meistens eher lustig, aber fallen insgesamt weniger ins Gewicht: So kann man in den Niederlanden beispielsweise Stone ernten. Teilweise heißen Rohstoffe aber auch genauso wie der verarbeitete Stoff: Aus Stroh wird in der Weberei beispielsweise Stroh gemacht. Gerade bei der Fülle an Sammelaufgaben kann es verwirren, dass verschiedene Items den gleichen Namen tragen.
Trotz der Fehler ist Bellwright auf jeden Fall ein besonderes Spiel und für Genrefans einen Blick wert. Die Entwickler haben noch nicht angekündigt, wann das Spiel den Early Access verlassen wird. Aktuell ist es nur für PC auf Steam verfügbar. Ob in der Zukunft auch noch mit Konsolenversionen zu rechnen ist, wissen wir leider ebenfalls noch nicht. Transparenzhinweis: Die für diese Vorschau gespielte Fassung von Bellwright wurde uns durch den Publisher zur Verfügung gestellt.
