Bayonetta Origins im Test - so gut wie Bayonetta 3?

Test Tobias Wagner Viktor Eippert
Bayonetta Origins im Test - so gut wie Bayonetta 3?
Quelle: Nintendo

Bayonetta Origins ist das erste Adventure-Spiel der Reihe. In unserem Test klären wir, wie gelungen das Switch-exklusive Spin-Off mit Hexe Cereza ist.

Für den Hauptteil ist nämlich Cheshire zuständig, der Gegner angreift und besiegt. Dazu dienen auch die verschiedenen Elementar-Kräfte, die der Dämon im Laufe der Story erlernt. Sie geben ihm unterschiedliche Attacken, was verschiedene Spielstile ermöglicht. In seiner Steinform beispielsweise führt er eher langsame Attacken aus, die dafür viel Wucht haben. Seine Wasserform kommt im Gegensatz dazu mit einer eleganten, schwungvollen Kampfweise daher.

Eine Lebensanzeige wie Cereza hat der Dämon dabei nicht. Wenn er einmal zu viel Schaden abbekommt, verwandelt er sich zurück in seine Plüschtiergestalt und ist für eine kurze Zeit nicht mehr spielbar. Diesen sogenannten "Knuddelmodus" könnt ihr auch jederzeit manuell nutzen, falls ihr nur mit Cereza spielen möchtet. Dabei solltet ihr allerdings im Hinterkopf behalten, dass Cheshire nicht überall hingehen kann: Rosmarin beispielsweise hält den Dämon davon ab, weiterzukommen - auch im Knuddelmodus. In diesem Fall muss also Cereza aushelfen und ihrem Begleiter einen alternativen Weg freilegen.

Alles voller Ressourcen

Währenddessen ist die Umwelt voll mit sammelbaren Ressourcen wie roten Onyxrosen und lila Avalonkonfekt. In Büschen oder Vasen versteckt dienen sie beispielsweise dazu, neue Talente für die beiden Gefährten freizuschalten. Das bedeutet: Regeneration beschleunigen, Fähigkeiten stärken, Tragekapazität erhöhen, und so weiter. Gebackene Geckos, Hörner eines Einhorns und Mandragorawurzeln stellen dagegen die Basis für verschiedene Tränke dar, die entweder Leben wiederherstellen, direkten Schaden verursachen oder die Kräfte der beiden Protagonisten verstärken. Das kennt man ja so auch aus den Haupt-Bayonettas.

Man sieht Cheshire, wie er einen Vorsprung erklimmt, um einen Weg um ein Rosmarinfeld herum zu finden. Quelle: Nintendo Es lohnt sich also, in der Spielwelt auch mal genauer hinzuschauen. Diese Vielfalt kann jedoch auch leicht überfordernd sein, weil man nicht mehr weiß, welche Ressource jetzt genau für was gut ist. Euer Inventar bietet jedoch genug Platz, um einfach fleißig alles einzusammeln, was ihr findet. Wenn ihr dann Tränke braut oder Talentpunkte vergebt, seht ihr noch einmal ganz genau, welche Utensilien ihr wofür braucht. Doch Achtung: Das geht nur an bestimmten Orten im Spiel - genau wie manuell zu speichern.

Nette zusätzliche Features

Diese sogenannten Unterschlüpfe dienen ab einem späteren Zeitpunkt in Bayonetta Origins auch als Schnellreisepunkte. Es gibt nämlich eine frei zugängliche Welt, die auch abseits der Hauptstory viele neue Areale, Gegner und Gegenstände bietet. Über das Spielmenü ruft ihr eine große Karte des Waldes auf, die in verschiedene Areale aufgeteilt ist. Darauf findet ihr auch alle verfügbaren Collectibles wie Archivseiten oder Erinnerungen.

Mit dem weitläufigen Erkunden der Welt solltet ihr jedoch noch warten, bis ihr die Schnellreisefunktion freigeschalten habt. Damit findet ihr selbst dann wieder zurück, wenn ihr euch einmal verlaufen habt. Gegner und Ressourcen respawnen nämlich recht schnell, wodurch es euch schwerfallen kann, den bisherigen Weg im Kopf zu behalten. Der Waldboden zeigt euch jedoch Pfotenabdrücke eines mysteriösen weißen Wolfs an, die den Pfad der Hauptstory markieren. Solange ihr die nicht aus den Augen verliert, kann euch recht wenig passieren.

Cereza steht mit ihrem Plüschtier Cheshire vor einer zersprungenen Glaswand und damit dem Zugang zu einem Tír na nÓg. Quelle: Nintendo Außerdem sind viele Bereiche der Spielwelt am Anfang noch gar nicht betretbar. Das ist häufig erst mit zusätzlichen Fähigkeiten möglich, die ihr im Rahmen der Story lernt - beispielsweise Schwimmen oder das Zerstören von Steinwänden. Darüber hinaus verbergen sogenannte "Tír na nÓgs" zunächst bestimmte Areale der Spielwelt. Dabei handelt es sich um Feenillusionen, die Cereza und ihren Dämon in eine völlig andere Dimension entführen. Manche davon betretet ihr automatisch im Rahmen der Geschichte, andere sind optional im Wald verteilt. Diese Illusionen müsst ihr erst zerstören, um Zugang zu den verborgenen Gebieten zu erhalten.

All diese Collectibles und zusätzlichen Areale können leicht überfordernd wirken, sorgen gleichzeitig aber auch für ein ausgiebiges und sehr belohnendes Endgame. Gedanken darüber, alles vor dem Ende der Geschichte einzusammeln, braucht ihr euch indes nicht zu machen. Nähert ihr euch dem Finale der Handlung, weist euch das Spiel darauf hin und speichert automatisch. Nach dem Beenden der Hauptstory könnt ihr von dort aus wieder weiterspielen, seid mit der Entwicklung eures Charakters aber so weit wie nach dem Ende der Geschichte.

Die Frage nach der Zielgruppe

Grundsätzlich braucht Bayonetta Origins etwas Zeit, um in die Gänge zu kommen. Gerade, wenn ihr noch keine Berührungspunkte mit einem ähnlichen Adventure hattet, solltet ihr dem Spiel ein paar Stunden geben. Obwohl die Story gerade zu Beginn noch recht geradlinig und wenig überraschend verläuft, nimmt das Game besonders zum Ende hin gut Fahrt auf. Darüber hinaus begeistert das neuste Abenteuer von Platinum Games besonders durch seine Optik und seine musikalische Untermalung.

Wertung zu Bayonetta Origins: Cereza and the Lost Demon (NSW)

Wertung:

8.0 /10
Fazit

Optisch beeindruckendes Bilderbuchabenteuer, das auf Atmosphäre und abwechslungsreiche Features setzt, um gelegentliche Einfallslosigkeit in der Handlung und anstrengende Charaktere auszugleichen.

Eine große Frage bleibt jedoch: Für wen ist Bayonetta Origins gedacht? Entwickler Platinum Games wagt hier nämlich einen Spagat: Fans der Reihe werden sich mit dem neuen Genre anfreunden müssen. Bayonetta-Neuzugänge und Adventure-Liebhaber müssen sich dagegen mit dem Spielsystem der anderen drei Games anfreunden, wenn sie mehr über Cereza erfahren möchten. Das Action-Adventure ist damit ein Experiment, das mit Ausnahme einiger kleiner Macken aber durchaus geglückt ist und einen guten Einstieg ins Genre bietet.

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